Von Claudia Eberle-Fröhlich ‒ 18. Oktober 2024

Laut dem «Global E-Waste Monitor» der Vereinten Nationen wurden 2022 weltweit 62 Milliarden Kilogramm Elektroschrott erzeugt. Experten prognostizieren bis 2030 einen Anstieg auf 82 Milliarden Kilogramm. Besonders unscheinbare und kleine Geräte wie Kabel, Lampen, Fiebermesser, Stecker oder alte Sparlampen werden oft gehortet, statt recycelt. Eine Untersuchung der Stiftung «Sens eRecycling» zeigt, dass 15 Prozent der Geräte in europäischen Haushalten ungenutzt bleiben.
Das Team mit Roswitha und Thomas Leutenegger von der Sammelstelle in Zollikon kontrollierte vor kurzem stichprobenartig Kehrichtsäcke. Säcke, die als Sperrgut zur Entsorgung abgegeben worden sind. Das Ergebnis war überraschend enttäuschend: Allein in zwei Säcken fanden sich zahlreiche Gegenstände, die dort nicht hingehören und umweltschädlich sind. Unter den Funden waren vier Spraydosen mit Entkalkungsmittel, die als Sonderabfall gelten und speziell entsorgt werden müssen. Auch verschiedene Elektrogeräte wie Kabel, Taschenrechner, Zeitschaltuhren, Fernbedienungen und elektronische Kopfhörer kamen zum Vorschein. Diese können grundsätzlich kostenlos bei den Entsorgungsstellen zur Wiederverwertung abgegeben werden. Besonders beunruhigend war der Fund von Batterien, die bei unsachgemässer Entsorgung grosse Umweltschäden anrichten können. Neben Elektrogeräten steckten auch Metallteile und Steine in den Säcken, die ebenfalls nicht in den normalen Abfall gehören.

Warum ist Achtsamkeit beim Entsorgen von Batterien zentral? «Die grösste Herausforderung sind Lithium-Ionen-Batterien, da von ihnen eine hohe Brandgefahr ausgeht», erklärt Rolf Aebersold, Betriebsleiter der Firma J. Grimm AG, welche die Sammelstellen Zumikon und Zollikon bewirtschaftet. «In Zumikon haben wir entsprechende Vorfälle erlebt. Oft werfen Konsumenten Batterien in den Hausmüll, statt sie abzugeben. Das Pressen der Abfälle in den Entsorgungsanlagen kann Brände, sogar Explosionen auslösen.» Um solches zu verhindern, sei es wichtig, die Bevölkerung verstärkt aufzuklären. Die Schadstoffe defekter oder falsch entsorgter Geräte können Böden und Gewässer belasten. Elektronische Geräte enthalten wertvolle Rohstoffe wie Aluminium (Australien, Guinea), Kupfer (Chile, Peru, USA), Lithium (Kongo, Sambia, Australien) und Kobalt (Kongo). Lagern sie ungenutzt, müssen Ressourcen in fremden Ländern abgebaut werden, um den steigenden Bedarf zu decken Das schadet Umwelt und Klima. Wir verbrauchen dadurch auch enorme Mengen an Energie und CO2.
Recycling verhindert diese Schäden und gewinnt wichtige Rohstoffe zurück. Oft ist es sinnvoller, defekte Geräte zu reparieren oder kaum genutzte Geräte weiterzugeben, um die Kreislaufwirtschaft zu stärken. Neben der Rückgabe lohnen sich Reparaturen oder die Weitergabe ungenutzter Geräte an Freunde und Secondhand-Plattformen.
Ab Januar 2025 neuer Entsorger für Zollikon unterwegs
Die Entsorgung von Hauskehricht, Grünzeug und Karton wird ab 1. Januar 2025 nicht mehr von der Firma J. Grimm AG entsorgt, sondern durch die Firma Obrist Transport + Recycling AG aus dem aargauischen Neuenhof. Im Submissionsverfahren setzte sich der neue Anbieter preislich mit jährlich rund 35 000 Franken weniger Kosten – und gemäss Frank Neuhäuser, Leiter Abteilung Sicherheit und Umwelt, auch ökologisch durch. Die Entsorgung in Zollikon wird ab Januar überwiegend mit Elektrofahrzeugen durchgeführt. Der Hauskehricht wird weiterhin nach Hinwil zur KEZO (Kehrichtverwertung Zürcher Oberland) gefahren. Stationiert sind die Fahrzeuge bei der Bioenergie Zürichsee AG (Bezag) in Küsnacht, wo auch das Grünzeug grösstenteils zu Biogas und in einem Blockheizkraftwerk zu Elektrizität umgewandelt wird. Der finanziell attraktive Vertrag (CHF 538 950 im Jahr) wurde für fünf Jahre abgeschlossen mit einer Verlängerungsoption um zwei weitere Jahre. Die Sammelintervalle beim Hauskehricht und dem Grüngut bleiben unverändert. Die Kartonsammlung wird von sechs- auf zwölfmal im Jahr erhöht. Die mobile Sammelstelle im Zollikerberg sowie die Sammelstelle Zollikon mit Roswitha und Thomas Leutenegger werden weiterhin von der J. Grimm AG, Oetwil, bewirtschaftet.
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