Zumikon

Widerstand eilt

Die Gemeinde Zumikon und das Fluglärmforum Süd bieten Musterformulare, um gegen die Südstarts am Flughafen Zürich Einspruch zu erheben.

Der Widerstand gegen den Flugverkehr wird lauter und energischer. Zusammen mit der ­Gemeinde Zumikon wehrt sich der Verein Flugschneise Süd Nein (VFSN) gegen das SIL-Konzept und nun auch gegen das Betriebsreglement des Flughafens Zürich. Letzteres würde die Südstarts möglich machen. Schon das Konzept des Sachplans Infrastruktur Luftfahrt war mit zahlreichen Einsprachen bedacht worden. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) hatte zunächst angegeben, lediglich 200 Einsprachen erhalten zu haben. ­Dabei hatte allein Edi Rosenstein, Präsident des VFSN, mehr als 2000 Unterschriftskarten mit über 5000 Einsprachen ans BAZL geschickt. Das BAZL musste zurückrudern und räumte ein, dass zum Zeitpunkt der Pressemitteilung noch nicht alle Umschläge geöffnet gewesen seien. Mittlerweile steht fest, dass es allein durch den VFSN mehr als 5000 Einsprachen gegeben hat. Sie forderten unter anderem die ­Erarbeitung von seriösen Prognosen und betonten, dass die grösste Herausforderung nicht die Kapazitätsengpässe seien, sondern vielmehr der Ausgleich der Interessen von Wirtschaft, Natur und Bürgern. Gefordert wurden auch Betriebszeiten von 7 bis 22 Uhr – und das ohne Ausnahme. Ebenso sollten Starts und Landungen nicht über dicht besiedeltem Gebiet erfolgen.

Knappe Frist

Nun wehren sich die Bürger unter anderem aus Zumikon und Zollikon auch gegen das Betriebskonzept 2017, das Südstarts erlauben will. «Und das eilt. Bis zum 2. Oktober müssen die Einsprachen ­vorliegen», erklärt Matthias Dutli, ­Vizepräsident des VFSN. Vorlagen einer Einsprache mit einer Franko-Antwortkarte hat der Verein auf seiner Homepage hochgeladen. Unterstützung bekommen die Gemeinden auch vom Fluglärmforum Süd. «Wieder ein Verfahren mit einer Frist von nur knapp vier Wochen zu starten, während andere notwendigen Anpassungen über Jahre liegen bleiben, erachten wir als unzulässig», kritisiert Roland Humm, Vizepräsident des Fluglärmforums Süd. Das Forum ist eine Plattform der Gemeinden und Städte im Süden des Flughafens. Es vertritt rund 300’000 Menschen. In zehn Punkten gleich widerspricht das Forum dem neuen Reglement.

Roland Humm, der auch Präsident des Verbands der Gemeindepräsidenten des Bezirks Uster und Präsident der Gemeinde Maur ist, sagt: «Wir lehnen Südstarts vehement ab. Es geht dabei lediglich um eine Kapazitätserhöhung, die überhaupt nicht nötig ist.» Die Zahl der Flüge stagniere seit Jahren. Von dem prognostizierten Wachstum könne gar keine Rede sein. Bis jetzt habe das BAZL zudem gar kein rechtskonformes Reglement vorlegen können. Eine Übergangslösung, die auch eine Gefährdung für ein sehr dicht besiedeltes Gebiet darstelle, könne nicht greifen.

Ruhezeiten in Gefahr

In Bezug auf die Lärmbelastung im Süden sei davon auszugehen, dass in Zeiten ohne Südanflüge und Südabflüge in Zürich geradeaus Starts und Landungen auf dem Flugplatz Dübendorf erfolgen würden. Die lärmgeplagte Bevölkerung hätte keine Ruhezeiten mehr, argumentiert das Forum, in dem mit Jürg Eberhard und Sascha Ullmann auch die Gemeinden Zumikon und Zollikon vertreten sind. Das Forum freut sich dabei über das Engagement der Gemeinde Zumikon, die auf ihrer Webseite ein Musterformular aufgeschaltet und darauf ­eigens mit einer Anzeige verwiesen hat.

In Zollikon hat Gemeindepräsident Sascha Ullmann die Parteipräsidenten und den Quartierverein persönlich über die geplante Einführung der Südstarts geradeaus informiert und sie auf die Möglichkeit einer Einsprache hingewiesen. Die Gemeinde Zollikon macht selber auch eine Einsprache, auf ihrer Website stellt sie jedoch kein Musterformular zur Verfügung. Eine Einsprache können auch Mieter oder Immobilienbesitzer erheben, die keinen Schweizer Pass besitzen – was gerade an der Goldküste mit einem hohen Ausländeranteil nicht unwichtig ist. (bms)

Weitere Infos zu den Einsprachemöglichkeiten: www.zumikon.ch/Neuigkeiten sowie www.fluglaermforum.ch und www.vfsn.ch

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