05/2018 Kunst sehen und Kunst schaffen

Von adminZoZuBo ‒ 1. Februar 2018

Kunst sehen und Kunst schaffen

Während die Eltern sich dem «Pas de deux» widmen, können die Kinder selber kreativ werden. Am Sonntag endet die Ausstellung in der Villa Meier-Severini.

Wer mit Kindern eine Ausstellung besuchen möchte, stösst nicht selten auf erheblichen Widerstand. Spätestens nach dem ersten Besuch in einer Galerie wissen die lieben Kleinen, dass das für sie eher langweilig ist. Die Bilder hängen zu hoch. Die Bilder sind langweilig. Oder einfach unverständlich.

Am vergangenen Sonntag aber kamen die Mädchen und Jungen gerne in die Villa Meier-Severini. Die Künstlerin, Lehrerin und Floristin Daniela Stojsic hatte zu einem Workshop geladen, bei dem mit einfachen Materialien wie Schere, Leim, Papier und kleinen Klebern wunderbare und exotische Blumen entstanden. Sogar ein paar Buben waren mit Leidenschaft dabei. Während der Nachwuchs im Erdgeschoss selber künstlerisch tätig war, hatten die Eltern alle Zeit der Welt, um in Ruhe durch die Ausstellung zu schlendern, die am Sonntag mit einer grossen Finissage schon wieder endet.

«Pas de deux» ist in diesem Jahr Motto des «Kleinen Formats». Die Initiatoren haben 18 Künstlerduos aus den verschiedensten Regionen der Schweiz aufgefordert, sich zu beteiligen. Und es ist spürbar, wie sich die Duos gegenseitig inspiriert und ergänzt haben. Da sind zum Beispiel die herausragenden Arbeiten von Alice Heri und Heini Fümm, die auch als Musik-Duo zu hören sind. Für das «Kleine Format» ­waren sie auf zwei Ebenen tätig. Zunächst entstanden zarte Installationen, die danach fotografiert wurden. Und wie der Blickwinkel das Objekt neu erschaffen kann, ist frappierend. Die Perspektive schafft neue Ansichten und Eindrücke. Dies vermitteln auch die Bilder von Markus Roost und Roland Hausheer. Die roten Kleber neben den Werken zeigen, dass diese beim Publikum besonders gut ankamen. Das Duo bietet «das kulinarische Erbe der Schweiz» und macht mit Wurst, Wein, Schokolade im wahrsten Sinne Appetit auf Kunst. Humorvoll geht es direkt nebenan weiter. Die neuen Erfindungen sind ein Hingucker: Da wird der Schlitten zum Snowboard, das Gebiss sitzt alleine im Zahnarztstuhl und ein Hirsch steht auf der Strasse, das Auto klebt am Baum.

Zart oder plakativ

Auch die digitale Welt macht vor der Kunst nicht Halt. So wird beim «Schneewalzer» von Roma Messmer und Walter Lüönd ein QR-Code mit auf die Leinwand gebracht, der mittels Smartphone direkt auf ein Musikvideo führt. Die Gegenstände und Formen dieser Welt können nicht neu erfunden werden, aber sie können immer wieder neu arrangiert und in Szene gesetzt werden. Das funktioniert besonders gut, wenn zwei Künstler sich gegenseitig kontrastieren oder komplettieren. In der Villa Meier-Severini wird auch klar, wie unterschiedlich die Sprache der Kunst dabei sein kann. Ganz zart und pastellig wie bei Susanne und ­Werner Haas oder plakativ und aufdringlich wie bei den Neon-Würfeln von Urda. Der Betrachter entscheidet, welche Sprache ihn am tiefsten erreicht. (bms)

Samstag, 3. Februar, 14 Uhr, Führung durch die Ausstellung. Sonntag, 4. Februar, Finissage von 11 bis 17 Uhr.

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