Zollikon Zumikon

Fusion in weite Ferne gerückt

Bild links: chi, Bild rechts: bms

Unter dem Label «Kooperation 5+» hatten sich die fünf reformierten Kirchgemeinden am unteren rechten Zürichsee einen Zusammenschluss erhofft. Nach knapp sechs Jahren wurde diese Hoffnung nun aufgegeben. Für einzelne Projekte bleibt die Zusammenarbeit jedoch bestehen.

Nach einem ungünstigen Entscheid des Kirchenrats, der vor allem kleinere Gemeinden betraf, beschlossen im September 2013 die fünf reformierten Kirchgemeinden Zollikon, Zumikon, Küsnacht, Erlenbach und Herrliberg, näher zusammenzurücken. Einer damals drohenden Zwangsfusion wollte man durch ein freiwilliges Kooperationsprojekt zuvorkommen. So starteten die Kirchgemeinden die «Kooperation 5+». Nachdem ein Steuerungsgremium gebildet worden war, hatten sich im Jahr 2014 Vertreter der fünf Gemeinden in Arbeitsgruppen für die Bereiche Gottesdienst, Erwachsenenbildung, Kirchenmusik und ­Administration zusammengefunden. Vor allem im Bereich Gottesdienst wurde man sich einig und begann, gemeinsame Profil- und Sommergottesdienste durchzuführen. Auch ist durch die Zusammenarbeit ein gemeindeübergreifendes Medium entstanden: die monatlich erscheinende Zeitung «reformiert.regional», in der über das kirchliche Leben in den fünf Gemeinden informiert wird.

Die Beteiligten empfanden die «Kooperation 5+» als positive Erfahrung und berichteten in «reformiert.regional» und Newsletters über die Entwicklung und die Erfolge. Die im Juni dieses Jahres eher kleinlaut kommunizierte Nachricht, dass das Projekt nun beendet werde, kam deshalb etwas überraschend. Im aktuellen Newsletter ist von einem lachenden und einem weinenden Auge die Rede. Letzteres betrifft den fallen gelassenen Versuch des Zusammenschlusses. Das lachende Auge bezieht sich auf die im Zug der «Kooperation 5+» entstandenen Errungenschaften, die auch in Zukunft weitergeführt werden sollen – namentlich die Gottesdienste und das gemeinsame Printmedium.

Ziele nicht konkret genug

Was genau zum Abbruch der Verhandlungen geführt hat, erläutert Malte Müller, Präsident der Kirchenpflege Zumikon. Der angestrebte Zusammenarbeitsvertrag, der letztendlich zu einer Fusion hätte führen sollen, sei von drei der fünf Gemeinden abgelehnt worden – darunter auch von Zollikon und Zumikon. Für Malte Müller war der Vertrag zu oberflächlich formuliert. «Die darin festgehaltenen Ziele ­waren uns nicht konkret genug», sagt er. Man hätte sich eine wesentlich klarere Zusammenarbeit gewünscht. «Wir wollten mehr Qualität und Effizienz als Zielgrössen festschreiben. Das heisst bessere Leistung zum gleichen Preis oder gleiche Leistung zu geringeren Kosten.»

Weil mit der Ablehnung des Zusammenarbeitsvertrags kein gemeinsamer Nenner gefunden wurde, ist eine Fusion der fünf Kirchgemeinden vorerst also nicht in Sicht. Das bedeutet aber nicht, dass keine Gespräche zwischen den einzelnen Gemeinden mehr möglich sind. Gerade die Kooperation zwischen den Kirchgemeinden Zollikon und Zumikon fällt, nicht zuletzt wegen der geographischen Nähe, auf fruchtbaren Boden. Laut Malte Müller möchten die beiden Gemeinden in Zukunft enger zusammenarbeiten. Dies bestätigt auch Hanni Rüegg, Präsidentin der Kirchenpflege Zollikon: «Es finden bereits bilaterale Gespräche statt.» Wie genau diese Kooperation aussehen könnte, wollten beide noch nicht verraten. (chi)

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