Von Joachim Lienert ‒ 29. August 2025

«Es ist wie eine Klassenzusammenkunft», freut sich Doris Staubli, Co-Präsidentin des Gemeindevereins, als sie die 35 Vertreterinnen und Vertreter von Zumiker Vereinen und Behörden zur jährlichen Konferenz begrüsst. Geladen wurde ins Grand’in, die Trattoria und Pizzeria im Tennis Club Zumikon. Doris Staubli möchte sich nach 17 Jahren Vereinstätigkeit nach und nach zurückziehen, doch eine Nachfolge steht bereit. Zusammen mit Co-Präsidentin Susanne Ramel stellt sie Trix Eggli vor, die den Anlass im kommenden Jahr organisieren und moderieren wird. Viele Zumiker Vereine sind vertreten. Die Zumiker Chläuse mit Richard Lehmann, Zämegolaufe mit Waldemar Zimmermann, die Gemeinde- und Schulbibliothek mit Yvonne Rüegg, der Natur- und Vogelschutz Maur–Zumikon mit Adrian Leuchtmann, der Männerchor mit Matthias Rüegg oder der Turn- und Sportverein mit Alex Hüttig, um nur einige zu nennen. Gemeindepräsident Stefan Bührer bedankt sich: «Die Gemeinde braucht euch. Es gibt in Zumikon so viele Vereine, die das Dorfleben attraktiv machen.»
Sandy Sonderegger vom Gewerbeverein Zumikon blickt begeistert auf das gelungene Mitsummer Fäscht zurück: «Das ganze Dorf hat sich dort getroffen. Es war so lässig, dass wir es wieder machen wollen – sofern sich genügend Freiwillige finden lassen.» Manche geben Einblick in das, was die Bevölkerung in kommender Zeit erwartet. Yvonne Peter vom Zumiker Kulturkreis weckt die Neugier auf den 16. Januar nächsten Jahres im Kirchgemeindesaal mit dem Besuch «eines bekannten Regisseurs und einer sehr bekannten Schweizer Fernsehmoderatorin.» Doris Staubli nennt den beliebten Veloplausch vom 28. September zusammen mit der Chilbi als grosse Anlässe. Der Neujahrsapéro wiederum wird nächstes Jahr eine Woche später, am 11. Januar stattfinden. Am 26. Januar folgt bereits das Wahlpodium für die Kommunalwahlen 2026.
Katharina Schweizer von den Grünen nennt als Agendaeintrag das Referat des bekannten Migrationsforschers Gerald Knaus am 21. Oktober, ebenfalls im Kirchgemeindesaal. Feuerwehrkommandant Thomas Uebersax hebt den Blaulichttag vom 13. September hervor, «für alle Kinder und grossgewachsenen Kinder auf dem Dorfplatz. Sogar ein Helikopter wird zum ersten Mal da sein.» René Doldt von Zumico – vormals Musikverein Harmonie – lockt mit der Aussicht auf gemeinsame Auffahrtskonzerte mit der Musikgesellschaft Fällanden. Gemeinderat und Liegenschaftenvorsteher Thomas Epprecht, «mein Verein heisst Gemeinde», stellt aktuelle Bauprojekte vor. Kernstück ist das Gemeinschaftszentrum, über das am 28. September abgestimmt wird. «Am Tag der offenen Tür vom 30. August kann man sich an 14 Posten ein Bild davon machen.» Er erwähnt Glanzlichter wie eine grosse Dachterrasse, eine Disco, die Öffnung des Kirchgemeindesaals mit Fenstern zum Dorfplatz, verschiedene Säle auf einem Stock, die Bibliothek, die einen neuen Trakt erhält. «Das wird eine ganz lässige Sache.»
Wenn es dann mit dem Umbau des Dorfplatzes losgehen kann, wird das Restaurant «Pizzeria Italia 2000» schliessen müssen. Anke Welti vom Tennisclub nimmt den Ball auf und sagt: «Es hat in Zumikon ein Restaurant.» Prompt folgt ein Zwischenruf: «Leider nicht im Dorf!» Einige hören an diesem Abend zum ersten Mal, dass die Pizzeria «Chüelebrunne» noch diese Woche schliessen wird. Der Tennisclub aber hat seit letztem Jahr mit Daniela und Luca Grandin zwei versierte Gastgeber gefunden. Der anschliessende Genuss der hausgemachten Pasta bestätigt die vorzügliche Küche und unterstreicht den Anspruch, «dass der Tennisclub ein Treffpunkt für Mitglieder und Nichtmitglieder in der Gemeinde sein möchte.» Nicht zu vergessen ist, dass beim Dorfplatz 13 ein Restaurant Bestandteil des Projekts ist; dieses könnte ab 2029 seinen Betrieb aufnehmen.
Auch der Dorfmärt muss spätestens schliessen, wenn der Dorfplatz umgebaut wird. Das bisherige Konzept hat seine beste Zeit hinter sich. «Möglicherweise wird bereits Ende dieses Jahres vorerst einmal Schluss sein», bestätigt Gemeindeschreiber Thomas Kauflin auf Nachfrage des Zolliker Zumiker Boten. Daniel Walt, Mitglied der Marktkommission und jahrelang Bereichsleiter Hausdienste und Technik der Gemeinde, informiert, just am Morgen habe sich die Marktkommission zur Zukunft des Dorfmärts getroffen. «Der klassische Dorfmarkt stirbt an vielen Orten aus», sagt er. Erste Ideen für ein neues Konzept mit neuen Formen der Begegnung sind angedacht, aber noch nicht spruchreif. Unter anderem dürfte dereinst der geplante Pavillon mit einer installierten Küche neue Möglichkeiten eröffnen, zum Beispiel für temporäres Catering bei Veranstaltungen auf dem Dorfplatz. Wie um zu zeigen, wie hilfreich ein Pavillon bei schlechtem Wetter sein kann, regnet es an diesem Abend in Strömen. Drinnen diskutieren die Gäste bis in den späten Abend, anregend und vielseitig wie die Pasta mit den drei Saucen und das Glas Wein dazu.
Der Stand des Dorfplatzes
Gemeinderat Thomas Epprecht spricht an der Vereins- und Behördenkonferenz einmal mehr die «leidige Geschichte» Dorfplatz und Parkgarage an (siehe ZoZuBo 13/2025). Nach Abweisung des Stimmrechtsrekurses vor Bundesgericht im März könnte die Ausführungsplanung wieder starten. Vorgesehen ist ein offener neuer Platz, samt einem von einem Pavillon überdachten Teil, der gerade Vereinen Gelegenheit für Veranstaltungen und Konzerte bei jedem Wetter böte. Noch immer aber kann es nicht vorwärts gehen, weil die Gemeinde bei der Sanierung der Parkgarage unter dem Dorfplatz noch keine Einigung über die Kostenabgrenzung und die umzusetzenden Massnahmen mit den anderen Eigentümern erzielt hat. Doch Thomas Epprecht stellt in Aussicht: «Wir haben einen externen Gutachter beauftragt, der jetzt vor den Sommerferien seinen Bericht zu den strittigen Fragen geliefert hat.» Mit dem Gutachten habe man eine weitere Voraussetzung dafür geschaffen, dass die Gemeinde mit den anderen Eigentümern eine Einigung erzielen könne. Es besteht also die Hoffnung, dass im Spätherbst nächsten Jahres mit der Sanierung der Parkgarage und dem darüberliegenden Dorfplatz begonnen werden kann.
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