Fussball-EM? Fussball-ZM!

Von Joachim Lienert ‒ 4. Juli 2025

Es herrschte EM-Stimmung, doch es war die ZM – die Zolliker Meisterschaft. Mehr als 1500 Spielerinnen und Spieler nahmen am Grümpi und Schüeli verteilt auf 112 Teams teil – davon 67 Kinder- und 45 Erwachsenenteams.

Inklusive Spieler­innen und Spielern, Eltern, Verwandten und Bekannten besuchten letzten Freitag bis Sonntag gegen 5000 Personen das Gelände auf dem Sportplatz Riet. Die drei Tage waren in jeder Hinsicht heiss. In regelmässigen Abständen bespritzten Wasserfontänen den Kunst­rasen, Gross und Klein sprangen unter die Sprühwand. Wer nicht gerade spielte, suchte Unterschlupf unter den zahlreich mitgebrachten Sonnenschirmen oder im Festzelt, natürlich mit geöffneten Seiten­blachen. Weitere Schattenplätze mit Schirmen hatte die Spielkommission rund um den SC Zollikon zusammen mit den Sponsoren organisiert.

Neue Kategorie «Plausch»

Heiss ging es auf den Spielplätzen zu, heiss waren jüngere und ältere Spieler auf den Sieg. Beim Grümpelturnier gab es neu eine Kategorie «Plausch», damit auch die über 40-Jährigen in ihrer eigenen Kategorie spielen konnten, gut dotiert mit zehn Mannschaften. Kevin ­Spalinger, Mitglied der Spielkommission, war begeistert von der Unterstützung: «Über 100 Helferinnen und Helfer haben mitgemacht, von der Küche über die Schiedsrichter bis zum Aufbau. Ohne sie wäre der Anlass nicht zu stemmen gewesen.» Auch Sandra Lionzo, Leiterin des Verpflegungsteams, war sehr zufrieden, hatte aber den Eindruck, man habe in anderen Jahren schon mehr verkauft. «Vermutlich mochte man bei dieser Hitze einfach nicht so viel essen. Aber Getränke und Barbetrieb liefen gut.» Nachts, als die Temperaturen erträglicher wurden, hätten manche gerne noch viel länger gefeiert, sagte Kevin Spalinger: «Doch wir hatten nur eine Bewilligung bis 2 Uhr morgens.»

Mehr Mädchen-Teams

Trotz Hitze verlief der Anlass praktisch reibungs- und unfallfrei. Ruth Strässler vom Samariterverein ­Zollikon: «Es ist erstaunlich, wie ruhig der Anlass verlief, obwohl es so heiss war. Wir hatten mit mehr Kreislaufproblemen gerechnet.»

Das Turnier ist längst digital unterwegs. Eine App zeigt den Spielerinnen und Spielern, welche Spiele wann anstehen, zusätzlich werden die Spiele und Resultate auf einem Monitor beim Wagen der Spielleitung publiziert. Freude hatte Kevin Spalinger an der neuen Maitli-Kategorie: «Zuvor gab es nur für die Mädchen der 3. bis 6. Klasse eine eigene ­Kategorie. Jetzt nahmen so viele 1.- bis 3.-Klässlerinnen teil, dass wir für sie eine eigene Gruppe bilden konnten.» Vielleicht trug ja die zum Zeitpunkt des Schüelis noch nicht begonnene Fussball-EM der Frauen zur regen Teilnahme bei? 5.-Klässlerin Manuela vom Team «Bellas» bestätigt: «Ich freue mich mega auf die EM und gehe ans erste Spiel im Letzigrund. Meine Lieblingsspielerin ist Alisha Lehmann. Sie ist sehr schön und sie spielt sehr gut.» Einen kleinen Wermutstropfen nennt Ivo Dugandzic von der Spielkommission: «Nur eine einzige Mannschaft von der Oberstufe nahm am Schüeli teil.» 2023 waren es noch elf Mannschaften, letztes Jahr drei. «Ich kann’s mir nicht ­erklären. Vielleicht sind wir bei ­ihnen zu wenig am Puls der Zeit. Als ich noch spielte, machten sehr viele Oberstufenklassen mit.» Trotz hart umkämpfter Finalspiele in jeder Kategorie: Im Gegensatz zur EM bekam am Schüeli jedes Kind eine Medaille. (Bilder: jli / zvg)

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