Von Björn Reinfried ‒ 26. September 2025

«Nein, ich war nicht sehr nervös», antwortet Hans Ueli Schlaepfer auf die erste Frage, die einem in den Sinn kommt, wenn man an den wichtigsten Preis der Schweizer Comedy-Welt denkt. Der Swiss Comedy Award ist eine Fernsehsendung – eine im grossen Stil, eine Live-Samstagabend-Show des SRF. «Es hat etwas von der Oscar-Verleihung», sagt der Zolliker Pianist, «man sitzt da mit all den Comedy-Grössen der Schweiz; von Divertimento bis Ursus und Nadeschkin. Es werden Ausschnitte aus den Programmen gezeigt, es gibt Musik, und die Gewinner bekommen einen Preis.»
«Als wir den Preis dann gewonnen haben, haben wir uns riesig gefreut», sagt der Vollblutmusiker, der im aktuellen Stück Forever Young des Ensemble Shake Company als Pianist sich selbst spielt. Der Plot des Stücks: Ein ehemaliges Theater im Jahre 2045 ist zur Altersresidenz für ehemalige Bühnenstars geworden. Die Schauspielerinnen und Schauspieler spielen sich selbst – einfach als Greise. Situationskomik gepaart mit den grössten Hits aller Zeiten.
Dass das Ensemble nun den Swiss Comedy Award in seiner Kategorie gewonnen hat und zusätzlich noch mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde, macht Hans Ueli Schlaepfer natürlich stolz. Die Ehrung ist einer der grössten Preise, die er oder eine Gruppe, in der er mitwirkte, bisher entgegennehmen konnte.
Die Theater- und Musical-Welt ist dem Zolliker Pianisten schon lange zur Heimat geworden: «Seit 30 Jahren mache ich das jetzt schon, und seit 25 arbeite ich mit dem Ensemble Shake Company zusammen.» Dass Hans Ueli Schlaepfer und das Ensemble ausgerechnet einen Preis für Komik gewonnen haben, liegt in der Natur des Stücks, nicht aber unbedingt in jener des Pianisten, denn er wirkt nicht nur bei Komödien mit: «Ich habe beim Musical zur Geschichte der ersten bekannten und prominenten Transfrau der Schweiz, Coco, mitgewirkt, und das war weiss Gott keine lustige Geschichte.»
Neben dem Preis freut Hans Ueli Schlaepfer besonders, dass die Shake Company Forever Young aktuell im Seefeld in Zürich aufführt: «So nah an Zollikon haben wir noch nie gespielt, da kann ich praktisch mit den Pantoffeln gehen», sagt er und lacht. Und was macht das Ensemble mit dem Preis? «Den haben wir natürlich in unser Bühnenbild eingebaut, den kann man jetzt bei unseren Aufführungen bestaunen.»
Wer Lust hat, das Theater und den Zolliker Pianisten inklusive Swiss Comedy Preis live zu sehen, der hat jetzt die Gelegenheit: nur einen Steinwurf entfernt von Zollikon. Oder am 29. November, wo Hans Ueli Schlaepfer am selben Ort neuen Jazz spielen wird.

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