Von Aline Sloksnath ‒ 5. September 2025

Diesen Sommer hatte auch die Schweiz ihr Sommermärchen. Die UEFA Women’s EURO 2025 brachte volle Fussballstadien, rekordbrechende Fanmärsche und mehr Aufmerksamkeit für den Frauenfussball. Das Sportamt des Kantons Zürichs berichtet in diesem Zusammenhang von einem deutlichen Anstieg beim Mädchenfussball in der Region Zürich.
Eine Nachfrage bei SCZ-Präsident Ferry Hermida zeigt, auch in Zollikon hat sich etwas getan. Seit dieser Saison trainiert der Fussballclub nämlich wieder eine reine Mädchenmannschaft. Es ist die erste seit über zehn Jahren. Bislang spielten die Girls entweder in gemischten Mannschaften oder beim FC Küsnacht. Viele blieben bis zur Pubertät beim SCZ und wechselten dann.
Ausschlaggebend für die Neugründung waren vermehrte Anfragen von Eltern. «Ob das nur mit der EM zusammenhängt, kann ich nicht genau sagen. Auch das Schüeli und das Grümpi haben ihren Beitrag zu diesem gesteigerten Interesse geleistet», erklärt Ferry Hermida. Dieses Jahr gab es am Zolliker Plauschturnier zum ersten Mal eine Meitli-Kategorie für 1.- bis 3.-Klässlerinnen.
Die erste Anfrage für eine Mädchenmannschaft kam schon letzten Sommer. Dieses Jahr folgten weitere sechs bis sieben. Engagierte Eltern haben im Umfeld ihrer Töchter nach interessierten Mädchen gefragt, und so kam eine Liste von über 15 Spielerinnen zustande. «Wir haben wegen der aktuellen Anlässe mit vielen Anfragen gerechnet.» Für den Präsidenten war klar, das Angebot des SC Zollikon muss wieder erweitert werden.
Die Situation mit Bauarbeiten im Buechholz und beim Sportplatz Riet, dem Hauptplatz des SCZ, erschwerten die Entscheidung. Dem Verein fehlen momentan zu Abendstunden die Trainingsplätze. Doch da sich ein Vater bereit erklärte, die Mädchen am Mittwochnachmittag zu trainieren, konnten diese Steine umgangen werden.
Vor zwei Wochen hat die Mädchenmannschaft das erste Mal trainiert. Aktuell spielen 17 Mädchen im Alter von sechs bis zehn – davon sind elf neu im Verein mit dabei. «Wir haben auch alle Mädchen gefragt, die in gemischten Mannschaften spielten oder im Juniorenpool dabei waren. Aber über zehn neue Anmeldung in wenigen Wochen,
das ist schon viel», erklärt Ferry Hermida. Er hofft darauf, dass sich dies nun herumspricht. Die neue Mannschaft sei ein Probelauf, doch der Wunsch, es werde irgendwann pro Juniorenkategorie eine reine Mädchenmannschaft geben, ist da. Nach den Bauarbeiten auf dem Riet sollten auch die Platzprobleme schwinden.
ANMELDEN
Herzlich willkommen! Melden Sie sich mit Ihrem Konto an.