Zollikon Zumikon

Wo Drachen hausen und eine Burg thront

Unsere zweite Frühlingswanderung führt ins Küsnachter Tobel, wo es unzählige Möglichkeiten zum Entdecken und Verweilen gibt. Und auch die Kinder kommen nicht zu kurz.

Als Küsnachterin kann ich natürlich nicht anders, als die schönste aller Wanderungen direkt vor unserer Haustüre vorzustellen: das Küsnachter Tobel, acht Kilometer teils ursprünglich, teils wunderschön arrangierte Natur vom Tobelweg startend hoch hinauf in Richtung Forch. Einziges Problem: Ein Ziel festzulegen, ist schwierig, gibt es doch im Tobel viele Wege und Möglichkeiten. Aber beginnen wir von vorne.

Ausgangspunkt unserer Wanderung ist der erwähnte der Tobelweg nahe dem Küsnachter Ortsmuseum und der Musikschule, der innert weniger Gehminuten vom Bahnhof aus erreicht ist. Wer keine Zeit hatte, eigene Eingeklemmte vorzubereiten, findet an der Ecke Alte Landstrasse/Tobelweg eine Bäckerei mit vielerlei Schmackhaftem. Glauben Sie mir: Proviant ist angebracht, denn im Tobel lässt es sich stundenlang spazieren und verweilen.

Vorbei an den zahlreichen Findlingen gleich eingangs des Waldes folgen wir dem Dorfbach bis zum 10 Minuten entfernten Alexanderstein.Beim Taveyannaz-Sandstein handelt es sich um einen Findling aus den Glarner Alpen, der zu Ehren des Förderers der Zürcher Geologie, Dr. Alexander Wettstein, benannt ist. Bereits hier würde sich eine Rast anbieten, doch dafür ist’s noch zu früh. Links liegen gelassen wird auch die erste Brücke, die hoch zum idyllischen Schübelweiher führt.

Weiter geht es dem Tobelweg folgend bis zur zweiten Brücke, die, wie es der Weg verlangt, überquert wird. Wenig später erreichen wir den nächsten Rastplatz, eine vom Verschönerungsverein Küsnacht 1966 erbaute Schutzhütte mit kleiner Feuerstelle. Wer mag, nimmt hier eine erste Stärkung ein, denn gleich wird es abenteuerlich. Der Verschönerungsverein übrigens informiert mit seinen Lehrpfaden – einem Wald- und einem geologischen – über alles, was es über das Küsnachter Tobel und dessen Flora und Fauna zu wissen gibt.

Doch zurück zu unserer Wanderung. Wenige Meter nach der ­Hütte führt eine nächste Brücke hoch zur Burgruine Wulp. Der Aufstieg über mehrere Treppentritte ist zwar steil, lohnt sich aber auf jeden Fall: Die Wulp ist ein wunderbarer Ort, um Würste und Schlangenbrot zu bräteln, mit den Kindern verstecken zu spielen und natürlich spannende Rittergeschichten zu erzählen.

Doch was wäre eine Burg ohne ihren Drachen? Eben. Und so geht’s nach der Ruine für einmal zurück über die Brücke, wo weiter dem Dorfbach entlang Richtung Zumikon spaziert wird. Und bereits nach wenigen Minuten sind wir da: Auf der linken Seite findet sich die geschichtenumrankte Drachenhöhle. Der Legende nach soll hier ein schauriger Lindwurm hausen ... Finden Sie’s mit Ihren Kindern heraus, gutes Schuhwerk ist dabei empfohlen. Ebenfalls empfohlen ist es Familien mit Kindern, gleich die Treppe zu benützen, die den Drachenhöhlen folgend hoch zum Eichelackerweg führt. Unterhalb von Schrebergärten wartet dort ein schöner Spielplatz auf die Kinder mit Rutschbahn, Spielhaus, «Gigampfi» und riesengrosser Fussballwiese. Selbstverständlich ebenfalls mit Grillstelle und das Beste: Der Spielplatz ist so ruhig wie das ­Itschnacher Quartier.

Nun stehen einem praktisch alle Wege offen – in Zumikon Wohnhafte gehen am besten zurück auf den Tobelweg und treten so ihren Heimweg an. Für in Zollikon ­Gestartete geht die Reise vom Eichelackerweg weiter über den Sonnenrain und Schüracherstrasse, vorbei am wunderschön gelegenen Friedhof Hinterriet oberhalb des Rumensees über die Salsterstrasse auf die Zolliker Allmend. Wer noch nicht genug Bewegung hatte, kann im Fohrbach ja noch ein paar ­Längen zurücklegen, oder aber sich in der Sauna entspannen. Dasselbe Szenario bietet sich im Zumiker ­Pendant Juch an, das vom Tobelwääg her dem Chliweidlibach ­folgend erreicht wird. Und wer findet, ich hätte nur einen kleinen Teil des Küsnachter Tobels vorgestellt: Dahinter steckt Kalkül, denn was gibt es Schöneres, als selber auf Entdeckungswanderung zu gehen! (mmw)

Der gesamte Spaziergang von Küsnacht hinauf zur Forch (ohne Abstecher zur Wulp) dauert rund zwei Stunden.

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