25/2017 Finanzoptimierung für eine gesicherte Zukunft

Von adminZoZuBo ‒ 22. Juni 2017

Finanzoptimierung für eine gesicherte Zukunft

Zu Beginn der reformierten Kirchgemeindeversammlung begrüsste Präsidentin Hanni Rüegg die interessierten Stimmbürger mit einem Bild, welches die Arbeit am Kirchenhaus, gemeinsam schaffen zu wollen, symbolisiert. Die Schwerpunkte der diesjährigen Versammlung lagen denn auch ganz im Zeichen von Liegenschaften und Finanzen.

Bereits im Jahresbericht ist zu lesen, dass sich der Kirchenrat im Vorjahr vertieft Gedanken gemacht hatte über die Zukunft der Liegenschaften, welche als Kirchenzentren, Pfarr- oder Sigristenhäuser einerseits dem kirchlichen Zweck und andererseits als An­lageobjekte dienen sollen. Peter Fietz, Ressortleiter Liegenschaften, erklärte dazu ausführlich, weshalb sich die Kirchenpflege für einen Verkauf der Liegenschaft Weiherweg entschieden hat. Sämtliche Liegenschaften seien im Grossen und Ganzen in gutem Zustand und kontinuierlich in Stand gehalten worden, jedoch zeige sich mittel- bis langfristig an einigen Häusern Bedarf zur Sanierung.

Nachhaltig bewirtschaften

Zum besseren Verständnis der geplanten Investitionen erläutert er die einzelnen Bau-Etappen sämtlicher Liegenschaften. Zur Kirche im Dorf erzählte er über seinen speziellen persönlichen Bezug: «Mein Grossvater Hermann Fietz war leitender Architekt bei der Renovation 1937 und er verewigte unser Familienwappen in der Kirche an der Wand bei der Treppe.» 1967 sei dann eine weitere grosse Renovation durchgeführt worden. Im Berg entstand 1960 das neue Zentrum, Zollikon leiste sich ja zwei Kirchenzentren, was auch doppelte Kosten verursache. Insgesamt besitzt die Kirchgemeinde zwölf Gebäude, wovon vier – Sonnengarten, Weiherweg, Rosenweg und die Höhestrasse – zur Kür gehören. So sind sie als Anlageobjekte im Finanzvermögen aufgeführt. Alle Liegenschaften müssen unterhalten sein und diese finanzielle Last bewegte die Kirchenpflege dazu, eine Machbarkeitsstudie und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung der beiden Pfarrhäuser an Weiher- und Rosenweg zu erstellen. Dabei kam klar zum ­Ausdruck, dass sich mit einer Umnutzung des Grundstücks am ­Rosenweg bedeutend mehr Spielraum, weniger Hindernisse und erst noch mehr Rendite ergeben würden. Diese ausführliche und fundierte Erklärung bewirkte die einstimmige Zusage der 38 anwesenden Stimmberechtigten zum Verkauf des ehemaligen Pfarrhauses am Weiherweg. Mit dem Erlös daraus kann sich die Kirchenpflege auf das geplante Neubauprojekt am Rosenweg konzentrieren und dieses im Dezember der Kirchgemeindeversammlung vorlegen. Geplant ist ein Mehrfamilienhaus ohne subventionierte Wohnungen mit einer Investition von etwas unter 6 Millionen Franken.

Finanzen im Griff

Nicht weniger kompetent und ­akribisch genau dokumentierte ­Finanzvorstand Ralph Schmitz-Dräger die aktuelle Situation. Schwindende Mitgliederzahlen und damit weniger Steuereinnahmen in der Höhe von 555’293 Franken sowie eine Rückstellung für Versicherungsrisiken und Teuerungszulagen der Personalvorsorge von 175’000 Franken belasten die Rechnung. Die zwei oben erwähnten Liegenschaften Weiher- und Rosenweg, die seit vielen Jahren im Besitz der Kirchgemeinde sind, wurden vom Finanzvermögen ins Verwaltungsvermögen übertragen. Diese Massnahme führte zu einem ausserordentlichen Ertrag von 4’06’000 Franken anstelle des Verlustes von 253’577 Franken. Von der extern vorgenommenen Liegenschaftsbewertung zog die Kirchenpflege vorsichtshalber 10 Prozent ab. Mit steigenden Zinsen könnten die Immobilienwerte sinken. Die Jahresrechnung 2016 zeigt sich aufgrund dieser Massnahmen gegenüber dem Budget in einem deutlich positiveren Bild: Aus einem Verlust von 151’900 Franken wurde ein Nettoergebnis in der Höhe von 3’796’422 Franken.

Meinung RPK

Die RPK, vertreten durch Urs Grossmann, meldete sich nach den äusserst ausführlichen Finanzinformationen zu Wort: «Wir haben uns bei der Überprüfung der Rechnung anfänglich schon die Augen ge­rieben!» Diskussionen habe es gegeben, weshalb diese Übertragung vom Finanz- ins Verwaltungsvermögen nicht budgetiert worden sei. Das sei eine wichtige Frage, jedoch hätten sie sich überzeugen lassen, dass bei einer solchen Investition diese Vorgehensweise ein sinnvoller Weg sei. Deshalb sei es auch richtig, keine Steuererhöhung vorzusehen. Die RPK empfahl beide Geschäfte, die Rechnung und der Verkauf der Liegenschaft, zur Annahme. Zudem sprach sie sich auch für die Verkleinerung der Kirchenpflege aus und heisse diese gut.

Verkleinerte Kirchenpflege

Heute wird die Kirchenpflege immer mehr von professionellen Mitarbeitenden unterstützt. Früher waren die Kirchenpfleger noch viel mehr im operativen Betrieb eingebunden, beispielsweise im Ressort Jugend mit dem Erteilen der Sonntagsschule. Hanni Rüegg zeigte auf, dass eine Verkleinerung von neun auf sieben Mitglieder durchaus tragbar und sinnvoll ist. Die heutige Aufgabe der Pflege liege vielmehr im strategischen Wirken. Auch dieser Antrag wurde einstimmig von der Gemeinde angenommen und für die neue Amtsperiode eingeführt.Zum Schluss informierte Hanni Rüegg über die positive Zusammenarbeit und die Aktivitäten mit den Kooperationsgemeinden der Kooperation 5+ sowie über eine aus den Medien vernommene Nachricht aus der Nachbargemeinde Zumikon. Dort fordern einzelne Mitglieder der reformierten Kirche die Gründung einer Stiftung für das Kirchengut. Diese wurde klar nicht von der Kirchenpflege lanciert, der Kirchenratspräsident sei darüber ebenso brüskiert. Dazu äusserte sich die Präsidentin der Zolliker Kirchenpflege dezidiert: «Zollikon hat ein offenes und transparentes Verhältnis zu Zumikon und wir werden dieses Vorhaben ebenfalls nicht unterstützen.» (cef)

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