Von Joachim Lienert ‒ 17. Oktober 2025
Die Gegenwart hat keine Zukunft. Neulich sagte ein Freund, seine noch junge Liebe sei in die Brüche gegangen. Auf die Frage, ob er nicht traurig sei, meinte er: «Nein, wieso? Wir hatten eine schöne Zeit, und die Zukunft können wir nicht vorhersagen. Ich kann jetzt gar nicht wissen, was uns erwartet hätte, wenn wir zusammengeblieben wären. Deshalb bin ich nicht traurig.» Ich war verblüfft, schliesslich ist fast alles, was wir tun, auf die Zukunft ausgerichtet. Der Volksmund sagt: «Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern.» Doch selbst in diesem Medium geht es fast immer um die Zukunft. Auch in der heutigen Ausgabe. Junge Ruanderinnen bilden sich aus – für die Zukunft. Ein Spatenstich wird gesetzt – für die Zukunft. Südstarts sollen erlaubt werden – in der Zukunft. Eine Partei will zwei Gemeinderäte stellen – in der Zukunft. Und in dunkelsten Zeiten brauchen Angehörige Nachsorge – für ihre Zukunft. Sie sehen: In unserer Zeitung steckt viel Zukunft drin. Wie diese sich wirklich gestalten wird, weiss niemand. Lesen Sie jetzt – in der Gegenwart.
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