Von Aline Sloksnath ‒ 19. September 2025

Es war sehr schön. Rund fünfzig Personen kamen zur Vorstellung und alle waren begeistert. Wir haben wahnsinnig viele tolle Rückmeldungen erhalten. Auch organisatorisch hat alles super funktioniert. Wir haben sogar eine Videoaufnahme vom Konzert gemacht.
Jein. Das stimmt zwar, dass wir das Quartett vor 30 Jahren gegründet haben, allerdings gab es vor ein paar Jahren eine Pause. 2017 sind zwei meiner Kollegen aus verschiedenen Gründen ausgestiegen, meine Schwester tat dies bereits 2007. Ich habe versucht, eine neue Zusammensetzung auf die Beine zu stellen, das wollte aber nicht richtig funktionieren. Als ich schon fast Forfait gegeben habe, ist ein Kollege auf mich zugekommen und hat gefragt, ob es mein Quartett noch gäbe, er habe schon immer mit mir spielen wollen. Ich habe mir das durch den Kopf gehen lassen, wir blieben in Kontakt, und schliesslich führte eines zum anderen. Im Januar hatten wir die erste Schnupperprobe, es hat sofort funktioniert. Nun gibt es uns wieder, mit Matthias Alexander Bruns an der Violine, Izabel Markova an der Viola, Xavier Pignat am Violoncello und mir. Ich würde sogar sagen, wir sind so gut wie viele Jahre nicht mehr.
Meine Schwester und ich haben schon 1987 angefangen, Quartett zu spielen. Da war ich erst 15 Jahre alt. Das ging auch während unseres Studiums weiter. Gegen Ende Studium haben wir dann das Amar Quartett gegründet. Wir hiessen mit Ledignamen Weber, viele wollten, dass wir uns «Weber Quartett» nennen. Aber wir wollten es nicht an Personen binden. Einer unserer Professoren machte dann den Vorschlag «Amar Quartett», eine bekannte Formation aus den 30er-Jahren, zu der auch Paul Hindemith gehörte. 1995, anlässlich seines 100. Geburtstags, erhielten wir vom Hindemith-Institut in Frankfurt am Main die Erlaubnis, offiziell diesen Namen zu tragen.
Ich bin in Zollikon aufgewachsen und habe hier lange gelebt. Ich habe zu diesem Ort einen heimatlichen Bezug, auch wenn ich schon länger nicht mehr hier wohne. Mein altes Schulhaus steht direkt neben dem Gemeindesaal, da kommen natürlich alte Erinnerungen hoch. Zum Beispiel an den Schulweg, wie ich die Alte Landstrasse entlang ging und Regenwürmer beobachtete. Viele meiner Konzertbesucherinnen und -besucher gehören zur Generation meiner Eltern. Sie wohnen immer noch hier und kennen mich von früher. Es war schön, für ein Konzert an meinen Heimatort zurückzukehren. Aber ich besuche natürlich regelmässig meine Eltern und meine Schwester, die immer noch hier wohnen. Und ich bin
seit Jahren Konzertmeisterin bei den Stummfilmaufführungen von Christof Escher, die regelmässig im Gemeindesaal stattfinden. Dadurch hat sich auch ein Stammpublikum entwickelt, das mich kennt.
Da das Quartett lange auf Eis lag, fühlt sich alles etwas wie ein Neuanfang an. Und das braucht Zeit. Man muss sich wieder neu positionieren, Konzerte akquirieren, Kontakte aufbauen. Viele Veranstalter planen ihre Konzertreihen lange im Voraus. Aber auf jeden Fall wieder in Zollikon. Nächsten Frühsommer beispielsweise wieder mit einer Stummfilmvorführung.
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