Investitionen hoch, Steuerfuss stabil

Von Aline Sloksnath ‒ 7. November 2025

Die Gemeinde Zollikon budgetiert für 2026 ein Defizit – der Steuerfuss soll trotzdem gleich bleiben.

Auch 2026 bleibt der Steuerfuss in Zollikon gleich. (Archivbild: Daniel Facen)
Auch 2026 bleibt der Steuerfuss in Zollikon gleich. (Archivbild: Daniel Facen)

Zum dritten Mal in Folge bleibt der Steuerfuss auch nächstes Jahr unverändert bei 76 Prozent. Und das, obwohl der Gemeinderat für 2026 einen Aufwandüberschuss von 5,8 Millionen Franken budgetiert. Möglich mache dies das hohe Nettovermögen von rund 108 Millionen, das in den vergangenen Jahren aufgebaut werden konnte und im kommenden Jahr nun gezielt für anstehende Investitionen eingesetzt werde, heisst es in einer Medienmitteilung Ende Oktober.

Wohin die grössten Investitionen fliessen, ist bekannt: namentlich in die Sanierung des Schwimmbads Fohrbach und den Bau eines Provisoriums für das Betreuungshaus Rüterwis. Daneben will der Gemeinderat in «zahlreiche kleinere Projekte» investieren. Für Investitionen ins Verwaltungsvermögen sind etwas über 49 Millionen Franken vorgesehen.

Höhere Abschreibungen, höhere Ausgaben

Dieser Investitionsschub wird in Zukunft spürbar sein. Nächstes Jahr soll das sanierte Fohrbach öffnen, was die Abschreibungen gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Millionen Franken erhöhen wird. Zusätzlich wird der Betrieb des Schwimmbads Personal- und Sachkosten steigern. Auch die Digitalisierung wird Mehrkosten verursachen: Der Gemeinderat rechnet mit 1,5 Millionen Franken. Hinzu kommen laut Mitteilung die 750 000 Franken, die die Gemeindeversammlung als Betrag zum Erhalt des Restaurants Trichtenhausermühle beschlossen hat.

Der kantonale Finanzausgleich wird hingegen Entlastung bringen. «Die Abgabe soll um 4,2 Millionen Franken sinken.» Die Begründung: Im Bemessungsjahr 2024 ist die Steuerkraft in Zollikon leicht zurückgegangen, im Kanton Zürich hingegen insgesamt gestiegen. 2025 musste die Gemeinde 72,5 Millionen abgeben.

Unsicherheiten bei den Steuereinnahmen

Sowohl die geopolitische als auch die wirtschaftliche Lage beeinflussen die Entwicklung der Steuereinnahmen. «Der Gemeinderat hat sie deshalb vorsichtig geschätzt», wird Gemeinderätin und Finanzvorsteherin Sylvie Sieger (FDP) zitiert. «Berücksichtigt wurden hingegen höhere Steuereinnahmen aufgrund der angekündigten Erhöhung der Vermögenswerte selbstgenutzter Liegenschaften und der Eigenmietwerte.» Nach der Abstimmung zur Abschaffung des Eigenmietwerts und des hängigen Bundesgerichtsurteils zur Erhöhung der Vermögenswerte sei die Umsetzung im Kanton Zürich momentan noch unklar. Mit Mehreinnahmen von rund zwei Millionen Franken rechnet der Gemeinderat bei den Grundstücksteuern.

Durch den Ausgabenüberschuss und die hohen Investitionen wird das Nettovermögen 2026 um rund 39 Millionen Franken schrumpfen. Insgesamt budgetiert der Gemeinderat für nächstes Jahr einen Gesamtaufwand von knapp 215 Millionen bei einem Gesamtertrag von rund 209 Millionen. Das letzte Wort dazu wird die Gemeindeversammlung im Dezember haben.

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