Kostenhub beim Hubboden-Becken

Von Joachim Lienert ‒ 12. September 2025

Am Mittwoch orientierten Gemeinde und Bauleitung an einem Medienrundgang über den Stand der Sanierungs­arbeiten beim Schwimmbad Fohrbach. Die gute Nachricht: Die Eröffnung ist weiterhin für Herbst 2026 geplant. Die schlechte: Es wird teurer.

Beim Rundgang geht es hoch hinaus – bei den Kosten auch. (Bild: jli)
Beim Rundgang geht es hoch hinaus – bei den Kosten auch. (Bild: jli)

Zum Rundgang geladen hatten der zuständige ­Gemeinderat André Müller, der ­Projektleiter der Gemeinde Yoshi Nakahara, die Leiterin Kommunikation Melanie Marday und der Bauleiter Gideon Kistler von BGS und Partner Architekten AG. Man kam schnell zur Sache. Die Rückbauarbeiten sind fast abgeschlossen, rund 710 Tonnen Material wurden entsorgt. André Müller: «Beim Rückbau sind einige Mängel aufgetaucht.» Jetzt könne man die Kosten besser abschätzen.

Konkret: Die von Stimmbevölkerung und Gemeindeversammlung bewilligten Bau- und Projektierungskredite lagen bei 46,2 Millionen Franken. Diesen Juni kommunizierte André Müller an der Gemeindeversammlung bei bereits angelaufenen Rückbau-Arbeiten eine Kostenschätzung von 50,3 Millionen Franken. Jetzt, per Ende August ist man bei 52,6 Millionen Franken angelangt. Also 6,4 Millionen Franken über den genehmigten Krediten.

Die neuerlichen Mehrkosten haben viel mit Rost zu tun, zum Beispiel bei den Fassadenstützen aus Stahl. Diese müssen für 250 000 Franken ersetzt werden. Die Stahlkonstruktion des Dachs muss ebenfalls stärker saniert werden, macht 400 000 Franken. Die Instandstellung von beschädigten Betondecken wird rund 100 000 Franken mehr kosten. Der Hauptteil des Kostenhubs aber ist dem Ersatz des auf der Aussenseite verrosteten Chromstahl-Hubboden-Beckens geschuldet: 800 000 Franken.

Pfusch vor 20 Jahren

Beim Rundgang erläuterte Gideon Kistler die Schäden. Auch der Laie sieht: viel Korrosion. Hätte man diese nicht früher feststellen können? «Wir haben die nötigen ­Sondagen – also Probeunter­suchungen – durchgeführt. Da sah man diese Mängel nicht. Erst als man den Boden ums Schwimmbecken abbrach, traten Schäden darunter ans Tageslicht. Sie sind so gravierend, dass man die 50 Jahre alten Stützen ersetzen muss.» Feuchtigkeit und Chlordämpfe drangen ein, die Dichtungen hielten nicht. André Müller betonte: «Wichtig: Das betrifft die Stützen der Fassaden und nicht des Dachs! Diese sind in Ordnung.»

Beim für Vereine und Schulen so wichtigen 10×15-Meter-Rutschbahn-Becken mit dem Hubboden aus Chromstahl ging man von einer Lebensdauer von 40 Jahren aus. Doch als es sich beim Rückbau öffnen liess, trat Korrosion zutage – so gravierend, dass die Wanne ersetzt werden muss. Gideon Kistler: «Das wurde vor 20 Jahren nicht richtig ausgeführt.» André Müller bleibt zuversichtlich: «Wir bleiben optimistisch und planen die Eröffnung weiterhin auf Herbst 2026.»

Überraschungen lassen sich bei einer Sanierung dieser Dimension aber nie ausschliessen. Wollte man dies tun, hätte man das Fohrbach ein halbes Jahr schliessen und weitere Untersuchungen vornehmen müssen, die ebenfalls sehr viel gekostet hätten. Und man wüsste nie, welche Stellen denn genau zu untersuchen sind. Der Zolliker Zumiker Bote wird in der nächsten Ausgabe ausführlicher berichten.

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