Von Björn Reinfried ‒ 11. Juli 2025
Der Zürichsee ist mit einer Uferlänge von 87,6 Kilometern der fünftgrösste See der Schweiz. Doch wer sich mit der Vermessung von Gewässern beschäftigt, begegnet unweigerlich dem «Coastline Paradoxon»: Je genauer man misst, desto länger wird eine Küste – bis sie schliesslich unendlich lang ist. Denn jede kleinste Aus- und Einbuchtung kann immer detaillierter dazugezählt werden. Der Teufel steckt also im Detail. Bei den Seerettern sind Details alles. Jeder Handgriff und jede Sekunde entscheiden über Leben und Tod. Wenige Minuten müssen reichen, um bei Wind und Wetter rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr Havarierte und Verunglückte zu retten. Eine anspruchsvolle Aufgabe in einem See, der schon kurz nach den Zolliker Bojen 20 Meter tief ist und an seiner tiefsten Stelle 136 Meter – mehr als zwei Mal das Grossmünster aufeinandergestellt. Ziemlich genau beziffern lässt sich die Wassermenge des Sees: fast vier Billionen Liter. Die Arbeit der Retter im und am See dagegen ist end- und grenzenlos. So, wie sein Ufer – und das Sommervergnügen, das er bereitet.
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