22/2018 Gute und schlechte Geheimnisse

Von adminZoZuBo ‒ 31. Mai 2018

Gute und schlechte Geheimnisse

Am Aktionstag «Mein Körper gehört mir» lernten die ­Schülerinnen und Schüler im Juch, laut Nein zu sagen.

Kinder lieben Geheimnisse. Doch es gibt gute und schlechte Geheimnisse. Das – unter anderem – lernten die Schülerinnen und Schüler der Juch-Schule bei einer interaktiven Ausstellung vergangene Woche. Unter dem Titel «Mein Körper gehört mir» erfuhren die Mädchen und Buben, dass es wohl ein schönes Geheimnis ist, wenn man ein sicheres Versteck für die Süssigkeiten gefunden hat. Wird ein Kind aber unsittlich berührt oder werden Nacktfotos von ihm gemacht und es bekommt ein «Das bleibt aber unter uns» mit auf den Weg, dann ist das ein ganz schlechtes Geheimnis. Und das darf und soll man nicht für sich behalten.

Natürlich sagen Eltern ihren Kindern, dass es auch Menschen gibt, die eine Umarmung nicht unbedingt gut meinen. Was das aber ganz konkret heisst, konnten die Erst- bis Viertklässler an sieben verschiedenen Stationen durchspielen. So lernten sie, dass sie ihrem Gefühl vertrauen können. Das bedeutet auch, dass streitende Eltern ihren Kindern nicht vorgaukeln dürfen, alles sei in Ordnung. Kinder lernen so, ihrer eigenen Wahrnehmung zu misstrauen.

In der Ausstellung ging es nicht nur um sexuellen Missbrauch. Es ging in erster Linie darum, die Schülerinnen und Schüler zu sensibilisieren. Dass jemand, der schlau ist, um Hilfe bitten kann und soll. Egal, ob er sich verlaufen hat, ob er Angst hat oder ob er von einem Fremden komisch angesprochen wurde und sich unwohl damit fühlt. Ganz dick stand auf einer weiteren Tafel: «Ich bestimme, wer mich anfasst.» Und das gilt für jeden Körperteil – egal ob Po, Arm oder Kopf. Und das gilt auch für Verwandte, die gerne mal nass küssen wollen.

Auf dem Thron

Im Raum neben dem Singsaal am Farlifang übten die Kinder dann, laut «Nein» zu sagen. Denn Ziel des Aktionstages war eben nicht, den Kindern Angst vor dem Bösen in der Welt zu machen. Sie sollten vielmehr gestärkt und mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen nach Hause gehen. Und so durften alle Kinder vor dem Ende einmal auf dem Königsthron Platz nehmen und fühlen: Ich bin etwas ganz Besonderes. Ich bin wertvoll.

Die Stationen spielten Situationen vor, die zum konkreten Alltag von Kindern gehören. Es wurden Gefühle wie Scham, Stolz, Angst, Freude definiert und benannt. Dabei wurde auf allen Sinnesebenen gearbeitet. Es gab Hör-Stationen, Fühlboxen, Gemeinsam-Stark-Kurbeln. «Es ist toll, wie aufmerksam und interessiert die Kinder mitmachen», freute sich die Schulsozialarbeiterin Séverine Kourtis, die die interaktive Ausstellung betreute. (bms)

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