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Gäste aus Madagaskar im Wasserwerk Lengg

Von Claudia Eberle-Fröhlich ‒ 9. Februar 2023

Das Seewasserwerk Lengg ist das grösste Wasserpumpwerk der Schweiz. Einzigartig ist der Einsatz von altbewährter Sandfilterung und modernster Ozonanlage. Neben der Stadt Zürich beliefert es Zollikon und Zumikon und weitere 65 Gemeinden mit Trinkwasser. Dieses Know-how wollten zwei Madegassen mit nach Hause nehmen.

14 unterirdische Langsamfilterbecken, die verschiedene Kiesgrössen enthalten, sind für den finalen Wasserreinigungsprozess im Einsatz. (Bild: cef)
14 unterirdische Langsamfilterbecken, die verschiedene Kiesgrössen enthalten, sind für den finalen Wasserreinigungsprozess im Einsatz. (Bild: cef)

Die beiden Verantwortlichen für das Trinkwasser der Hauptstadt Antananarivo haben einen weiten Weg auf sich genommen, um die Professionalität der Schweizer Wasseraufbereitung kennenzulernen. In Madagaskar gibt es ungelöste Probleme in der Trinkwasserversorgung von Städten, aber auch abgelegenen Landwirtschaftsregionen. Der Zolliker Peter Preisig hat die beiden Wasserspezialisten eingeladen. Der pensionierte Unternehmer und Gründer der Non-Profit Organisation WatSanAid engagiert sich seit Jahren für die Wasserversorgung in Ländern mit erschwertem Wasserzugang. Das Toilettengebäude der landwirtschaftlichen Schule in Merimandroso (Madagaskar) ist eines seiner ausgeführten Projekte zur Verbesserung der desolaten sanitären Grundversorgung (Trinkwasser, Toiletten, Hygiene). Madagaskar leidet unter Dürre, Versalzung des Wassers und Erosion als Folge von gerodetem Urwald. Zudem behindern einseitige Landwirtschaft, korrupte Landverkäufe und Rohstoffnutzung die Wasserversorgung. Doch die madagassische Regierung will bis 2030 die gesamte Bevölkerung mit Wasser versorgen. Ein Ziel, das ohne Unterstützung von Hilfswerken und Personen wie Peter Preisig kaum erreichbar ist; zumal heute weniger als 50 Prozent der Bevölkerung ­Zugang zu Trinkwasser hat. Allein die Hauptstadt wächst jährlich um etwa 150 000 Einwohner, berichten die beiden Mitarbeiter der staatlichen Wasserversorgung Jirama. Die Wasserversorgung in den Städten, zum Teil noch aus der französischen Kolonialzeit, muss dringend modernisiert und ausgebaut werden. Deshalb informierten sie sich in Zürich über Pumpstationen, Leitungshersteller und die Zürcher Wasserversorgung. Andreas Peter, Leiter Qualitätsüber­wachung der Städtischen Wasserversorgung, führte kompetent durch das Seewasserwerk Lengg. Der technische Überblick aller Arbeits- und Überwachungsstufen zeigte den Gästen die Prozesse zu sauberem Wasser und dessen Verteilung. Ihre neuen Kenntnisse wollen die beiden ­Madegassen nun in ihrem Land umsetzen.

Der zweiwöchige Besuch der Wasserspezialisten aus Madagaskar endete mit Peter Preisigs Einladung in den Zürcher Zoo. Der künstliche Regenwald in der Masoala Halle mit so grossen Bäumen und Wasserflächen war für die beiden Überraschung pur.

(Bild: cef)
(Bild: cef)

www.watsanaid.ch


Wasserpumpwerk Lengg

Die Stadt Zürich und 67 Vertragsgemeinden beziehen täglich 250 000 m3 Trinkwasser.

Zollikon: 95 % Seewasser und 5 % Quellwasser , 3600 m3/ Tag (13 576 Einwohner), 265 lt/Tag pro Person

Zumikon: 100 % Seewasser, 1400 m3/ Tag (5623 Einwohner), 250 lt/Tag pro Person

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