Zumikon

Die Antwort steht in den Sternen

Barbara Demuth erstellt persönliche Horoskope ohne Glaskugel und Kräutertee. Dabei sieht sie nicht in die Zukunft, sondern auf die Stunde der Geburt.

«Das steht in den Sternen geschrieben»: Eine, die diese Redewendung sofort unterschreiben würde, ist Barbara Demuth. Doch die 45-­Jährige geht noch weiter. Für sie steht auch die Gegenwart in den Sternen. Kurz nach dem Jahrtausendwechsel war da plötzlich die Begeisterung für Astrologie. Viele Fragen, die sich um sie selbst drehten, brachten sie zu einer Astrologin und die Zumikerin war beeindruckt. Die Frau kannte von ihr lediglich Geburtsdatum, -­zeit und -­ort. «Und sie wusste davon so viel mehr über mich. Es war einfach unglaublich spannend, was die Frau mir erzählt hat», erinnert sie sich. Doch sie blieb kritisch. Löcherte die Astrologin immer weiter. Warum denn jemand, der vielleicht genau die gleichen Geburtsangaben habe, ein ganz anderer Mensch sei? Die Astrologin machte einen Vorschlag: «Lern die Profession selber. Lass dich ausbilden, dann findest du Antworten.» Barbara Demuth begann kurze Zeit später mit dem ersten Astrologiekurs und bildet sich heute noch regelmässig weiter.

Kritisch und bodenständig

Die Zumikerin hat keine Glaskugel in der Hand, klimpert nicht mit reichlich Goldschmuck und trinkt lieber Espresso statt Kräutertee. Sie ist eine moderne, offene Frau, die einfach zugibt: «Ich habe durch die Astrologie sehr viel über mich gelernt. Habe mehr Verständnis für mich, bin vielleicht sogar etwas gelassener geworden.» Als Skorpion sei sie ein kritischer, hinterfragender Mensch. Doch sie habe auch einige Planeten in der Waage in ihrem Horoskop und diese sorgten immer wieder für den Ausgleich und dank ihrem Aszendenten im Steinbock bleibe sie auch bodenständig. Natürlich habe jeder Mensch alles in sich vereint. Doch die Konstellation der Planeten bei der Geburt würden auch über Stärken, Vorlieben, Neigungen, Talente mitbestimmen. Barbara Demuth hat jetzt ihre Stärke gezeigt und steht zur Astrologie, die manche für esoterischen Quatsch halten. «Ich habe das nie als Hobby oder Leidenschaft angegeben», erklärt sie. Einmal habe sie für eine Bewerbung einen Weiterbildungskurs für Astrologie mit in den Lebenslauf aufgenommen. Sie wollte einfach keine zeitliche Lücke haben. Sofort meldete sich eine Mitarbeiterin des Unternehmens und wollte wissen, ob sie denn erst jeden Morgen die Sterne befragen müsse, ehe sie zur Arbeit komme. Und so hat Barbara Demuth ihre Leidenschaft wieder verschwiegen. Bis vor kurzem. Seitdem verteilt sie ihre Visitenkarten von «starbabs», redet gerne über die Welt der Sterne und ihre Bedeutung.

Mit den Horoskopen, die sie für Frauen, Männer, Paare und Kinder anbietet, will sie den Fragenden und Suchenden helfen, sich selbst zu erkennen und so mehr anzunehmen. «Auf Fragen, ob jemand seinen Partner verlassen oder den Job kündigen soll, würde ich niemals eine konkrete Antwort geben», grenzt sie ihre Beratung ein. Sie könne nur über ihre Interpretationen helfen, dass der Fragende selbst weiss, was das Richtige für ihn oder sie ist. «Ich kann auch nicht in die Zukunft sehen, keine Ereignisse prognostizieren. Ich kann sehen, wie die Sterne für das nächste Jahr stehen, und kann somit  Auskunft darüber geben, welche Themen im Vordergrund sein werden, sodass man seine Energien gezielt und produktiv einsetzen kann.»
In den Gesprächen erfahre sie oft eine Erleichterung. Die Menschen haderten vielleicht mit sich, seien mit sich selber unzufrieden, könnten bestimmte Eigenschaften nicht akzeptieren. «Wenn ich ihnen aber all ihre Charaktereigenschaften aufzeige, können sie sich plötzlich annehmen. Verstehen sich selbst besser.»

Der grösste Kritiker

Oft gehe es in den Gesprächen um Vergangenes, auch  um Aufarbeitung. Das hat die Mutter einer 10-­jährigen Tochter auch selber gemacht. «Ich weiss, was in meinem Rucksack ist. Was nicht zu mir gehört, das habe ich während den letzten Jahren aus meinem Rucksack ausgepackt. Was zu mir gehört, auch Unangenehmes, bleibt drin und das ganz bewusst. Und so kann ich auch gut nach vorne schauen.» Wer sich über den astrologischen Aspekt besser kennengelernt habe, erkenne schneller sich wiederholende Verhaltensmuster. Aber mehr noch: Er sei auch freundlicher mit sich selbst. Meist ist man ja selbst sein grösster Kritiker und sieht sich zu skeptisch.

Besonderen Spass macht Barbara Demuth die Arbeit mit Kindern. Kinder seien so unverblümt, so offen. Und auch neugierig. «Den Eltern Einblick zu geben in die Welt der Gefühle ihres Kindes, in die Art, wie es denkt und fühlt, aufzeigen, was ihm Sicherheit gibt und wo es Verständnis braucht für sein Anderssein, das ist eine absolute Herzens­arbeit von mir», unterstreicht die Zumikerin.

Das Erstellen von Horoskopen ist eine sehr zeitintensive Arbeit. Bis zu drei Stunden brauche sie schon, um sich auf eine Beratung gründlich vorzubereiten. Tierkreiszeichen, Planetenstellungen, Häuser, Aszendent und sämtliche Verbindungen werden dafür gedeutet. «Je länger ich mich mit dem jeweiligen Horoskop befasse und die verschiedenen Konstellationen analysiere, desto umfangreicher ist mein Einblick, desto besser kann ich mein Gegenüber dann erfassen und verstehen».

Leben mit dem Lächeln

«Wenn man vielleicht mit einem Arbeitskollegen immer wieder aneinandergerät, sich immer wieder über ihn ärgert, reicht auch das Geburtsdatum ohne Zeit und Ort, um zu ergründen, worum es da eigentlich geht. Bereits die Planetenverbindungen zueinander geben viel Aufschluss über die Energien, die zwischen zwei Personen fliessen. Oft ist der eigentliche Kern der Wut ja ein anderer als die auslösende Situation.»

Dabei plädiert Barbara Demuth bei weitem nicht für eine Welt, in der sich alle lieb haben und alles ganz harmonisch ist. «Da könnten wir uns ja überhaupt nicht weiterentwickeln.» Und so kann sie mittlerweile auch gut damit leben, dass es Menschen gibt, die die Astrologie nicht ernst nehmen, sie vielleicht sogar belächeln. «Kein Problem. Dann lächle ich einfach zurück.» (bms)

www.starbabs.ch

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