Zollikon

Mit Erfahrung und einer gesunden Portion Selbstkritik zur guten Evaluation

Alle drei Zolliker Schulen wurden dieses Jahr evaluiert.

Den dritten und letzten Teil der Serie bildet der Bericht über das Schulhaus Rüterwis: Wie die Schulhäuser Oescher und Buechholz wurde auch dieses Schulhaus von einer Fachstelle der Bildungsdirektion im Frühling 2018 evaluiert. Für den Schulleiter war es bereits die dritte Evaluation in diesem Schulhaus – und dieses konnte sich in dieser Zeit kontinuierlich steigern. Die Schule bleibt aber auch weiterhin selbstkritisch.

«De Charre lauft» in der Schule Rüterwis, wie die Evaluation der Bildungsdirektion zeigt: Die Schüler fühlen sich wohl und sicher an der Schule, der Unterricht ist klar strukturiert und der Umgang zwischen Lehrern und Schülern wird als respektvoll wahrgenommen.

Der Schulleiter im Rüterwis, Beat Albonico, ist seit 15 Jahren in dieser Funktion tätig. Es ist bereits die ­dritte Evaluation, die unter seiner Leitung durchgeführt wird. Er sieht diese nicht als «notwendiges Übel», sondern als gute Standortbestimmung für das ganze Schulhausteam.

Viel Positives …

Positiv überrascht wurde Beat ­Albonico von der Einschätzung im Bereich «Bewerten und Beurteilen». In diesem Bereich habe die Schule seit der letzten Bewertung keine grossen Änderungen im Konzept vorgenommen. «Wir hatten aber Grundlagenarbeiten vor der Beurteilung vor fünf Jahren vorgenommen.» Dieses Beispiel zeige deutlich, dass Veränderungen in der Schulkultur Zeit benötigten, bis sie ihre volle Wirkung entfalten würden.

Die Zeitspanne von 15 Jahren, die der Schulleiter jetzt an diesem Schulhaus tätig ist, erlaubt es auch, Projekte anzugehen, die nicht direkt mit dem Unterricht zu tun haben. So hat die Schule laut Evaluation gute Ergebnisse bei der Integration von Schülern aus verschiedenen Kulturen erzielt. Oder aber es findet regelmässig ein «Klassentausch» statt, wo die Lehrer andere Klassen unterrichten. Ebenfalls soll mit der Primarschule Oescher das schulergänzende Betreuungsangebot überprüft und aktualisiert werden. Allerdings stehe man da noch ganz am Anfang und könne daher noch keine genaueren Details nennen, so Beat Albonico.

… und zwei negative Punkte

Zwei Punkte mit Verbesserungspotential gibt es dennoch im Schulhaus Rüterwis. Die Schulleitung war überrascht von der Rückmeldung, dass das Auslachen immer noch eine belastende Realität für einige Schüler ist. Gegenseitige Wertschätzung sei ein ständiges Thema im Unterricht, so der Schulleiter. «Das Thema beziehungsweise dessen Auswirkung soll aber über die Klassenregeln und den Klassenrat wieder vermehrt ins Zentrum gerückt werden.»

Obwohl die Schulführung und somit Beat Albonico von seinem Team mehrheitlich gut bewertet wurde, gab es zwei Anmerkungen im Evaluationsbericht: Von den Lehrpersonen oder Mitarbeitenden wurde bemängelt, dass Vereinbarungen nicht konsequent eingefordert und Konflikte innerhalb der Lehrerschaft ungenügend thematisiert würden. Beat Albonico sagt, dass die Personalführung und die interne Kommunikation generell nicht nach aussen getragen werde, lässt dann aber doch durchblicken, dass dieser Punkt bereits intern besprochen und mit einer Weiterbildung angegangen wurde.

Die Schule ist aber generell gut aufgestellt, wie die Resultate der Evaluation zeigen. Die Führung erfolgt engagiert und routiniert, Beurteilungen sind sehr gut organisiert und die pädagogische Arbeit wird langfristig gesteuert, wie es im Evaluationsbericht weiter heisst. Dies erlaubt es Beat Albonico, längerfristig zu denken. So sieht er den ständig wachsenden Leistungsdruck der Gesellschaft auf die Schüler als eine Herausforderung, die die Schulen in Zusammenarbeit mit Eltern und der Öffentlichkeit lösen sollten. Hierzu möchte er seinen Beitrag leisten, indem er den Eltern die Anforderungen an Schüler an herausfordernden Instituten wie dem Langzeitgymnasium aufzeigt, und so mithilft, dass deren Leistungsvermögen realistisch eingeschätzt wird.
Auch Schulpflege vor ­Herausforderungen.

Mit den Resultaten der drei Schulen Rüterwis, Oescher und Buechholz ist die Schulpflege und deren Präsidentin Corinne Hoss-Blatter «sehr zufrieden». Es stehen aber grössere Herausforderungen an: Das sonderpädagogische Konzept wurde von der Schulpflege in die Legislaturziele aufgenommen (siehe Zolliker Zumiker Bote vom 30. November 2018). Weiter folgt im kommenden Jahr die Einführung des Lehrplans 21 sowie des ICT-Konzeptes.

Auch längerfristig geht der Schulpflege die Arbeit nicht aus: Zunehmende Schüler- und Mitarbeiterzahlen bei begrenztem Schulraum seien eine Herausforderung, die «schwierig zu bewältigen ist», so Corinne Hoss-Blatter. Platz für neuen Schulraum fehle und das begrenzte Budget in Zollikon verhindere den ­eigentlich dringend nötigen Ausbau in der Verwaltung, um die Schul­leitungen von Verwaltungsaufgaben zu entlasten, damit sie alle geforderten Schulentwicklungsaufgaben leisten können. Dies sieht die Schulpräsidentin jedoch gelassen : «In der Schulpflege werden wir in den nächsten Jahren damit beschäftigt sein, für alle Beteiligten gute Lösungen zu erarbeiten.» (axs)

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