Von Joachim Lienert ‒ 9. Mai 2025

Die Komödie «Der Menschenfeind», 1666 im Pariser Palais Royal uraufgeführt, kommt in einer Produktion des Theaters Kanton Zürich auf den fast so royalen Dorfplatz. Nach Gotthelfs schwarzer Spinne 2017 ist es das zweite Mal, dass die bekannte Theatertruppe hier gastiert. Organisiert wird der Anlass erneut vom Kulturkreis Zollikon. Präsident Daniel Wyss: «Wir wollten wieder einmal etwas machen, das über den Rahmen des Alltäglichen hinausgeht.» Vor über einem Jahr hat er das Theater angefragt, ob es möglich wäre, hier nicht nur eine Vorstellung zu spielen, sondern auch gleich die Premiere. Das ist gelungen.
Ab nächstem Montag wird das Theater seine mobile Infrastruktur im Baukastenprinzip aufstellen. Die Premiere findet am Donnerstag, eine zweite Aufführung am Freitag statt. Noch in der Nacht auf den Samstag wird die Bühne wieder abgebaut und abtransportiert. Nicht alltäglich war auch das Bewilligungsverfahren, sagt Daniel Wyss: «Ich tat mich etwas schwer mit den Anforderungen. Das Sicherheitskonzept wird zum Teil vom Kanton diktiert.» Die Bewilligung ist ein mehrseitiges Werk. Fast schon ein Molièresches Drama. «Obwohl im Gemeindesaal doppelt so viele Leute Platz haben, braucht es dort keine solche Bewilligung. Der Unterschied ist: Wir spielen draussen.» Jetzt ist alles unter Fach – aber hoffentlich nicht unter Dach. Denn gespielt wird nur bei schönem Wetter draussen. Ansonsten geht es eben in den Gemeindesaal. Der Entscheid über den Aufführungsort wird jeweils um 13 Uhr getroffen (Info-Telefon: 052 232 87 18).
An der Premiere vom Donnerstag sind rund 60 Plätze für Sponsoren reserviert, am Freitag sind alle 200 Plätze frei. Billette sind nur an der Abendkasse erhältlich. Es lohnt sich also, frühzeitig da zu sein. «Der Aufwand für einen Vorverkauf wäre für den Kulturkreis schlicht zu gross.» Das Stück empfiehlt sich für alle ab etwa 12 Jahren. Es wird diesen Sommer an über 25 Orten im ganzen Kanton aufgeführt, am 5. Juli auch auf dem Dorfplatz Zumikon. Man darf sich unter hoffentlich freiem Himmel freuen auf einen ebenso intriganten wie komischen Menschenfeind und seine – nun, Freunde oder Feinde?
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