Zumikon

«Die Schweizermacher» mit Zumiker Einschlag

Das Dorftheater bringt den erfolgreichsten Schweizer Film auf die Bühne. Für die Produktion werden aber noch dringend Helfer gesucht.

 

Mit Moira Montanari sprach Birgit Müller-Schlieper

Sieben Leute sitzen im Kreis des Mehrzweckraums im Freizeitzentrum. Das Neonlicht strahlt grell. Theater sieht eigentlich anders aus. Gemütlicher. Wärmer. Aber heute Abend ist ja auch die allererste Probe für das neue Stück des Dorftheaters, das am 22. März 2019 erstmals gezeigt wird. Jetzt heisst es erst mal sich kennenlernen, sich beschnuppern, das Ziel ins Auge fassen. Und das Ziel heisst: Die Schweizermacher. Im Interview erzählt Moira Montanari – Schauspielerin und Vize-Präsidentin des Dorftheaters Zumikon –, worauf sich die Zuschauer freuen dürfen und was es für eine gelungene Aufführung noch braucht.

«Die Schweizermacher» war der bislang erfolgreichste nationale Film. Liegt da die Latte nicht sehr hoch?

Ja. Schon. Aber ich glaube nicht zu hoch. Wir wechseln immer zwischen einer kleineren und einer grösseren Produktion ab. Jetzt haben wir uns wieder eine grössere Produktion vorgenommen. Das Besondere an unserer Version ist, dass wir Lokalkolorit mit hineinbringen. Zumikon kommt mit ganz typischen Merkmalen auch vor. Da können sich die Zuschauer bereits heute darauf freuen.

Mehr noch: Die Geschichte wird ja sogar als Musiktheater auf die Bühne gebracht. Das ist doch noch anspruchsvoller.

Wir haben mit Paul Steinmann den Regisseur gewinnen können, der 2010 das Buch für das Musical «Die Schweizermacher» geschrieben hat, welches in der Maaghalle inszeniert wurde. Einen Besseren für unser Projekt gibt es wohl nicht. Ausserdem verzichten wir auf den Tanz und konzentrieren uns auf Musik und Theater.

Wie wird entschieden, welches Stück gespielt wird?

Ganz demokratisch im Vorstand. Die Auswahl des Stücks ist für eine erfolgreiche Produktion von zentraler Bedeutung. Wir suchen und besprechen daher mehrere Vorschläge, wägen zwischen mach­barem Aufwand, möglicher Besetzung und Unterhaltungswert ab und entscheiden uns dann in einer Abstimmung.

In dem Film bewirbt sich unter anderem ein deutsches Paar um die Einbürgerung. Wie kann man als Schweizer einen Deutschen spielen? Was braucht es dafür?

Glück. Und das haben wir. Bei uns wird die Rolle von einem deutschen Darsteller übernommen.

Der Einbürgerungsbeamte ist extrem engstirnig. Fühlen sich Schweizer mit so einer Darstellung nicht auf den Schlips getreten?

Nein, das Stück lebt gerade von übertriebenen Charakterdarstellungen und Stereotypen. Ausserdem ist es schon witzig, wenn man sieht, dass die Einbürgerungswilligen noch viel schweizerischer sind als wir Schweizer.

Das Dorftheater Zumikon hat viel Erfahrung mit Musiktheater, oder?

Schon. Aber bislang ging es teilweise auch in Richtung ernstes Theater, z.B. mit «Frank der Fünfte». Nun möchten wir wieder mehr Unterhaltung mit Tiefgang liefern.

Sie selber haben schon bei zahlreichen Produktionen mitgemacht. Gibt es ein Lieblingsstück?

Nein. Aber es gibt einzelne Szenen und Lacher aus unterschiedlichen Stücken, an die ich mich immer wieder sehr gerne zurückerinnere.

Was ist schöner: Das Gefühl nach der Premiere oder nach der letzten Vorstellung?

Alle Momente sind intensiv. Nach der Premiere ist das wie ein Höhenflug, wenn die ganze Anspannung weicht. Nach der letzten Vorstellung bin ich eher traurig. Bei den Vorstellungen dazwischen muss man sich konzentrieren, um die Spannung zu halten. Um hellwach zu sein, die Rolle nicht abzuspulen. Nach der Vorstellungsreihe fällt man fast wie in ein Loch, sitzt abends zu Hause und weiss nicht so recht, was anfangen. Im Laufe der Zeit wächst ein Ensemble zusammen, wird zur Familie.

Aber bei dieser Familie fehlen jetzt noch einige Mitglieder?

Stimmt. Die Rollen sind alle besetzt. Aber wir brauchen dringend hinter der Bühne noch Helfer. So suchen wir jemanden, der die Leitung in der Maske übernimmt, das heisst auch die Organisation. 22 Darsteller gilt es zu schminken und zu frisieren. Das muss koordiniert werden. Ebenso suchen wir noch freiwillige Helfer für Kostüme, Requisiten und Technik. Das Bühnenbild geben wir zwar in Auftrag, aber weil wir ein Verein sind, müssen wir so viel wie möglich selber machen,um den finanziellen Rahmen nicht zu sprengen. Also braucht es zupackende Hände. Ebenso suchen wir noch Leute, die sich in der Theaterbeiz engagieren möchten, und Sponsoren, die uns finanziell unter die Arme greifen.

Premiere: 22. März 2019. Weitere Aufführungen am 23., 24., 27., 29., 30. und 31. März 2019 (Zusatzvorstellung), 4. April 2019 und die Dernière am 5. April 2019.

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