Von Aline Sloksnath ‒ 15. August 2025

Auf der grossen Wiese neben dem Dorfplatz steht es, das grosse blaue Zirkuszelt des Circolino Pipistrello. Alle zwei Jahre ist der Mitspielzirkus zu Gast in Zumikon. Dieses Jahr sind 73 Kinder mit dabei. Sie konnten selbst entscheiden, mit welcher Disziplin sie am Samstag an der grossen Gala in der Manege stehen wollen, um ihren Familien zu zeigen, was sie über die Woche gelernt haben. Von Trapez bis Clownerie, von Zauberkunst bis hin zur Musik- oder Direktionsgruppe – alles aus der Zirkuswelt kann ausprobiert werden. An diesem Dienstag ist die Manege noch dunkel. Doch rundherum und im Freizeitzentrum, in der Turnhalle Farlifang und im Zelt wird fleissig ausprobiert, geprobt, gelacht und gelernt. Wir wollten wissen, was am Zirkusleben begeistert.

Jan (7): «Ich bin das erste Mal dabei. Mir gefällt es, im Zirkus zu sein, denn es ist eine Beschäftigung. Die Zauberei gefällt mir am meisten. Ich möchte unbedingt Zaubertricks üben, darum habe ich mich für die Zauberer entschieden. Beim Zeltaufbauen habe ich Sachen vom Dorfplatz zum Zelt getragen. Ich freue mich am meisten auf die Show. Und auf heute Abend, denn da gehen wir an einen Fussballmatch.»
Ursin Flepp: «Vor zwei Jahren habe ich drei Monate meines Zivildiensts beim Pipistrello absolviert, und es hat mir ‹beidi Ärmel innegnoh›. Seither bin ich fester Teil des Zirkusteams. Hier in Zumikon leite ich eine der zwei Akrobatikgruppen. Vor dem Pipistrello habe ich keine Zirkusdisziplin gemacht. Ich habe mich einfach generell viel bewegt, Slackline, Klettern und mehr. Daneben habe ich in der Jugendgruppe des SAC viele Lager geleitet. Die Arbeit im Pipistrello ist viel mehr als nur ein Job – das gefällt mir. Schwer ist nur, Zeit für sich oder Hobbys zu finden. Nebst dem Programm mit den Kindern müssen wir noch den ganzen Betrieb führen. Trotzdem ist es ein Herzensprojekt.»


Kenzi (9): «Ich bin dieses Jahr das erste Mal dabei. Ich finde es jetzt schon richtig toll, es macht einfach viel Spass. Alle Gruppen haben ihre eigene Bewegung, das gefällt mir. In Filmen habe ich das Trapez bereits gesehen und habe mich immer sehr gefreut. Ich wollte es auch mal machen. Darum habe ich mich für die Trapezgruppe entschieden. Für die Show am Samstag bin ich schon etwas nervös. Vor allem habe ich etwas Angst davor, runterzufallen. Aber eigentlich ist es gut. Wir üben ja, dass wir nicht runterfallen. Ich freue mich auch darauf, Zeit mit meiner Schwester zu verbringen und nicht jeden Tag das Gleiche zu machen.»
Anna (9): «Ich bin schon das zweite Mal dabei. Mir gefällt es hier, weil man fast alles macht und nicht nur etwas. Schon vor zwei Jahren war ich bei den Clowns, und es hat so viel Spass gemacht. Da darf man einfach Quatsch machen! Und man muss nicht viel aufstellen, sondern kann sich einfach verkleiden. Darum bin ich auch dieses Mal wieder bei den Clowns. Das Aufstellen des Zirkuszelts war nicht anstrengend. Ich musste die Vorhänge aufhängen. Dabei durfte ich auf die Leiter, das fand ich cool. Vor allem freue ich mich auf die Show! Nervös bin ich nicht.


Melanie Villamizar: «Ich bin jetzt in meinem zweiten Jahr. Dazu gekommen bin ich, weil meine Stiefmutter mir einen Flyer geschickt hat – und ich beschloss, da bewerbe ich mich. Ich hatte Lust auf Zirkus und Animation mit Kindern. Jede Woche eine eigene Show zu spielen ist das Grösste. Aber auch das Spielen mit den Kindern macht mir grosse Freude. Spielerisch herauszufinden, wie wir das Trapez brauchen und eine Geschichte reingeben können. Denn das ganze Programm für die Kindergala wird zusammen mit den Kindern erarbeitet. Eigentlich wollte ich in Zumikon eine Tanzgruppe leiten – doch leider haben sich zu wenig Kinder dafür interessiert. Darum leite ich jetzt die Trapezgruppe.»
Leona Tuchacek: «Ich habe Zirkuspädagogik in Wien studiert und durch eine Freundin vom Pipistrello erfahren. Nun bin ich seit Januar dabei. Das Besondere bei uns ist, dass wir alles selbst machen. Vom Reisen bis zum Zeltaufbau, von Shows spielen übers Kochen bis zum Part mit den Kindern. Es ist das ganzheitliche Zirkusleben. Am Zeltaufbau habe ich viel Freude, weil wir es mit den Kindern zusammen machen. Hier in Zumikon stehen wir auf dem Dorfplatz, mitten im Leben. Wir hatten schon viele kurze Begegnungen, mit allen Generationen. Das finde ich wunderschön. Generell ist es einfach ein schöner Ort.»

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