Von Aline Sloksnath ‒ 29. August 2025

Wer vorletztes Wochenende an der Zolliker Chilbi war, dem werden sie aufgefallen sein: die mobilen Fahrzeugsperren. Eingesetzt werden die beweglichen Barrieren meist bei Grossanlässen wie der Street Parade oder der Luzerner Fasnacht. Nun auch in unserer Gemeinde?
Der Grund ist nicht akut, aber ernst. Vorab: Es bestand zu keiner Zeit eine konkrete Bedrohung für die Zolliker Chilbi. Doch Terroranschläge mit Fahrzeugen kommen immer wieder vor und fordern in grossen Menschenmengen viele Verletzte und Todesopfer. Auch in unseren Nachbarländern: München im Februar 2025, Magdeburg im Dezember 2024, Nizza im Juli 2014. Um nur einige zu nennen. «Damit die Gäste der Chilbi optimal geschützt sind, wurden nebst den Polizeipatrouillen und einer Sicherheitsfirma auch mobile Fahrzeugsperren eingesetzt, um die Durchfahrt für Attentäter in das Chilbi-Gelände zu verunmöglichen», schreibt Jan Maderski, stellvertretender Polizeichef von Zollikon, auf Anfrage. «Aber es gab keine konkrete Bedrohung für die Chilbi Zollikon.» Der Vorschlag zur Erweiterung des Sicherheitskonzeptes kam von der Polizei Zollikon selbst, die Liegenschaftsabteilung der Gemeinde, die zuständig für die Durchführung der Chilbi ist, hat ihn bewilligt. Kostenpunkt: 30 000 Franken inklusive des dazugehörigen Personals, das die Zumiker Agentur für Sicherheit und Schutz (spa) stellte.
Mobile Fahrzeugsperren schaffen Sicherheit und erinnern gleichzeitig daran, warum sie notwendig sein könnten. Wie gelingt die Balance zwischen Sicherheitsgefühl und möglicher Verunsicherung? «Die Sperren sind der Bevölkerung mittlerweile bekannt. Die Zolliker Bevölkerung ist sich der Sicherheitslage in Europa bewusst», so Jan Maderski. «Es gab Personen, die sich beim Passieren der Sperren bei der Polizei oder der Sicherheitsfirma für deren Einsatz bedankten. Einige zeigten sich sogar interessiert und wollten mehr erfahren.» Abneigungen oder gar eine Verunsicherung deswegen seien nicht aufgefallen.
Ob der Einsatz solch mobiler Fahrzeugsperren ab jetzt Standard bei allen grösseren Anlässen in Zollikon wird, wird laut dem stellvertretenden Polizeichef derzeit abgeklärt.
Und in Zumikon? Eine Nachfrage bei Gemeindeschreiber Thomas Kauflin zeigt, auch dort ist das Thema präsent: «Die Kantonspolizei Zürich hat die Gemeinden sensibilisiert und aufgefordert, die Notwendigkeit für solche Sperren für ihre eigenen Anlässe einzuschätzen.» In Zumikon werde jeder bevorstehende Anlass einzeln betrachtet und beurteilt. «Dabei sind Kriterien wie Grösse, Personenaufkommen, örtliche Verhältnisse, Zufahrtsmöglichkeiten, Gewährleistung Rettungsachse und nicht zuletzt auch die Verhältnismässigkeit ausschlaggebend.» Die Entscheidung über einen möglichen Einsatz solcher Fahrzeugsperren trifft in erster Linie die Abteilung Sicherheit, wenn nötig in Absprache mit der zuständigen Person aus dem Gemeinderat. Bei einer komplexeren Ausgangslage kann die Kantonspolizei hinzugezogen werden, die nach eigener Einschätzung zusätzliche Auflagen erlassen kann.
Für die Zumiker Chilbi Ende September ist aktuell kein Einsatz von Fahrzeugsperren geplant. «Eine Analyse der Örtlichkeit sowie der Zufahrtsachsen hat ergeben, dass die Kriterien für das Aufstellen von solchen Sperren nicht erfüllt sind», schreibt der Gemeindeschreiber. Generell sei die Zufahrt auf den Dorfplatz schwierig, zudem würden die Zufahrten auf pragmatische Art und Weise mit anderen Mitteln verhindert und weiter erschwert.
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