Von Claudia Eberle-Fröhlich ‒ 21. Februar 2025

Im Frühjahr 2024 erhielt die inoversum AG den Auftrag zur Analyse der Arbeitsabläufe innerhalb von Verwaltung und Behörden. Die Untersuchung im Sommer 2024 lieferte dem Gemeinderat mit dem im Herbst vorgelegten Schlussbericht verschiedene Handlungsoptionen, die in ersten Workshops im Dezember und Januar diskutiert wurden. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse entschied der Gemeinderat, zunächst zwei zentrale Bereiche neu zu organisieren. Erste Massnahmen sind in die Wege geleitet; weitere Workshops zur Ausarbeitung und Umsetzung sind im Frühjahr geplant.
Spannungen durch Unstimmigkeiten zwischen der Sozialbehörde, dem zuständigen Ressort und der Verwaltungsabteilung erschwerten eine reibungslose Zusammenarbeit. Wie Gemeindeschreiber Thomas Kauflin auf Anfrage erklärt, war es eines der Ziele der Analyse, solch potenzielle Konflikte zu identifizieren und Lösungen zu entwickeln, um eine effiziente und ruhige Arbeitsweise wiederherzustellen. Neu übernimmt Beryl Niedermann das Präsidium der Sozialbehörde. Als Person auch mit juristischem Hintergrund soll sie Schwung und Sicherheit in anstehende Themen bringen.
Die Leitung des Projekts «Oase» bzw. «Neues Wohnen im Farlifang» übernimmt Gemeinderat Marc Bohnenblust, der als zusätzliche Kraft in die Projektgruppe delegiert wird. Der Gemeinderat verspricht sich damit neuen Elan für das stagnierende Projekt und ist überzeugt, dieses für ihn wichtige Geschäft mit dieser Rochade voranzubringen.
«Ich bin gewillt, gemeinsam mit dem Gemeinderat nach Lösungen zu suchen», erklärt Mirco Sennhauser, der bisher die Sozialbehörde präsidiert hat. «Das Wohl unserer Gemeinde liegt mir am Herzen. Dafür will ich mich weiterhin einsetzen und mich in den geplanten Workshops zur Verwaltungs- und Behördenorganisation konstruktiv einbringen.»
Die Arbeitslast in der Verwaltung hat spürbar zugenommen. Neue kantonale Verordnungen und wachsende Vorschriften führen zu höherem administrativem Aufwand. Die wachsende Bevölkerung bringt zusätzliche Aufgaben mit sich. Einerseits sind die Erwartungen der Bürger gestiegen, andererseits erschweren vermehrte Einsprachen die Abläufe. Im sozialen Bereich ist nicht zuletzt die Flüchtlingssituation sehr herausfordernd.
«Zu dieser Situation haben nicht grundsätzliche Fehler der Verwaltung oder des Gemeinderats geführt, es sind eher kleinere Anpassungen in der Zusammenarbeit oder bei Prozessen nötig, die optimiert werden müssen», betont Thomas Kauflin. «Über Jahre hinweg wurden immer wieder punktuelle Lösungen gefunden – nun war eine umfassendere Abklärung notwendig.»
Bei der Suche nach den Ursachen der hohen Belastung ist der Gemeindeschreiber persönlich überzeugt, dass immer neue Gesetze, Regulierungen und Kontrollen eingeführt werden, weil die bestehenden Vorschriften von Einzelpersonen missbraucht werden. Dazu brauche es dann wieder neue Ressourcen, um das Einhalten auch dieser neuen Vorschriften zu kontrollieren. Die kontinuierliche Optimierung der Verwaltungsabläufe in Zumikon bleibe in jedem Fall ein zentrales Anliegen, um den Herausforderungen der Zukunft bestmöglich begegnen zu können.
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