Testen, lüften, filtern

Von Birgit Müller-Schlieper ‒ 9. September 2021

Breite Zustimmung für die Pooltests an den Zolliker ­Schulen. Vereinzelt gab es auch radikale Reaktionen.

Zehn Sekunden wird die Salzlösung im Mund behalten, dann wieder ausgespuckt: Die grosse Mehrheit der Zolliker Schülerinnen und Schüler beteiligen sich an den freiwilligen Tests. (Bild: bms)
Zehn Sekunden wird die Salzlösung im Mund behalten, dann wieder ausgespuckt: Die grosse Mehrheit der Zolliker Schülerinnen und Schüler beteiligen sich an den freiwilligen Tests. (Bild: bms)

Allerorten steigt nach den Sommer­ferien die Zahl der Corona-Infizierten. An den heimischen Schulen versucht man dies mit Spucktests (Zollikon) und Luftfiltern (Zumikon) in den Griff zu bekommen. Diese Entscheidung stützt sich auf die übersichtliche Grösse der Schule und die bislang wenigen Corona-­Fälle. Unterschiedlich sind die Wege auch, wie die Schulen Sensoren zur Ermittlung der Luftqualität einsetzen.

Die Schule Zumikon hat eine Handvoll CO₂-Sensoren, die sie von der Firma Sensirion als Spende erhalten hat. «Zudem enthalten die Luftreinigungsgeräte einen integrierten Feinstaub-Sensor zur Überwachung der Luftqualität», erklärt Schulpräsident Andreas Hugi. In Zollikon wird auf die Sensoren verzichtet.

96 statt 23 Geräte

«Wir haben uns nach intensiven Überlegungen für die Empfehlungen des Volksschulamtes entschieden, das sich für regelmässige Tests ausgesprochen hat», erklärt Corinne Hoss, Schulpräsidentin aus Zollikon. Anfang der Woche konnten wir damit beginnen. «Wir haben auch sehr gute Erfahrungen mit dem Lüft-Gong gemacht. Das hat im vergangenen Winter ebenfalls gut funktioniert.» Zudem verfügten die Häuser des Kindergartens Rüterwis und Oescher B über Komfort-Lüftungen. Einzelne Lehrer der Sekundarschule hätten trotzdem die erwähnten Sensoren getestet und sich dagegen ausgesprochen. Die Schüler und Schülerinnen hätten den Sensor beobachtet und seien abgelenkt vom Unterricht gewesen. Corinne Hoss verweist bezüglich Luftfilter auf die Grösse der Zolliker Schule. «In Zumikon mussten nur 23 Klassenzimmer bestückt werden. Wir bräuchten 96 Filter.» Rund 90 Prozent der Zolliker Schüler würden sich an den freiwilligen Spucktests beteiligen. «Allerdings gibt es auch Eltern, die vehement dagegen sind. Ich habe einige ­wenige sehr böse Mails und Briefe ­erhalten», räumt die Schulpräsidentin ein. Urs Rechsteiner, der an der Schule Zollikon die Leitung Bildung übernommen hat, erläutert, dass ungetestete Kinder im Fall ­eines positiven Ergebnisses zu Hause bleiben müssten. Corinne Hoss: «Manche Zolliker schielen vielleicht auf die Filtergeräte, manche Zumiker wünschen sich vielleicht auch den Test. Aber unter dem Strich hoffen wir doch alle nur, dass wir glimpflich durch diese Welle kommen.»

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