Von Claudia Eberle-Fröhlich ‒ 7. März 2025

Erstmals hörte ich 2017 von diesem Projekt, als ich noch am Institut Neumünster als Fachverantwortliche Wohnen & Lebensraum arbeitete. Der damalige Stiftungsdirektor Werner Widmer holte mich ins Boot, um ein Projekt aufzugleisen, das ein modernes Verständnis von Wohnen im Alter berücksichtigt. Wir erarbeiteten mit der Stiftungsleitung, die noch heute grösstenteils aus denselben Personen besteht, eine Vision, die das Gedankengut der Stiftung integriert: nämlich Lebens-, Wohn- und Arbeitsraum zu schaffen, der den Menschen ins Zentrum stellt und langfristig Bestand hat. Und der den Stiftungsslogan «sich wohl und in guten Händen fühlen» auch räumlich spürbar werden lässt.
Als Regine Strittmatter anfangs 2020 die Stiftungsleitung übernahm, wurde ich mit der Projektleitung beauftragt – seit Beginn haben wir eng und vertrauensvoll miteinander gearbeitet. Dieses Vertrauen spüre ich in allen Gremien, ob im Stiftungsrat, der Steuergruppe oder der Projektbegleitung – alle ziehen am gleichen Strick. Auch die Zusammenarbeit mit der Gemeinde funktioniert sehr gut; die frühe Einbindung hat sicher geholfen.
Eine ganzheitliche Haltung war immer die Basis. Diese Grundhaltung lässt die Stiftung meiner Meinung nach in all ihre Tätigkeiten einfliessen. Sie sagen es richtig: es geht um Freiraum, Erschliessung, Städtebau, Betriebsbedürfnisse und viele weitere Themen. Bei einem Projekt dieser Grössenordnung kommen unweigerlich Überraschungen bzw. neue Themen auf einen zu. So beschäftigen wir uns beispielsweise stark mit nachhaltiger Mobilität – ein Aspekt, den wir zu Beginn einfacher als erwartet eingeschätzt hatten.
Die Themen «Park als Freiraum» und «bauliche Entwicklung» stehen glücklicherweise bei diesem Projekt nicht im Gegensatz zueinander. Vielmehr haben wir gezielt so geplant, dass der Park – unser Alleinstellungsmerkmal – trotz baulicher Weiterentwicklung erhalten bleibt. Indem wir die für den Spital notwendige Baumasse im Norden konzentrieren – also rückseitig hinter den historischen Gebäuden als Annexbauten – können wir den gesamten Freiraum im Süden freihalten und stärken. Davon profitieren alle: Das Spital kann dort kompakt bauen, wo die Infrastruktur wirklich benötigt wird. Gleichzeitig bleibt die grosszügige Oase mit ihrem historischen Baumbestand bestehen. In den 1920er- und 1930er-Jahren – das Spital der Gebrüder Pfister wurde 1933 erbaut – führte der Slogan «Luft, Licht, Sonne» zu einem neuen Verständnis von guter Architektur, Heilung und Wohnen. Wir tragen diese Idee weiter, indem wir die Gebäude Richtung Süden freihalten und den Park in seiner Schönheit belassen.

Wie allen Leidtragenden des Verkehrs auf der Forchstrasse sind wir uns bewusst, dass eine Zunahme des Verkehrs unbedingt zu vermeiden ist. Gegenüber anderen Gesundheitsinstitutionen in der nahen Stadt haben wir jedoch eine deutlich schlechtere Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel und leiden wie alle anderen unter Fachkräftemangel. Einige Mitarbeitende kommen von weit her und sind auf ein Auto angewiesen, z. B. wenn sie Schicht arbeiten. Ihnen möchten wir einen Parkplatz anbieten, um ihren Arbeitsweg so verträglich wie möglich zu machen. Für alle anderen bietet die Stiftung bereits heute grosszügige Ökoboni für E-Bike/Velo und ÖV-Abos an. Dies, zusammen mit einem umfassenden Parkplatzreglement, hat dazu geführt, dass wir bereits heute einen vorbildlichen Modalsplit von etwas über 25 Prozent haben – das heisst, nur etwas mehr als jeder vierte Mitarbeitende kommt mit dem Auto zur Arbeit. Das führt leider auch dazu, dass unser Hebel nicht mehr riesig ist. Wir möchten alle Betroffenen wie Gemeinde, Kanton, Forchbahn und Busbetriebe ins Boot holen, um nach weiteren Lösungen zu suchen. Eine wirkliche Entlastung wäre es, wenn wir eine gute Anbindung an die neuen Tramlinien ab 2026 mit Nr. 4 und 5 in der Rehalp und Nr. 14 in Tiefenbrunnen bekämen. Das würde für viele den ÖV deutlich attraktiver machen und unsere Situation entlasten.
Uns war wichtig, die Sicht des Quartiers O-Ton zu hören. Wir haben den Verein bereits vor Beginn des Studienauftrags angefragt, ob er an einem Austausch interessiert sei. Das war er, und so luden wir ihn ein, als Jurymitglied mitzuwirken. Fritz Wolf erklärte sich bereit, an allen Jurytagen dabei zu sein. So hörte er alle Argumente und Überlegungen der Planungsbüros und konnte seine wertvollen Ortskenntnisse einbringen. Eine klassische Win-Win-Situation.
Wichtig war der Gemeinde und Nachbarschaft, dass auch die Öffentlichkeit von der Entwicklung profitieren kann – so etwa ein gutes Wegesystem im Park und dass der geplante Veranstaltungssaal auch Vereinen und der Gemeinde offen steht. Dies liegt auch im Interesse der Stiftung. Die Zugänglichkeit des Areals mit dem Velo war ebenfalls ein grosses Anliegen der Gemeinde. Hier ist uns wichtig, dass die Wege klar zugeordnet sind, damit keine Konflikte entstehen – also entweder den Velos oder den Fussgängerinnen und Fussgängern. Das hat auch mit der Vulnerabilität unserer Klientel (z.B. Patienten und Patientinnen) zu tun, die sich durch zu schnelle Velofahrende bedroht fühlen können.
Ich wünsche mir, dass gesehen wird, mit welcher Sorgfalt hier entwickelt wird und wie sich dieses Projekt wohltuend von vielen anderen Grossprojekten abhebt. Obwohl es ein gigantisches Projekt ist, ist es für jeden einzelnen Menschen gedacht und geplant. Mir liegt am Herzen, dass es weiterhin von möglichst vielen getragen wird und wir es dereinst umsetzen können – auch wenn es noch «en lange Schnuuf» benötigt.
Der Spatenstich für erste bauliche Veränderungen erfolgt nach aktuellen Schätzungen frühestens 2027.
Ich hoffe sehr, dass wir ihren Wunsch erfüllen können. Dazu brauchen wir ein wenig Glück und müssen sportlich unterwegs sein.
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