16/2016 «Gewinnen ist schön – aber auch faul sein, gefällt mir!»

Von adminZoZuBo ‒ 22. April 2016

«Gewinnen ist schön – aber auch faul sein, gefällt mir!»

Fussball ist ein wichtiger Teil ihres Lebens. Sie mag Sport für Buben lieber als Ballett, zieht das Musizieren auf der Gitarre dem Geigenspiel vor und im Schulunterricht die Naturwissenschaft den Sprachen. Zollikon, sagt sie, ist cool.

Alexia ist elf Jahre alt. Seit sie vier war, spielt sie Fussball. Das gefällt ihr, hat ihr schon immer gefallen, vor allem weil Emilie, ihre zurzeit gerade doppelt so alte Halbschwester, früher stets einen Fussball bei sich hatte. Emilie war und ist noch immer ihr Vorbild, auch wenn sie mittlerweile nun in Vancouver studiert und nur noch in der Freizeit kickt. «Nicht viele Frauen können Fussballprofis werden», sagt Alexia, «wenn ich es könnte, würde ich das schon wollen, doch Wissenschaften interessieren mich auch. Chemie vor allem!» Auf die Chemie kam sie, weil ihr die Experimente mit dem geschenkten Chemiebaukasten so gut gefallen hatten. Und in der Schule dann, das Experiment mit den Mentos, die das Cola in einer Fontäne aus der Flasche schiessen lassen. Chemische Reaktionen interessieren sie seither beinahe so sehr wie Fussballstar Cristiano Ronaldo. Vorläufig verfolgt sie deshalb verschiedene Laufbahnen: strengt sich an, um aus der Vorklasse des Freien Gymnasiums Zürich (FGZ) den Übertritt ins Langzeitgymnasium zu schaffen, spielt dreimal wöchentlich Fussball – zweimal beim Sportclub Zollikon, einmal beim FCZ – und nebenher auch Tennis und Gitarre. Gerade hat sie gemeinsam mit andern im Gemeindesaal ein Vivaldi-Stück auf ihrem Instrument begleitet. Sie ist ein Teamplayer auch in der Musik. Es gibt ihr das gute Gefühl, Zuhause zu sein. Vor vier Jahren ist sie mit ihrer Familie von Wien nach Zollikon gezogen. Da sie von Geburt weg Zuhause mit der Mutter griechisch und mit dem Vater englisch gesprochen hatte, besuchte sie hier von Beginn weg eine zweisprachige Privatschule. So wurde sie nicht über die Schule, sondern über den Fussball in Zollikon heimisch. Auf dem Riet traf sie die Kinder, mit denen sie sich bald schon auch in der Seebadi, im Fohrbach, oder auf der Skater-Anlage gerne trifft. «Ich mag Zollikon», sagt sie, «besonders cool finde ich, dass man den Leuten hier wirklich vertrauen kann!» Gerade erst hat sie dies wieder erfahren, als sie sich auf der Skater-Anlage das Schienbein gebrochen hat. Die Leute waren nicht nur äusserst hilfsbereit, was die Erste Hilfe anbetraf. Auch ihre liegengelassene und bereits verlorengeglaubte Tasche konnte sie tags darauf mit vollständigem Inhalt auf dem Fundbüro abholen. «Ja, ich wohne gerne in Zollikon, denn hier fühle ich mich sicher», sagt sie. Im Fussballclub aber erlebt sie neben den Freundschaften und dem Teamgeist auch ein weiteres Gefühl, das sie sehr mag: die Euphorie des Sieges. «Ich liebe es sehr, zu gewinnen», sagt sie, «im Sport genauso wie in der Schule. Egal ob es um einen gelungenen Assist, ein selbst erzieltes Tor oder eine besonders gute Schulnote geht. Es fühlt sich einfach gut an!» Kein Wunder schwärmt sie für Cristiano Ronaldo. «Ich schaue mir jeden Match von ihm an!» Mit den E-Junioren hat sie letztes Jahr manch schönen Sieg gefeiert. Und sogar im ersten Spiel der Saison als D-Juniorin ist ihr bereits ein schöner Assist gelungen – ihre Mannschaft gewann das Spiel mit 6:1

Freie und spontane Tage

Besonders schön sind die Siege, wenn sie die Freude darüber mit ihrer Familie teilen kann, ihren Eltern, ihrem älteren Bruder Philip, der ebenfalls im Sportclub Zollikon kickt und ihrem kleineren Bruder Leon, der seinem eigenen Start im Sportclub bereits entgegen fiebert. Zum Glück ist das oft der Fall, Fussball ist bei Denglers ein Familienevent geworden. «Mein Vater hat im Sportclub Zollikon auch schon als Trainer ausgeholfen als Not am Mann war. Das hat mir gut gefallen!», erzählt Alexia. Nun fällt wegen des Beinbruchs der Fussball für eine Zeit aus, das ist dumm. Doch sie wird das Training so schnell wie möglich wieder aufnehmen! Obwohl Sport einen grossen Teil ihres elfjährigen Lebens ausmacht, hält sie nichts davon ab, sich bereits für die Welt der Erwachsenen zu interessieren. Auf ihrem Handy hält sie sich über das News-App von CNN auf dem Laufenden, hört auf Spotify die neusten Musikhits und guckt auch mal – aus familiärem Interesse – in eine Tageszeitung.

Ein wenig politisiert wurde sie durch ihren Vater, der einer der Mitbegründer der liberalen Partei «Das neue Österreich und liberales Forum», NEOS, war. Natürlich war sie im Oktober dabei, als die NEOS mit neun Mandaten als kleinste Partei in den 25. österreichischen Nationalrat einzog. Siege feiern die Denglers nicht nur auf dem Fussballplatz gerne als Familie. Es gibt ja auch fast nicht Schöneres. Oder doch: Ferientage, an denen nichts vorgeplant ist. Tage, an denen man spontan entscheiden kann, was man gerade tun möchte und dabei vielleicht auch zum Schluss käme mal gar nichts zu tun. Solche Tage, sagt Alexia, dürfte es gerne ein paar mehr geben. (db)

 

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