Der beste Ruderclub der Schweiz

Von Joachim Lienert ‒ 11. Juli 2025

Am letzten Wochenende traf sich die Ruderelite der Schweiz am Rotsee in Luzern. Der Seeclub Küsnacht war sowohl mit Junioren als auch mit Erwachsenen am Start und räumte mit seinen Ruderinnen und Ruderern ab – viele davon aus Zollikon und Zumikon.

Unter den Siegerinnen war auch die Zollikerin Martina Lendi (vorne, 2. v. r.), die in diversen Kategorien mit Bronze, Silber und Gold den ganzen Satz an Medaillen holte, hier Gold in der Königsdisziplin, dem Elite-Achter Frauen. (Bild: zvg)
Unter den Siegerinnen war auch die Zollikerin Martina Lendi (vorne, 2. v. r.), die in diversen Kategorien mit Bronze, Silber und Gold den ganzen Satz an Medaillen holte, hier Gold in der Königsdisziplin, dem Elite-Achter Frauen. (Bild: zvg)

Acht goldene, vier silberne und sechs bronzene Medaillen fuhren die Ruderer ein. Bettina Dührkoop vom Seeclub sagte: «Wir sind an 25 Rennen gestartet und haben in 18 davon eine Medaille gewonnen – eine Wahnsinnsbilanz, wie es sie noch nie in unserer ­Vereinsgeschichte gegeben hat.» Es ist der Lohn für jahrelange Aufbauarbeit, die der Club in den Nachwuchsbereich gesteckt hat. Unter Cheftrainer Joachim Drews und seiner Co-Trainerin Rodica Ivana steigert sich der Club stetig in der Medaillenbilanz. Die systematische Junioren-Trainingsarbeit hat bereits den Grundstein zu der olympischen Bronzemedaille von Andrin Gulich in Paris gelegt. Wie die jetzigen Medaillengewinner am Rotsee durchlief er das Junioren-Nachwuchsprogramm des Seeclubs Küsnacht und dient den jungen ­Ruderern in der Zehntentrotte als grosses Vorbild.

Bettina Dührkoop: «Das Wir-­Gefühl war unglaublich stark und durch die ganze Regatte zu spüren.» Der aktuelle Titel «meilleur club Suisse» ist hart verdient und umso beeindruckender, wenn man berücksichtigt, dass es viele Ruderclubs in der Schweiz gibt, die ­erheblich grösser sind als der ­Küsnachter. Raffael ­Römer, verantwortlich für den Leistungssport im Seeclub: «Ruderer trainieren das ganze Jahr auf diesen Saison­höhepunkt hin, frühmorgens im Dunkeln, bei Regen und Schnee, da freut es einen umso mehr, wenn dieser Einsatz belohnt wird.»

Bettina Dührkoop fügt hinzu: «Dass der Seeclub den Cup gewonnen hat, das ist, als ob der SC Zollikon Schweizer Meister im Fussball würde.» Etwa ein Viertel der rund 40 Ruderinnen und Ruderer stammt aus Zollikon oder Zumikon – darunter viele Jüngere, 11- und 12-Jährige, die jetzt keine Medaille gewonnen haben. «Der Nachwuchs schläft nicht. Viele stehen am Anfang ihrer Karriere und nahmen teil, um erste Erfahrungen zu sammeln.» Medaillen könnten für sie aber schon nächstes Jahr in Griffweite rücken. «Die Grossen haben eine wichtige Vorbildfunktion.»

Rodica Ivana war nicht nur für die Betreuung der jüngeren Junioren zuständig, am Steuer des Elite-Achters gewann die ehemalige Nationalteam-Steuerfrau aus Rumänien zudem Gold und wurde dafür frenetisch gefeiert – wie es Tradition ist mit einem unfreiwilligen Bad im See, bei dem die acht Ruderinnen sofort hinterher sprangen.

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