Von Aline Sloksnath ‒ 3. Oktober 2025

Kurt Erni hat seine Kindheit in einem Buch verarbeitet, und bricht damit ein Tabu. In seiner Autobiografie «Vom Nichts zum Ich» schreibt er über weibliche Gewalt. Seine Mutter misshandelte ihn von klein auf. Schweigend flüchtete er sich in Fantasiewelten, bis er als Jugendlicher beschloss, seinem Schicksal zu entkommen.
Aufgeschrieben hat er seine Geschichte erst im fortgeschrittenen Alter. Das Schreiben half ihm, die traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten, die er lange verdrängt hatte. Nächtelang hielt er seine Vergangenheit fest. «Nun habe ich die Schublade leergeräumt. Da ist Platz für etwas Neues», sagte er vor einem Jahr (ZoZuBo 43/2024). Mit seinem Buch wolle er nicht nur seine Geschichte erzählen, sondern auch mit dem Mythos aufräumen, dass Gewalt fast nur von Männern ausgehe.
Nun ist der 76-jährige Zumiker für den Prix Courage der Schweizer Zeitschrift «Beobachter» nominiert. «Für seinen Mut, das Schweigen zu brechen», begründet die Redaktion.
Der Prix Courage ist ein Schweizer Preis für besondere Zivilcourage. Er wird seit 1996 jährlich von der Schweizer Zeitschrift Beobachter verliehen. Der Preis geht an Menschen, die sich unter Gefahr oder grossem persönlichen Einsatz mutig für andere einsetzen – etwa bei Gewalt, Ungerechtigkeit oder in Notsituationen. Ziel des Prix Courage ist es, öffentliches Bewusstsein für Zivilcourage zu schaffen und mutiges Handeln in der Gesellschaft zu fördern. Ganz unter dem Motto: «Bühne frei für mutige Menschen». (asl)
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