17/2016 Schulbibliothek wird zum Renner

Von adminZoZuBo ‒ 29. April 2016

Schulbibliothek wird zum Renner

Von wegen die Kinder und Jugendlichen lesen kaum noch und wollen immer nur am iPad spielen. Zumindest in Zumikon scheint das nicht zu stimmen. Das belegen die aktuellen Zahlen, die in der Schulbibliothek Juch einen Anstieg der Nutzerzahlen um 28 Prozent zeigen, bei den Jugendlichen hat sich die Ausleihzahl sogar um 48 Prozent gesteigert.

Zum Teil lassen sich diese Resultate durch die Zusammenarbeit des Chindsgis und der Schule mit der Gemeindebibliothek erklären. Schon im zweiten Kindergartenjahr besuchen die Mädchen und Jungen gemeinsam mit der Erzieherin die Räume am Dorfplatz. Genau wird den jungen Besuchern erklärt, was sie wo finden und wie man sich ein Buch oder Spiel reservieren lassen kann. Ab der ersten Klasse können die Schüler und Schülerinnen dann sogar in ihre eigene Schulbibliothek gehen. Jeden Montag und jeden Donnerstag stehen die Räume über der Turnhalle zwischen 10 und 14 Uhr offen. Und auch hier warten die Bibliothekarinnen nicht darauf, dass die jungen Leser von alleine den Weg finden. Jeder Lehrer, jede Lehrerin besucht mit der ganzen Klasse regelmässig die Schulbibliothek. «Aber natürlich gibt es Gesichter, die wir häufiger sehen und manche kommen nur selten», führt Yvonne Rüegg aus. Gemeinsam mit Ulrike Pook und Francoise Zuberbühler ist sie regelmässig vor Ort, um zu helfen den gesuchten Titel zu finden oder um Bücher zu empfehlen. «Auch wenn die Schüler einen Vortrag vorbereiten oder sich in ein Thema einarbeiten müssen, kommen sie zu uns», erklärt sie. Selbstverständlich ist, dass alle Mitarbeiterinnen die Bücher genau kennen. «Wir müssen darauf achten, dass keine Gewaltverherrlichungen vorkommen, keine sexistischen oder rassistischen Szenen», erläutert Doris Franzeck, Leiterin der Schul- und Gemeindebibliothek. Regelmässig lesen sich die Mitarbeiterinnen durch Rezensionen oder besuchen auch Messen und Fortbildungen, um den Bestand immer aktuell zu halten. So wird es für viele Mütter bald ein Wiedersehen mit «Hanni und Nanni» geben, denn die Zwillingsmädchen werden neu aufgelegt. Bei den Jungen gehören Titel wie «Die 3?» oder andere Krimis zu den Rennern. Die Mädchen stünden eher auf Fantasy-Romane. «Aber Liebe muss auch immer vorkommen», unterstreicht Francoise Zuberbühler lachend. Doch in der Schulbibliothek wird nicht nur gelesen. Gerade bei schlechtem Wetter kommen viele Kinder, um einfach nur Karten zu spielen oder um zu quatschen. Die Besucherzahlen schwanken auch heftig je nach Jahreszeit. «Das ist anders als in der Erwachsenenbibliothek», so Doris Franzcek. Erwachsene würden fast immer lesen. «Kinder greifen eher in der kalten Jahreszeit zum Buch. Und sie gehen meist gut damit um. Die Bücher kommen eigentlich immer in einem guten Zustand zurück», findet Yvonne Rüegg. Manchmal findet sie sogar noch ein selbst gestaltetes Lesezeichen oder eine Postkarte zwischen den Seiten. Und dass da mal Gebrauchsspuren zu sehen seien, das gebe es auch bei den Erwachsenen. Da fällt ein Buch schon mal in die Badewanne oder verrät das Glas Rotwein am Abend. Immer wieder schafft es das Team um Doris Franzeck auch, renommierte Kinder- und Jugendbuchautoren in die Schul- und Jugendbibliothek zu holen, die dann nicht nur lesen, sondern sich von den Schülern löchern lassen und auf Wunsch auch Autogramme verteilen. So macht Literatur natürlich noch mehr Spass. (bms)

 

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