Zumikon

«Zwingli wird vom Sockel geholt»

Andreas Hugi. (Bild: zvg)

Der Zumiker Schulpräsident Andreas Hugi weiss genau, was, wann, wo am diesjährigen Züri Fäscht läuft, ist er doch für die gesamte Kommunikation verantwortlich. Der Medien­beauftrage darüber, wie sich die Menschenmenge steuern lässt, was das Kernstück des grössten Volkfestes der Schweiz ist und warum sich Zwingli ganz besonders volksnah zeigen wird. Wenn heute Abend das Züri Fäscht 2019 eröffnet wird, ist ein Zumiker besonders aufgeregt: Andreas Hugi. Mit seiner Agentur «furrerhugi» ist er erstmals dessen offizieller Medienbeauftragter und für die gesamte Kommunikation und Werbung verantwortlich. Der Zolliker Zumiker Bote sprach mit dem Zumiker Schulpräsidenten über das Event.

Mit Andreas Hugi sprach Birgit Müller-Schlieper

Andreas Hugi, mit wie vielen ­Besuchern rechnen Sie an diesem Wochenende?

Wir kalkulieren, dass rund 2 Millionen Menschen ans Züri Fäscht kommen. Es ist damit das grösste Volksfest der Schweiz. Es könnten aber bei extrem guten Bedingungen auch gut 2,3 Millionen werden. Da aber im Vorfeld keine Tickets verkauft werden, sind die Prognosen schwierig.

Gibt es ein Zuviel an Besuchern? Könnte es irgendwann kritisch werden?

Das versuchen wir mit allen Kräften zu verhindern. Zum einen haben wir die Auflage der Stadt, nicht zu exzessiv Werbung zu betreiben, damit es eben nicht zu voll wird. Auf der anderen Seite haben wir ein ausgeklügeltes Crowdmanagement. Damit werden wir versuchen, die Menschenmenge zu steuern. Das funktioniert auch über die Züri-Fäscht-App. Wenn die Besucher diese herunterladen und die geographische Ortung freigeben, können wir im Lagezentrum genau sehen, wo sich gerade extrem viele Menschen aufhalten. Über Screens und Lautsprecher können wir dann eingreifen. Die Loveparade 2013 in Deutschland hat gezeigt, wie gefährlich eine zu grosse Enge werden kann. Deswegen haben wir zusätzlich noch Crowdspotter überall vor Ort, die uns über Funk sofort mitteilen, wenn eingegriffen werden muss. Grundsätzlich haben wir natürlich alle Highlights des Programms so verteilt, dass es einen einigermassen gleichmässigen Zulauf geben wird.

Wie kam es dazu, dass Ihre Agentur den Auftrag bekam?

Wir sind im vergangenen Jahr angefragt worden, weil wir das Kommunikationsgesamtpaket anbieten können. Dazu zählt nicht nur die Medienarbeit, sondern auch die ­digitale Kommunikation und die Social Media, die Produktion des Programmheftes und das grafische Redesign des Züri-Fäscht-Auftrittes. Wir betreuen auch das Eidgenössische Schwingfest im August in Zug, aber das Züri Fäscht ist natürlich das grösste Event, das wir bislang kommunikativ begleiten durften.

Worauf freuen Sie sich persönlich am meisten?

Das Kernstück des Wochenendes sind sicherlich die drei Feuerwerke. Die sind seit den 50er Jahren Tradition und einfach ein emotionales Highlight. In diesem Jahr werden wir ergänzend eine Drohnenshow zeigen. 150 beleuchtete Drohnen werden Figuren in den Nachthimmel zeichnen. Das ist wirklich eine ganz spezielle Geschichte. Natürlich haben wir im Vorfeld auch die CO2-Belastung durch das Feuerwerk diskutiert und sind zum Schluss gekommen, dass die Kombination von beidem die beste Lösung ist, schliesslich werden die Drohnen mit Naturstrom betrieben. Das Besondere an dem Fest ist aber, dass wirklich für jeden etwas dabei ist. Da ist die Clubszene am rechten Seeufer, die Freestyler treffen sich am linken Ufer und dazwischen sind über 500 Stände, Bars und Restaurants. Da kann sich jeder seinen persönlichen Hotspot raussuchen. Für mich selber gibt es heute Abend gleich zwei Hotspots. Wir haben das Schuljahresschlussessen in der Badi Tiefenbrunnen, an dem ich als Schulpräsident natürlich gerne teilnehme. Parallel muss ich in unserem Medienzentrum am Bürkliplatz sein. Das wird spannend.

Es gibt einen besonderen Stargast des Züri Fäschtes. Wer ist das?

Das ist Herr Zwingli persönlich. Das ist eine ganz tolle Aktion der reformierten Landeskirche. An der Wasserkirche wird Zwingli von seinem Sockel geholt und jeder hat die Möglichkeit, ein Selfie mit ihm zu machen. Zwingli war viel volksnaher, als viele glauben, und das soll damit symbolisiert werden.

Warum findet das Fest eigentlich nur alle drei Jahre statt? Warum nicht jährlich?

Das ist von der Logistik überhaupt nicht zu stemmen. Die ganze Koordination von Wasser, Strom, Entsorgung, die ganzen Bewilligungen: Das braucht mindestens ein Jahr Vorlaufzeit. Warum es aber genau den Rhythmus von drei Jahren gibt, das konnte ich auch nicht wirklich herausfinden. Die Tradition hat sich in den 50er Jahren entwickelt und durchgesetzt.

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