Von Dörte Welti ‒ 29. August 2025

Über 50 Personen hatten sich zum öffentlichen mittäglichen Anlass der Ortspartei angemeldet, rund 70 waren gekommen an diesem schönen Spätsommertag, mehr als die Jahre zuvor. Gérard Olivary, SVP-Ortsparteipräsident und Mitglied der RPK Zumikon, erklärte das launig: «Andreas Glarner zieht!». Nationalrat Andreas Glarner (SVP) war als Gastredner an diesem Jubiläumsanlass angekündigt und erschien in voller Grösse. Nach ein paar Alphornklängen aus dem Wald begrüsste Gérard Olivary die Anwesenden, unter ihnen SVP-Kandidaten für die Gemeindewahlen vom März 2026 und Stefan Bührer (FDP), der amtierende Gemeindepräsident. Gérard Olivary nutzte die Gelegenheit, um die vergangenen neun Grillplausch-Anlässe noch einmal Revue passieren zu lassen.
Im Anschluss ergriff Marc Wachter das Wort, seines Zeichens Präsident der SVP Bezirk Meilen und im Vorstand der SVP Zumikon. Marc Wachter, der übrigens diesen SVP Grillplausch vor zehn Jahren initiiert hatte, informierte über den Status Quo in der Diskussion um die geplanten Asylunterkünfte im Gebiet Farlifang, für die eine Baubewilligung vorliegt. Sein Anliegen: Eine Privatperson aus dem überparteilichen Komitee «Asylzentrum Farlifang Nein» hatte eine Stimmrechtsbeschwerde gegen einen vom Gemeinderat als gebundene Ausgabe genehmigten Zusatzkredit eingereicht und vor dem Bundesgericht recht bekommen. Somit muss über den Zusatzkredit an der Urne abgestimmt werden (voraussichtlich am 30. November). Nicht ohne einen kleinen Seitenhieb gegen den ZoZuBo auszuteilen – Zitat: «Wir können nicht zum ZoZuBo gehen wie der Gemeindepräsident und ein einseitiges Interview bekommen» –, beschloss Marc Wachter sein Update mit der offenen Frage, ob an der Urne nur noch über besagten Zusatzkredit abgestimmt werden wird oder eventuell nochmals über das ganze Projekt Asylunterkünfte und übergab das Wort an den prominenten Gastredner.
Nationalrat Andreas Glarner hatte als Überschrift für seine Gastrede ein Versprechen für eine Erklärung gewählt, «Wie das Asylchaos die Gemeinden belastet». In rund 20 Minuten lieferte der um markante Formulierungen nicht arme Unternehmer um die 30 Argumente, die für die von ihm angenommenen Belastungen sorgen würden. Dabei holte er auch schwungvoll zu einem Rundumschlag über Politik-Kollegen aus, die seiner Meinung nach in der aktuellen Gesamtlage um die Themen Migration und Asylpolitik versagen würden. Auch die Medien würden nicht helfen, fand Andreas Glarner und beendete seine Ausführungen mit der Bemerkung, der Zustand sei nicht tragbar, dass es Schweizer Bürgerinnen und Bürger gebe, die Schutz suchen vor den Schutzsuchenden. Lösungen für die von ihm skizzierten Probleme lieferte der Politiker an diesem Anlass nicht, er war aber offen für jegliche bilateralen Fragen.
Nach soviel geballter Wortkraft bedankte sich Gastgeber Gérard Olivary bei dem Gastredner mit einem kleinen Geschenk und lud die bunte Besucherschar ein, sich weiterhin an Grillade und Getränken, die die SVP Zumikon offerierte, gütlich zu tun.
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