1001 Pflanze: Der Garten der Honeggers

Von Björn Reinfried ‒ 18. Juli 2025

Von Zitrusbäumen über Ur­waldpflanzen bis hin zu einem Schwimmteich und tonnenschweren Basaltformationen – der Garten der Honeggers ist ein Sammelsurium an botanischen Schönheiten.

Der Schwimmteich ist Hort des Lebens, und auch rundherum blüht und wächst alles. (Bilder: bre)
Der Schwimmteich ist Hort des Lebens, und auch rundherum blüht und wächst alles. (Bilder: bre & lsu)

Den Garten von Andreas Honegger und seiner Frau Mina auf einer Seite zu schildern, wird der Fülle verschiedener Pflanzen nicht gerecht; es ist denn auch wenig verwunderlich, dass über diesen Garten ein ganzes Buch ­publiziert wurde. Von aussen betrachtet ist das Grundstück fast unscheinbar. Die hohen Bäume ragen weit über die Mauern und Hecken hinaus, und Teile des Sichtschutzes sind mit geschwungenen Efeubögen geschmückt. Der Garten verläuft rund um das Haus.

Betritt man das Grundstück und steigt rechts ein paar Treppen­stufen hinunter, gelangt der Besucher in den Wintergarten. In dem langen, hellen Gebäude stehen Dutzende Zitrusbäume, deren süsser Duft den halboffenen Raum erfüllt. Von Orangen und Grapefruits bis zur Zitrone «Buddhas Hand» und der Kaffir-Limette findet sich hier eine beeindruckende Vielfalt. Die Wände sind zum Teil mit Spiegeln dekoriert, was den Raum noch grösser wirken lässt. «Hier stehen die mediterranen Pflanzen, die nicht winterhart sind», erklärt ­Andreas Honegger, «wir können die Schiebetüren zuziehen, dann bleibt es auch im Winter einigermassen warm». Im Wintergarten steht ein grosser Tisch mit Gartenstühlen. An der Wand des eigentlichen Hauses ist ein Cheminée eingebaut, Leuchter hängen von der Decke.

Aus dem Wintergarten heraus betritt man den Hauptplatz des Gartens. Von hier ist die Fassade des Hauses in seiner vollen Pracht zu sehen; überall wachsen und blühen Pflanzen – viele Rosen. Mitten auf dem Platz steht ein grosser Olivenbaum, um dessen Wurzeln mediterrane Pflanzen wachsen. Die thematische Gestaltung der einzelnen Bereiche ist dem pensionierten Journalisten und Gartenexperten wichtig. Er hat ein Auge fürs Detail und kennt jede Pflanze – er hat schliesslich jede einzelne selbst gesetzt. In einer Nische an der Hauswand steht eine besonders spezielle Pflanze: eine Wollemi Pine, die erst 1994 entdeckt wurde.

Auf dem Sitzplatz neben dieser Fläche wächst kein Rasen, hier gedeihen Zwiebelpflanzen. Umrandet ist alles mit einem Bachlauf, der vom oberen Teil hinter dem Haus bis zum Wintergarten fliesst und in einem Becken mit zwei riesigen Muscheln endet. Wasser spielt eine wichtige Rolle in diesem kleinen Ökosystem: Ein Schwimmteich ­voller Wasserpflanzen, eingerahmt von Holzstegen, einer Moorlandschaft und Azaleen, bietet Abkühlung an heissen Sommertagen. Anstatt Chemikalien gegen die Algen einzusetzen, hat Andreas Honegger Pflanzen gesetzt, die das Wasser sauber halten. Moderlieschen und Grundeln fressen die Mücken.

Geht man auf den Holzstegen um den Teich, trifft man auf fleischfressende Pflanzen im Torfmoos, auf Urwaldbäume, Rhododendren und Sumpfzypressen, deren Wurzeln wie bei Mangroven im Wasser stehen. Von hier folgt man dem Bach, der den Schwimmteich mit frischem Wasser versorgt, zu einem weiteren Teich mit Koi-Fischen. «Als Kind mochte ich 1001 Nacht, deshalb habe ich diese Fische.»

Neben der Steintreppe stehen mehrere Basaltsäulen, so angeordnet, dass sie auf den ersten Blick an die Basaltformation «Giant’s Causeway» in Nordirland erinnern. Gegenüber den Steinen wachsen alpine Pflanzen, darunter die beiden Alpen­rosen, die in der Schweiz heimisch sind. Wer die Treppe hochsteigt, sieht immer mehr Arten des japanischen Ahorns – in diversen Formen und Farben. Die Treppe endet hinter dem Haus. Hier ist es schattiger und kühler; ein ganz anderes Klima als im unteren, mediterranen Teil. Entsprechend wachsen hier auch andere Pflanzen – viele aus Japan. Andreas Honegger mag japanischen Ahorn und Farne, von denen er über hundert verschiedene Arten angepflanzt hat. Der Besucher fühlt sich zwischen den hohen ­Bäumen in einen Wald versetzt. Die Fische in einem weiteren kleinen Wasserlauf hingegen hat der Fischreiher ausgerottet.

Zuletzt findet man sich auf einem kleinen, schattigen Plätzchen wieder, umgeben von hohen Bäumen. Zwischen akkurat angeordneten Steinplatten wachsen auch hier Zwiebelpflanzen, an der Seite steht eine Steinbank, und aus einem steinernen Löwenkopf gegenüber plätschert Wasser in einen Brunnen.

Eine letzte Frage: Wie viel Zeit investiert Andreas Honegger in seinen Garten? «Seit der Pensionierung ist das mein Beruf.»

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