Zumikon

Surfen auf dem Trampolin

Trampolinspringen ist eine Sportart für alle Muskeln und alle, die nicht so schnell seekrank werden.

Was haben wir für sportliche Kinder. Wahnsinn. Da dachte ich immer, diese grossen und kleinen Trampoline in den Gärten allerorten seien Spielgeräte. Weit gefehlt. Das sind knallharte Sportgeräte. Das weiss ich nach fünf Minuten auf einem Trampolin. Bettina Kunz von Physioline, die mir eine Privatlektion erteilt, strahlt mich an. «Das macht Spass, oder?» Ich nicke nur. Fürs Sprechen fehlt mir echt der Atem. Als sie das erste Mal auf dem Trampolin Sport getrieben habe, sei sie aus dem Lachen gar nicht mehr rausgekommen, ergänzt sie. Es würde einfach zu komisch aussehen. «Schade, dass hier keine Spiegel sind», findet sie. Soll mir nur recht sein.

Bettina Kunz bietet zwei unterschiedliche Kurse an. Den Action-Kurs «Tampolin Jam» mit Teilnehmern von 14 bis 60 Jahren und den Trampolin+Kurs für ältere Teilnehmer. Das hätte mir eigentlich gereicht für einen ersten Eindruck. Neben mir schwitzt Patrick. Er hat das Pech, ausgerechnet jetzt ein Praktikum bei Physioline zu absolvieren und «darf» mitmachen.

Der Boden gibt nach

Bettina Kunz schwärmt weiter. Man könne das Trampolin für soooo viele Übungen benutzen. Für Liegestützen. Für den Trizeps-Aufbau, für Bauchmuskeln eh. Wir fangen mit lockeren Übungen an, die aus dem Aerobic bekannt sind. Aber: Dabei schwankt der Boden nicht so. Hier schon. Nach 20 Minuten fühle ich mich fast seekrank. Es sieht so leicht aus. Immerhin gibt der Boden beim Hüpfen, Rennen, Gehen nach. Das ist ja erst mal schön. Nur: Aus dem «Tief» muss man wieder nach oben. Und das geht nur über Muskelkraft. Aber mit der Musik, die Bettina Kunz für alle Choreographien speziell auswählt, geht es natürlich leichter. Jetzt soll ich einfach nur laufen. Popo runter, Knie hoch. Andersrum wäre mir lieber. Aber ich füge mich. Dabei darf ich mich auch nicht mehr an der Stange des Hüpfgeräts festhalten. Und schon hat sich meine Instruktorin wieder etwas Neues ausgedacht: Wie ein Frosch muss ich vom Boden auf das Trampolin springen. Das geht richtig in die Beine. Patrick neben mir schafft es sogar, dabei auf einem Bein zu landen. Der ist ja auch noch jung. Das Gute beim Trampolin: Jeder kann wirklich auf seinem Level trainieren. Schneller laufen und hüpfen – oder eben langsamer. Die Knie ganz hoch – oder so ein bisschen. Ganz individuell – aber in der Gruppe. Mehr als zehn Teilnehmer nimmt die Trainerin nicht pro Stunde. Immer wieder geht sie rum, korrigiert die Körperhaltung. «Die Knie weiter nach aussen», fordert sie mich auf. Plötzlich spüre ich meine Bein-Innenseiten. Aha. Deswegen.

Die Oberschenkel brennen

Bettina Kunz legt neue Musik auf: Surfin USA. Und es wird wirklich gesurft. Wir stehen seitlich auf dem Trampolin, federn die imaginären Wellen ab, springen auf die andere Seite, fahren einen neuen Kurs. Mit den Armen balancieren wir. Das ist wirklich Fun pur. Fast kommt Ferienfeeling auf. Natürlich brennt das in den Oberschenkeln. So what. Jetzt springen wir noch das Schweizer Kreuz. Vor, zur Seite, nach hinten, zur anderen Seite, vor. Puh. Aber besser als der bundesdeutsche Adler.

Eigentlich wollte ich ja nach der kleinen Schnupperstunde direkt wieder in die Redaktion. Ich mache mit Rücksicht auf meine Kollegen aber doch einen Zwischenstopp unter der Dusche. (bms)

In Trampolin-Kursen werden Ausdauer, Muskelkraft und Koordination gefördert. Ein Mindestalter gibt es nicht. Wer gesundheitliche Probleme hat, sollte diese Sportart zuvor mit einem Arzt besprechen. Weitere Infos zu den Trampolin-Kursen bei Physioline unter www.physioline.ch

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