Der Gemeindepräsident hält Wort

Von Dörte Welti ‒ 25. April 2025

Am Dienstag letzter Woche informierte Zollikons Gemeindepräsident Sascha Ullmann (GLP), er trete an den Erneuerungswahlen 2026 nicht wieder an. Damit bleibt er seiner Aussage von 2018 treu.

Gut gelaunt und hemdsärmelig: Für Sascha Ullmann ist es der richtige Zeitpunkt, noch einmal Neues anzupacken. (Bild: dwe)
Gut gelaunt und hemdsärmelig: Für Sascha Ullmann ist es der richtige Zeitpunkt, noch einmal Neues anzupacken. (Bild: dwe)

Zwei Legislaturperioden, also acht Jahre als Gemeindepräsident, dann sei Schluss mit den Milizämtern, die er bald 30 Jahre lang in der Gemeinde bekleidet hat. So hat es Sascha Ullmann kommuniziert. Wir wollten wissen, welche Gründe dahinterstecken – und treffen kurz vor Ostern einen gut gelaunten und hemdsärmeligen Gemeindepräsidenten in seinem Privathaus, Gartenarbeit war schon früh am Morgen angesagt. Sascha Ullmann macht nicht den Eindruck, dass ihn die gefällte Entscheidung bedrückt. «Ich habe immer gesagt, ich mache das acht Jahre. Ich habe eine superschöne Zeit gehabt, unglaublich viel erlebt, es ist der richtige Zeitpunkt.»

Noch 14 Monate freudvoll

Die Gründe sind vielfältig, wie sich im Gespräch ergibt, aber alle positiv. «Ich habe noch gut zehn Jahre bis zur Pensionierung», erklärt der 53-jährige Ökonom und Geograph. «Jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt, wenn ich noch mal etwas Neues anfangen möchte.» Noch etwas Neues? Sascha Ullmann ist Unternehmer  im Bereich Solaranlagen, amtet als Verwaltungsrat, führt in der Liste der Interessensbindungen (zu finden auf der Gemeindewebsite) 22 Positionen auf. Er ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder, mit Höhlenforschung ein Hobby, dem er mit Leidenschaft nachgeht, schliesslich einen pflegeintensiven Garten. Was passt da zusätzlich Neues rein? Der Gemeindepräsident hält sich ­bedeckt, es liegen schliesslich noch 14 Monate freudvoller Arbeit vor ihm – das Amt ist auf dem Papier ein 55-Prozent-Job. Es gebe keine konkreten Pläne neuer Unternehmungen, Ämter oder gar Auszeiten privater Natur. Er sei tief eingetaucht in diese Gemeinde, in der er seit bald 30 Jahren lebt. Und kommt beim Stichwort «tief eintauchen» auf sein Hobby, das Erforschen, Aufzeichnen und Vermessen von Höhlen, bei denen es schon mal 200 Meter abwärts geht, an einem Seil. Höhlen sind in der Schweiz meist vertikale Naturphänomene. Das Hobby faszinierte und begeisterte den Geographen schon als 15-Jährigen. Aber auch das sei kein Grund, weshalb er sein Amt abgebe. Er habe dies so früh kommuniziert, weil er es schlicht fair finde, es gehe ja schliesslich um die Suche nach einer Nachfolge.

Kein Raum für Spekulationen

Wer sich die Liste seiner Ämter anschaut, wird den Eindruck nicht los, Sascha Ullmann habe grosse Freude am Organisieren, Dinge Bewegen, Netzwerken und Erforschen neuer Sphären. Das schreit doch geradezu nach politischen Ambitionen? «Dazu sage ich noch nichts», mauert der Lokalpolitiker. Sei’s drum, wir bleiben dran.

Werbung

Neuste Artikel

Newsletter

Dieses Feld wird benötigt.

ANMELDEN

Herzlich willkommen! Melden Sie sich mit Ihrem Konto an.