Zollikon

Schule Buechholz mit generell guten Noten, aber …

Alle drei Zolliker Schulen wurden dieses Jahr evaluiert.

Die Volksschulen im Kanton Zürich werden regelmässig evaluiert. Im Frühjahr waren die Zolliker Schulen an der Reihe. In einer dreiteiligen Serie publiziert der Zolliker Zumiker Bote die Resultate. Heute: die Sekundarschule Buechholz.

Seit 2006 führt der Kanton regelmässig Bewertungen der Volksschulen durch (siehe Box). Im April und Mai wurden die Zolliker Schulen bewertet. Nun liegen die Resultate vor. Die Verantwortlichen der Gemeinde sind zufrieden, sehen aber vereinzelt noch Verbesserungspotential. So wurde laut der Schulpflegepräsidentin  Corinne Hoss-Blatter darauf hingewiesen, dass das sonderpädagogische Konzept nicht mehr dem neusten Stand entspreche. Aus diesem Grund sei dieses Thema in die Legislaturziele aufgenommen worden (siehe Zolliker Zumiker Bote vom 30. November).

«Die positiven und negativen Punkte decken sich mit den Beobachtungen im Alltag», sagt Stefano Caflisch, Schulleiter im Buechholz. Ein Denkanstoss sei jedoch die unterschiedliche Methodenvielfalt in den Unterrichtsfächern. Damit ist die Anwendung von verschiedenen Unterrichtsformen wie Einzel- und Gruppenarbeiten, direkte Instruktionen durch die Lehrperson, Partnerarbeit oder Stationenunterricht gemeint. «Wir werden uns weiterhin in den Fachteams austauschen und zusätzlich die Möglichkeit nutzen, durch gegenseitige Hospitation neue Unterrichtsformen kennenzulernen», führt der Schulleiter aus. 

Mehrere Herausforderungen für die Zukunft

Eine weitere Überraschung war für den Schulleiter der in der Evaluation erwähnte teilweise nicht zufriedenstellende Umgang zwischen Schülern und Lehrpersonen. «Wir waren überrascht, da wir unsere Schule als besonders beziehungsstarke Schule empfinden.» Dieses Thema werde im Team besprochen werden, um die Gründe in Erfahrung zu bringen.

Ein weiteres Gebiet mit Nachholbedarf sieht der Schulleiter im Wachstum der Schule: Die Zunahme von Lehr- und Fachpersonen innerhalb und ausserhalb der Klassen würden die Leitung herausfordern, womit das Bedürfnis besteht, dass «die Führung gezielt wahrgenommen wird», wie Stefano Caflisch erkannt hat. Bestehende Abläufe und Verantwortlichkeiten würden angeschaut und bei Bedarf angepasst. Ein erster Schritt ist mit der Anstellung von Norman Rogger erfolgt, der sich nun zusammen mit Stefano Caflisch die Schulleiteraufgaben teilt. Somit stünden der Schulleitung mehr Ressourcen für Beratungen, Projektbegleitungen und bei Herausforderungen zur Verfügung.

Die Evaluation förderte auch zutage, dass Schüler besser individuell gefördert werden sollten. Diese individuelle Förderung, die auch «Binnendifferenzierung» genannt wird, ist jedoch Bestandteil des Lehrplans 21, der im kommenden Jahr eingeführt wird. In Zusammenhang damit würden die Lehrkräfte in internen und externen Weiterbildungen auf diese Problematik aufmerksam gemacht und soweit geschult, dass der Unterricht entsprechend weiterentwickelt werden kann. Ein wichtiger Punkt sei dabei die Abgabe eines IT-Gerätes an die Schüler, was der Schule neue Möglichkeiten in der individuellen Förderung biete, so Stefano Caflisch weiter.

Gut im kantonalen Vergleich

Zu guter Letzt soll in Zukunft auch die Elternmitwirkung weiter gestärkt werden. Hierfür wurde laut Stefano Caflisch bereits eine Projektgruppe gegründet. Anfragen zur Mitwirkung der Eltern seien geplant. Corinne Hoss-Blatter fügt hier aber hinzu, dass das Interesse der Eltern zur Mitwirkung sehr individuell sei: Während einige Eltern bereits im Primarschulalter ihrer Kinder an deren Schule mitwirkten, später aber fänden, andere sollten sich nun einbringen, hätten andere Eltern keine Zeit oder kein Interesse, sich mehr zu engagieren.

Die Schule Buechholz erhält generell gute Noten. Die Schüler fühlen sich gemäss der Befragung wohl an der Schule, der Umgang sei wohlwollend und freundlich. Weiter sagt der Evaluationsbericht, dass die personellen Ressourcen genutzt werden, dass es regelmässige Rückmeldungen an die Schüler gibt und dass die Struktur und Organisation der Schule gut sind. «Die Schule ist in ständigem Wandel und wir dürfen stolz sein, dass unsere Sekundarschule Zollikon-Zumikon einen guten Ruf geniesst und die ständigen Veränderungen mit Bravour meistert», freut sich Corinne Hoss-Blatter.

Die Schule steht auch im Vergleich zum kantonalen Durchschnitt gut da. «Wir schliessen daraus, dass wir unsere Aufgaben in den letzten Jahren gut gemacht haben», sagt Stefano Caflisch. Besonders erfreulich ist für ihn die Erkenntnis, dass sich neben den Schülern auch die Lehrpersonen im Team wohlfühlen. «Im Alltag hören wir nicht durchgehend nur das Gute. Die durchwegs grosse Zufriedenheit bei den Eltern und Schülern hat uns sehr gefreut.» (axs)

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