Suche

Surfen versus Strahlung

Von Birgit Müller-Schlieper ‒ 31. Mai 2024

An Mobilfunkantennen scheiden sich viele Geister: Wettbewerbsfähigkeit trifft auf ökologische Aspekte.

Sie sieht unspektakulär aus, kann aber viel bewirken: Die Antenne auf dem Haus Peteracher 2 soll aufgerüstet werden. (Bild: bms)
Sie sieht unspektakulär aus, kann aber viel bewirken: Die Antenne auf dem Haus Peteracher 2 soll aufgerüstet werden. (Bild: bms)

Viele möchten fliegen, kaum einer will den Fluglärm hören. Ebenso verhält es sich mit mobilen Daten. Jederzeit mit dem Natel im Netz zu surfen, ist meist selbstverständlich. Die dazu notwendigen Antennen möchten die wenigsten vor der Haustür oder hinter dem Garten. Doch um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen die drei grossen Telefonanbieter Salt, Swisscom und Sunrise nachrüsten und neue Standorte für ihre Anlagen finden. So soll nun auch die Funkantenne auf dem Haus ­Peter­acher 2 in Zumikon nachgerüstet, das heisst zu einer 5G-Antenne werden. Das geht aus der aktuellen Bauausschreibung hervor. Bis zum 5. Juni können Rekurse eingereicht werden. Dass diese nicht immer erfolgreich sind, zeigt die Geschichte der Antenne in Sichtweite jenseits der Forchbahngleise.

Dabei handelt es sich nicht um eine Anlage für den Mobilfunk, sondern für die Flugsicherung Skyguide. Seit 1988 steht dort eine Antenne. In jüngster Vergangenheit wurde diese durch eine weitaus höhere ­ersetzt. Mit über 50 Metern Höhe bestimmt sie das Bild. Anwohner hatten derzeit geklagt, dass es sich nicht um einen Ersatz- sondern um einen Neubau handle. Schliesslich wurde sie nicht am selben Platz wieder aufgebaut. Das Bundesverwaltungsgericht war anderer Auffassung und sah die Anlage als «Einheit und Gesamtbauwerk».

Auch in Zollikon soll das Netz für mobile Datenübertragung verbessert werden. So plante die Telefongesellschaft Salt die Erstellung ­einer «Mobilfunkanlage mit Technikeinrichtungen» auf dem Flachdach einer privaten Liegenschaft an der Forchstrasse. Die Mitbe­werber Salt und Sunrise dagegen möchten an der Ecke Berg- und Schützenstrasse eine 35 Meter hohe Antenne errichten und gemeinschaftlich betreiben. Im vergangenen März regte sich zumindest gegen die Pläne an der Forchstrasse Widerstand. Mobilfunk-Skeptiker stellen die Verträglichkeit von Strahlungen und Ökosystem in Frage. Insgesamt hatten 21 Parteien die Zustellung der Baurechtsentscheide verlangt. Bislang konnte die Zolliker Bauabteilung die Gesuche noch nicht bewilligen.

Werbung

Verwandte Artikel

Newsletter

Abonnieren Sie unseren wöchentlichen Newsletter und lesen sie die neusten Artikel einen Tag vor der Print-Veröffentlichung.

ANMELDEN

Herzlich willkommen! Melden Sie sich mit Ihrem Konto an.