Von Aline Sloksnath ‒ 3. Oktober 2025

Das Stimmvolk der politischen Gemeinde Zumikon sowie der reformierten und der katholischen Kirchgemeinden haben am Abstimmungssonntag den jeweiligen Vorlagen zur Erneuerung des Gemeinschaftszentrums Zumikon (GZZ) zugestimmt.
Nach 40 Jahren Nutzung steht beim GZZ eine umfassende Sanierung an. Dafür wurden Verpflichtungskredite erforderlich – 29,95 Millionen Franken von der politischen Gemeinde, 3,18 Millionen von der reformierten Kirchgemeinde Zollikon-Zumikon und weitere 4,03 Millionen von der katholischen Kirchgemeinde Zollikon-Zollikerberg-Zumikon.
Die Stimmberechtigten der politischen Gemeinde Zumikon nahmen die Vorlage mit 1909 Ja- zu 333 Nein-Stimmen an. Eine Zustimmung von über 85 Prozent. «Ich bin Optimist und habe mit einer Ja-Mehrheit von etwa zwei Drittel gerechnet. Davon, dass es noch deutlich mehr wurde, bin ich freudig überrascht», schreibt Thomas Epprecht, Gemeinderat und Liegenschaftenvorstand in Zumikon, auf Anfrage. Vor allem nach dem Tag der offenen Tür vor einem Monat (Zolliker Zumiker Bote 36/2025) sei er zuversichtlich gewesen: «Verschiedene Menschen kamen damals auf mich zu und sagten, sie seien zwar skeptisch zur Besichtigung gekommen, würden jetzt aber überzeugt nach Hause gehen.»
Die Abstimmung zum GZZ war aussergewöhnlich: Da neben der politischen Gemeinde sowohl die katholische als auch die reformierte Kirchgemeinde Stockwerkeigentümer des GZZ sind, konnten die Stimmberechtigten aus Zollikon mitentscheiden. Dass auch aus Zollikon Zustimmung kam, freut Thomas Epprecht: «Die Solidarität der Mitglieder der Landeskirchen geht offensichtlich über die Grenzen der politischen Gemeinden hinaus.» Das gute Resultat deutet der Liegenschaftenvorsteher als Vertrauensbeweis: «Es hat sich gezeigt, dass es sich lohnt, die Menschen immer wieder einzubeziehen, ihre Anregungen und Kritiken aufzunehmen und das Projekt so weit zu verbessern, bis sich eine überzeugte Mehrheit damit identifizieren kann.»
So sieht es auch Hanna Rüegg, Präsidentin der reformierten Kirchenpflege: «Wir haben mit einem Ja gerechnet, weil die Bevölkerung im Vorfeld gut über das Projekt informiert wurde. Wir wissen, dass ein grosses Vertrauen in die Kirchenpflege und unsere Arbeit besteht.» Die Mitglieder haben an der Urne mit über 84 Prozent zugestimmt. «Das gute Resultat zeigt auch, dass das Zusammenschweissen unserer Mitglieder auf bestem Weg oder gar schon passiert ist.» Die reformierten Kirchgemeinden haben erst vor rund zwei Jahren fusioniert.
Seitens der katholischen Kirchgemeinde klingt es ähnlich, wo die Vorlage an der Kirchgemeindeversammlung mit 96 Ja- zu lediglich zwei Nein-Stimmen ebenfalls deutlich angenommen wurde. «Ich deute das Resultat als überzeugendes Ja zur starken Gemeinschaft sowie zur guten Zusammenarbeit mit den anderen beiden Eigentümerparteien. Ich sehe es auch als Vertrauensbeweis für die Arbeit der Kirchenpflege», meint Vedran Zrno, Präsident der katholischen Kirchenpflege. Als einzige Eigentümerin führte die katholische Kirche die Abstimmung vor Ort durch: «Wir durften letzten Sonntag deutlich mehr Anwesende als sonst begrüssen. Es kamen viele aus Zumikon, aber auch aus Zollikerberg und Zollikon, was die starke Gemeinschaft unterstreicht.»
In einem nächsten Schritt wird das Baugesuch eingereicht, zeitgleich starten die Ausführungsplanung und die Vorbereitung der Submission.
Gegen andere Bauprojekte in Zumikon, wie etwa die Asylunterkunft Farlifang oder die Sanierung der Tiefgarage beim Dorfplatz, wurden Rekurse eingereicht. Ein Grund zur Sorge? «Auf Vorrat mache ich mir nie Sorgen. Dass die demokratische Tradition des ‹Guten Verlierers› bröckelt, entspricht dem Zeitgeist, wobei es immer nur Einzelne sind, die das Gemeinwohl aus den Augen verlieren», zeigt sich Thomas Epprecht optimistisch.
Läuft alles wie geplant, wird das GZZ 2029 fertiggestellt. Darauf freuen sich nicht nur die drei Gemeinden. «Die Vorfreude darauf ist bei den allermeisten Zumikerinnen und Zumikern gross», meint Thomas Epprecht abschliessend.
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