Von Aline Sloksnath ‒ 10. Oktober 2025

Das Café am Puls schliesst – auf Zeit. Oder besser gesagt: Das Team verlängert seine übliche Pause im Herbst bis in die Adventszeit, um sich neu zu erfinden.
«Wir haben schon im Frühling gemerkt, dass es nach fünf Jahren Betrieb Zeit für eine Veränderung wird», erzählt der Kommunikationsverantwortliche Thomas Hauser auf Anfrage. Um herauszufinden, was genau verändert werden soll, habe man im Frühjahr und Sommer eine Befragung bei den Gästen und den freiwilligen Mitarbeitenden durchgeführt.
Die Umfrage zeigte sowohl, was die Gäste am Café besonders schätzen, als auch, was sie daran vermissen. «Viele wünschen sich, dass wir die Jahreszeiten mehr mit einbeziehen. Oder dass mal eine Apéro-Time von der Musik bis zum Essen nach einem Thema gestaltet wird», sagt Thomas Hauser, der selbst als Freiwilliger bei der Apéro-Time mithilft. Ebenfalls wurde ein diverseres Mittagsmenü, das mehr auf regionale Produkte setzt, gewünscht. Anhand dieser und weiterer Ideen will man nun das Konzept überdenken und wo nötig anpassen: «Wir merkten, wir müssen uns dem Zeitgeist annehmen.»
Bereits im Frühling verspürten die Verantwortlichen den Wunsch nach Veränderung, die Befragung war im Sommer abgeschlossen, doch die Konzeptphase beginnt erst jetzt – wieso? «Eigentlich hätte sich die längere Sommerpause hervorragend geeignet für diese Umstrukturierung», bestätigt Thomas Hauser. Doch da habe Nicole Bernet gerade die Betriebsleitung übernommen. «Das wäre etwas viel gewesen», meint Thomas Hauser. «Jetzt wollen wir es aber in die Hand nehmen.»
Neben der Neuausrichtung der Philosophie wollen die Verantwortlichen in dieser Pause die Infrastruktur auf Vordermann bringen. Gewisse Küchengeräte seien noch aus den 60er-Jahren, die Stromversorgung in der Küche müsse dringend den neusten Standards angepasst werden, die reiche für alle Geräte einfach nicht mehr. «Dadurch wollen wir auch die Effizienz im Restaurantbetrieb steigern», erklärt Thomas Hauser.
Das Café am Puls ist ein Angebot der reformierten Kirche Zollikon-Zumikon. So werden neben der Betriebsleiterin Nicole Bernet auch Mitglieder der Kirchenpflege und des Leitungskonvents, Peter Lissa, Leiter des Freiwilligen-Teams, mehrere Freiwillige und Thomas Hauser bei der Ausarbeitung des zukünftigen Konzeptes dabei sein «Die neuen Ideen sollen schliesslich für alle involvierten Parteien stimmen», erklärt Thomas Hauser.
Dieser Umstand wird auch kritisiert. «Veränderung gehört zum Leben – ob wir sie willkommen heissen oder nicht. Dennoch fällt es schwer, Abschied zu nehmen, auch wenn nur vorübergehend, von einem Ort, der für viele Menschen weit mehr ist als nur ein Café», schreibt Jane Oberholzer vom Zollikerberg in ihrem Leserbrief (siehe Seite 11). Dass das Café bis zum 2. Dezember geschlossen bleibe, sei für viele ein Verlust. Die temporäre Pause treffe vor allem die Menschen, «die auf diesen Ort der Wärme und Zugehörigkeit angewiesen sind.»
Bei der Eröffnung vor fünf Jahren hat man sich zum Ziel gesetzt, einen Ort zu schaffen, der Generationen verbindet und die Gemeinschaft fördert. Das scheint erreicht zu sein. Das Café am Puls ist über die Gemeindegrenzen hinweg beliebt. «Verschiedene Eltern kommen mit ihren Kindern von weiter her. Auch bei Events haben wir immer wieder Gäste, die weder aus Zollikon noch Zumikon kommen», sagt Thomas Hauser.
Die vorübergehende Schliessung wird nur den normalen Café-Betrieb beeinflussen – Events wie die Apéro-Time, das «Singe mit de Chliine» sowie die weiteren Angebote der reformierten Kirche Zollikon-Zumikon im Zollikerberg werden nach den Herbstferien wie gewohnt weitergeführt.
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