Zollikon

Nur noch eine Zollikerin im Kantonsrat

In der nächsten Legislatur sitzt nur noch eine Zollikerin im Kantonsrat: Die SP-Politikerin Esther Meier wurde am Sonntag wiedergewählt. Der FDP-Kandidatin Corinne Hoss-Blatter gelang es nicht, den Sitz von Katharina Kull-Benz zu erben.

Die Grünen und die Grünliberalen sind die Sieger der am Sonntag über die Bühne gegan­genen Zürcher Kantonsrats- und Regierungsratswahlen. Auch im Bezirk Meilen waren sie erfolgreich: Die Grünen holten 4,2 Prozentpunkte mehr, die GLP gewann gar 5,7 Prozentpunkte. Mit einem Wähleranteil von 13,3 Prozent hat sie als viertstärkste Partei einen zweiten Sitz errungen, der an die Stäfner Gemeinderätin Claudia Hollenstein geht. Am höchsten war der Wähleranteil der Grünliberalen im Wahlkreis Meilen in der Gemeinde Zollikon, wo 15,55 Prozent der Wählerinnen und Wähler ihre Stimme der GLP gaben.

Die stärksten Kräfte im Bezirk – wie auch in den beiden Gemeinden Zollikon und Zumikon – bleiben zwar SVP und FDP, beide Parteien haben aber Sitze verloren und der Wähleranteil ist geschrumpft.

Bei der FDP trifft es die Zolliker Schulpräsidentin Corinne Hoss Blatter, die zwar klar Viertbeste auf der Liste der Freisinnigen war und in Zollikon von allen Kandidierenden am meisten Stimmen erhielt. Dennoch hat es nicht gereicht, den vierten Sitz von Alt-Gemeindepräsidentin Katharina Kull-Benz zu erben, weil die FDP neu nur noch über drei Sitze verfügt, welche bei den drei Bisherigen verbleiben. Die Schulpräsidentin zeigt sich nach der Wahl enttäuscht: «Nicht in erster Linie wegen mir persönlich, sondern vor allem wegen unserem Sitzverlust.» Sie bedaure, dass nun in der nächsten Legislatur keine bürgerliche Kraft aus Zollikon mehr im Kantonsrat vertreten sei. Die Erfahrung des Wahlkampfes möchte sie aber keinesfalls missen.

«Politik ist Teamarbeit»

Gross hingegen ist die Freude bei der wiedergewählten SP-Politikerin Esther Meier, die seit vier Jahren im Kantonsrat sitzt und vom zweiten Listenplatz aus gestartet ihren erstplatzierten Parteikollegen um 187 Stimmen übertrumpft hat. «In erster Linie bin ich einfach glücklich», sagt sie nach ihrer Wahl. «Und die politische Landschaft des Kantons Zürich hat sich an diesem Sonntag verändert.» Die neuen Mehrheitsverhältnisse im Parlament würden bewirken, dass wieder mehr diskutiert werde und die Debatten dynamischer werden würden. «Ich freue mich, da mitwirken zu dürfen.» Obwohl die SP auf Kantonsebene einen Sitz verloren hat, findet Esther Meier, dass ihre Partei vergleichsweise gut weggekommen sei. «Die SP hat sich schon immer stark für Umweltfragen eingesetzt, und zwar lange, bevor es die Grünen und die Grünliberalen gegeben hat», hält sie fest. Nichtsdestotrotz freue sie sich über deren Erfolg, denn nun gelte es zusammenzuarbeiten: «Politik ist Teamarbeit.» (mmw)

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