Zollikon

«Fussabdrücke» sollen Gefahr für Kinder bannen

Sicher über die Strasse dank spezieller Bodenmarkierungen: Die aufgemalten Fussspuren weisen den Kindern den Weg. (Bild: cef)

Schon lange beunruhigt die Verkehrssituation im Zentrum von Zollikon Eltern und Schulen. Zum Schulanfang versucht man, die Sicherheit der Kinder mit Bodenmarkierungen zu erhöhen.

Nächste Woche beginnt im Kanton Zürich die Schule. Schulpflegen und Gemeinden unternehmen viel, um Autofahrer für die jungen und unerfahrenen Verkehrsteilnehmer zu sensibilisieren. Neben Transparenten oder ­Plakaten werden auf dem Gemeindegebiet Zollikon seit drei Jahren auch Bodenmarkierungen angebracht. Sie sollen den Kindern den Weg weisen und sie an befahrenen Strassen zu besonderer Vorsicht anhalten.

Erstmals befinden sich wegweisende «Fussabdrücke» auch beim ­Restaurant Rössli an der Ecke Alte Landstrasse / Buchholzstrasse. Von dort führen sie weiter über das Areal der Reformierten Kirche zum Rösslirain. Die Situation an dieser engen Strassenkreuzung ist seit langem beunruhigend. Am frühen Morgen sorgen einige Eltern der Privatschule Tandem IMS, die sich an der Ecke Rösslirain / Alte Landstrasse befindet, für Ärger und Aufregung. Viele seien knapp dran, würden in hohem Tempo durch die 30er-Zone fahren und im Halteverbot oder auf den Parkplätzen der Kirche halten, um ihre Kinder abzuliefern. So beschreibt Vanessa Bekk, Präsidentin des ­Elternrats der Primarschule Oescher, ihre Beobachtungen. «Ich verstehe die Tandem-Eltern nicht», sagt sie. «Sie scheinen nicht zu begreifen, dass sie mit ihrem Verhalten auch ihre eigenen Kinder gefährden.»

«Mir bleibt mehrmals am Tag das Herz stehen»

Doch verhalten sich nicht nur diese Eltern rücksichtslos. Nach 9 Uhr sind es Lieferanten, Handwerker oder Kunden der umliegenden Geschäfte, die mit ihren schweren Fahr­zeugen die engen Gassen hinauf- und hinunterrasen und dadurch Passanten gefährden. «Es mangelt den Autofahrern einfach an Sensibilität», sagt Vanessa Bekk. Immer wieder komme es vor, dass Autos noch im allerletzten Moment vor Kindern abbremsen können. «Mir bleibt mehrmals am Tag das Herz stehen», zitiert die Elternrats-­Präsidentin eine Mitarbeiterin des Feinkostgeschäfts Küchenwerkstatt, die täglich mit der Problematik konfrontiert ist. Zum Glück ist bisher noch kein Kind verunfallt. Vanessa Bekk wurden schon zahlreiche Fast-Unfälle gemeldet. ­Sie selbst hatte die Hand schon auf einer Kühlerhaube, weil jemand zu spät gebremst hatte. ­Gerüchten zufolge ist einmal eine Katze überfahren worden. Damit nichts Schlimmeres passiert, hat der Elternrat zusammen mit der Polizei nun die Initiative ergriffen und die Bodenmarkierungen angebracht, welche die Kinder zu Achtsamkeit gemahnen und sie an der Gefahrenzone vorbei über das Kirchengelände führen. Zudem führt der Weg zum Mittagstisch im Betreuungshaus Beugi neu über den Platz vor der Migros. So werde der Gang dorthin sicherer, da die Kinder nur noch die Alte Landstrasse überqueren müssen, wie Gemeindeschreiber ad interim Peter Imhof auf Anfrage mitteilt.

Privatschule bietet Hand für Zusammenarbeit

Auch an der Privatschule Tandem IMS ist man sich des Problems bewusst. Mit den Vorwürfen konfrontiert, zeigt sich Tandem-Mitbegründer Philip Mächler erstaunt darüber, dass nicht auch seine Schule in das Projekt mit den Bodenmarkierungen miteinbezogen wurde. Denn natürlich sind die Tandem-Kinder ebenso von der gefährlichen Verkehrssituation betroffen wie jene der öffentlichen Schule. Schon seit Jahren unternehme man viel, um die Eltern zu sensibilisieren, damit sie ihre Autos nicht vor der Schule, sondern im nahen Migros-Parkhaus abstellen, sagt Philip Mächler. Man habe auch schon einen Polizisten eingeladen, der am Elternabend referiert habe, und im Eltern-Newsletter werde das Thema immer wieder angesprochen.Ohne etwas beschönigen zu wollen, sieht Philip Mächler das Hauptproblem aber vor allem bei den Handwerkern und den zivilen Fahrern, die tagsüber in hohem Tempo unmittelbar an seiner Schule vorbeifahren. Er betont, dass auch seine Schule an einer sicheren Lösung sehr interessiert ist, und bietet Hand für eine Zusammenarbeit mit dem Elternrat und der Gemeinde. (chi)

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