Grünflächen – das war einmal

Von Björn Reinfried ‒ 13. Juni 2025

Grünflächen an Strassen, ­Busstationen, Kreiseln. Die Gemeinden Zollikon und ­Zumikon besitzen viele solcher Flächen, die von einfachen Wiesen zu Horten der Biodiversität umgewandelt werden.

Mehr Diversität auf den Grün­flächen ist nicht nur für die ­Bienen von Vorteil, sondern sieht auch schön aus. (Bild: bre)
Mehr Diversität auf den Grün­flächen ist nicht nur für die ­Bienen von Vorteil, sondern sieht auch schön aus. (Bild: bre)

Es sind Flächen, die im Alltag nicht wirklich auffallen, meist kleinere Wiesen und Pflanzenanlagen an Busstationen, Fussgängerinseln oder auf Kreiseln. Früher waren diese meist sauber gemäht oder mit nur einer Pflanzenart bepflanzt – im schlechtesten Fall mit Neophyten, also wenig sinnvoll für die Bio­diversität. Heute achten die Gemeinden darauf, diese Bereiche naturnaher zu gestalten.

Vor rund zwanzig Jahren waren viele Fussgängerinseln und Rabatten in Zumikon mit Rosen bepflanzt. Das sah zwar hübsch aus, diente aber der Natur kaum. «Die Rosensträucher waren aufwendig in der Pflege», erklärt Gemeindeschreiber Thomas Kauflin, «ausserdem waren sie anfällig für Läuse und mussten mit Chemie behandelt werden». Deshalb legte die Gemeinde Biodiversitätsflächen mit grossen Steinen und verschiedenen Pflanzen an. «Wir liessen die Natur machen und schauten, was sich entwickelt. Statt der Rosen haben wir jetzt Schmetterlinge und Salamander.» Die Kehrseite: «Man erkennt nicht auf Anhieb, dass diese Steinhaufen mit ein paar Pflanzen nützlich sind.»

Heute werden keine Rosen mehr ­gepflanzt – auch nicht auf der ­Rosenegg-Wiese. Mit der zum ZKB-­Jubiläum vor vier Jahren ausgerichteten Extra-Summe wurde unter anderem. dieses Plätzchen neugestaltet und aufgewertet. Damit wurde die einstige «Hundewiese» zu einer vielfältigen Blumenwiese mit Bäumen umgebaut. Solch grössere Projekte sind die Ausnahme: «Wir ­gehen nicht mit der Walze durch ­Zumikon und ersetzen alles. Das wäre unangebracht», sagt Thomas Kauflin. Wir verändern einzelne Flächen hin zu mehr Biodiversität. «Muss eine Rabatte oder Ruderal­fläche umgestaltet, ein Busch oder Baum ersetzt werden, gestalten wir das heute ökologischer als früher.»

Weniger mähen, mehr Blumen

Auch in Zollikon ist der Wille zu mehr Biodiversität ein Thema. Stefanie Majer, Sachbearbeiterin Ökologie, erklärt die aktuelle Situation: «Früher haben wir Rasenflächen bis zu 15-mal im Jahr gemäht, das ­machen wir nicht mehr. Unser Ziel ist es, möglichst viele Flächen so umzugestalten, dass sie ökologisch wertvoll sind.»

Zollikon hat, wie Zumikon und andere Gemeinden an der Goldküste, das «Leitbild Siedlungsökologie» des Naturnetzes Pfannenstil unterzeichnet und sich damit verpflichtet, eine Vorbildfunktion in Sachen Biodiversitätsförderung innerhalb der Siedlungen zu übernehmen. Zollikon traf verschiedene Massnahmen: «Jedes Jahr werden gemeindeeigene Flächen im Sinne der Biodiversität gerodet, von invasiven Neophyten befreit und mit einheimischen Pflanzen besetzt», sagt Stefanie Majer.

Die Gemeinde hat für ihre eigenen Flächen ein Biodiversitätskonzept ausgearbeitet und arbeitet bei der Umsetzung eng mit dem Naturnetz zusammen. Nebst dem Kampf gegen Neophyten und dem Pflanzen einheimischer Arten, legt sie Wert auf die Optimierung der Lebensräume diverser Tiere. So wurden etwa Nistkästen für Gebäudebrüter wie den Mauersegler angebracht oder entlang des Wehrenbach­tobels verbuschte Flächen gerodet und mehrere Weiher als Lebensraum für einheimische Insekten, Amphibien oder Vögel angelegt.

Werbung

Neuste Artikel

Newsletter

Dieses Feld wird benötigt.

ANMELDEN

Herzlich willkommen! Melden Sie sich mit Ihrem Konto an.