Brunnenpflege und Wasserqualität

Von Claudia Eberle-Fröhlich ‒ 3. Oktober 2025

Der Unterhaltsdienst der Gemeinde Zollikon hält 24 Brunnen instand, reinigt sie und prüft die Wasserqualität regelmässig. Weitere elf Brunnen gehören Privaten, Kirchen und Schulen. In Zumikon fällt der Aufwand für sieben gemeindeeigene und vier private Brunnen geringer aus.

Dorfbrunnen sind nicht nur Wasserspender, sondern auch historische und kulturelle Elemente. Sie zu pflegen ist wichtig. (Bild: cef)
Dorfbrunnen sind nicht nur Wasserspender, sondern auch historische und kulturelle Elemente. Sie zu pflegen ist wichtig. So wie es Julius hier in Zollikon macht. (Bild: cef)

Traditionsgemäss legen die Gemeinden grossen Wert auf die Pflege von Brunnen als historische und kulturelle Elemente, da sie das Dorfbild prägen und zur Lebensqualität beitragen. Sie sind Zeugen des einstigen dörflichen Lebens und Charakters der jahrhundertealten Gemeinden (Zollikon 946 und ­Zumikon 1153 Jahre) und sind aus dem Dorfbild nicht wegzudenken.

Dazu gehören nicht nur die offiziellen Brunnen, sondern auch jene, die von Privaten gepflegt werden. Von den einstigen Brunnen- oder Wasserkorporationen besteht in Zollikon nur noch die kleine Brunnenkorporation Oberdorf. Sie besitzt eine eigene Quelle auf der «Höhe» und beliefert die Brunnengenossinnen und -genossen lediglich mit Wasser für die Brunnen der Gärten.

Ende des 19. Jahrhunderts begann man mit dem Ersatz der hölzernen «Tüchlleitungen» Wasserleitungen durch eiserne Röhren. Brunnen mit guter Wasserqualität wurden von der Wasserversorgung einverleibt, die schlechten wurden meist in die Bäche eingeleitet. Der Bau der zentralen Wasserversorgung 1877 ermöglichte, die Zahl der Brunnen zu erhöhen und damit dem Bedürfnis der wachsenden Bevölkerung entgegenzukommen. Doch schon bald verloren die öffentlichen Brunnen zunehmend an Bedeutung, da die Wasserzulieferleitungen in die Häuser mit jeder neuen Strasse möglich wurde und den täglichen Gang zum Brunnen überflüssig machte. Wenn heute ein neuer Brunnen erstellt wird, dient er in erster Linie dem künstlerischen Schmuck oder auf Spielplätzen einem natürlichen Spiel- und Sinneserlebnis für Kinder.

Wasserqualität überwachen

«Die Brunnen werden regelmässig mit Bürsten und im Herbst zusätzlich mit dem Kärcher gereinigt. In Zollikon sind die Brunnen bis Ende Oktober in Betrieb und werden bis Anfang April im Winterschlaf belassen», weiss Adi Imeri, Teamleiter Strassenunterhalt, zu berichten. Der Grund ist nicht der Frost, sondern dass Unterhalts­arbeiten reduziert werden können. Auch die Kosten für das Wasser, das heute von Zürich gekauft ­werden muss, fallen auf diese ­Weise tiefer aus. Ausnahmen sind die Brunnen im Rebwies und auf dem Blumenrain-Spielplatz sowie der Rösslibrunnen im Dorfzentrum. Diese drei bleiben zur Qualitätsüberprüfung des Wassers ganzjährlich in Betrieb und werden ­lediglich bei sehr kalten Temperaturen abgestellt, was aber in den letzten Jahren nie vorgekommen ist.
Dieses Vorgehen ist durch Vorschriften auf kantonaler Ebene begründet. Die Abteilung Gewässerschutz des Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) schreibt eine regelmässige Kontrolle vor. Wasserproben für öffentlich zugängliches Trinkwasser werden bereits seit vielen Jahren genommen. Im Laufe des Jahres führt die Werke am Zürichsee AG monat­liche Kontrollen durch, einmal jährlich nimmt das kantonale ­Labor zusätzlich eine detaillierte Wasseranalyse vor. Da das Wasser heute als Lebensmittel deklariert wird, müssen auch die Werke am Zürichsee als Produzenten überwacht werden.

Doppelte Kontrolle

«Das Wasser wird in Zollikon, Küsnacht und Erlenbach meist aus dem See bezogen, was eine strikte Kontrolle unumgänglich macht», erklärt Andreas Heusser von den Werken am Zürichsee auf Anfrage. Die Produzenten sind dafür zuständig, die Leitungen anzuschliessen und das Wasser ein- und auszuschalten. Damit eine aussagekräftige Statistik über die Qualität des Wassers erstellt werden kann, werden die Messungen immer an den gleichen Brunnen durchgeführt. Private Eigentümer von Quellen, die es in allen Gemeinden gibt, werden von den Werken am Zürichsee nur beratend unterstützt. Sanierungen oder Neugestaltungen von Brunnen und Quellfassungen auf Privatgrund liegen jedoch in der Verantwortung der Eigentümerschaft und werden nicht auf Gemeindekosten durchgeführt.

Albert Gnehm, Werkmeister und stellvertretender Brunnenmeister, ist für die sieben Brunnen in Zumikon zuständig: «Die Dorfbrunnen werden wetterabhängig betrieben, sie fliessen bis zum ersten Frost, oft noch bis in den Dezember hinein.» Das Wasser stamme aus dem Zürichsee und werde über die Wasserversorgung Lengg bezogen. «Die sporadische Qualitätskontrolle obliegt allein dem AWEL.»

Wer mehr über die Qualität unseres Trinkwassers wissen will, kann unter www.trinkwasser.ch Informationen transparent einsehen.

Werbung

Neuste Artikel

Newsletter

Dieses Feld wird benötigt.

ANMELDEN

Herzlich willkommen! Melden Sie sich mit Ihrem Konto an.