Mit Schere und Engagement – Freiwilligepflegen Wildhecken

Von Claudia Eberle-Fröhlich ‒ 21. November 2025

Am Rebrain im Zollikerberg liegt eine ökologisch besonders wertvolle Magerweide. Damit dieser Lebensraum erhalten bleibt, muss er regelmässig entbuscht und gepflegt werden. Der Ornithologische Verein Zollikon (OVZ) engagiert sich seit sechs Jahren ehrenamtlich für das Gebiet.

Helferinnen und Helfer trafen sich im morgendlichen Nebel zur Wildheckenpflege. (Bild: cef)
Helferinnen und Helfer trafen sich im morgendlichen Nebel zur Wildheckenpflege. (Bild: cef)

Trotz neblig kühlem Morgen standen die freiwilligen Helferinnen und Helfer pünktlich um 9 Uhr da, mit Schere, Spaten und Säge. Bereits das sechste Mal steht der Ornithologische Verein Zollikon ehrenamtlich im Einsatz für den Erhalt des Rebrains. Beatrix Bruderer, die von den Anweisungen bis zur Verpflegung alles organisiert hat, gab den Tagesablauf bekannt.

In diesem Gebiet hat sich der vom Aussterben bedrohte Neuntöter in den letzten Jahren eingenistet. Der scheue Vogel ist auf kurze, dornige Hecken angewiesen, die in der heutigen Kulturlandschaft selten geworden sind. Im Sommer 2024 hat der Kanton das Gebiet Rebrain aufgewertet. Den Schutz wertvoller Lebensräume und die Bewahrung der Artenvielfalt verantworten Kanton und Gemeinden gemeinsam. Während die Gemeinde Zollikon die alltägliche Umsetzung übernimmt, etwa die Inventarisierung ökologisch wertvoller Flächen und konkrete Schutzmassnahmen, ist der Kanton für übergeordnete Gebiete zuständig, die mehrere Gemeinden betreffen oder kantonalen Schutzprioritäten unterliegen. Für den Unterhalt des Rebrains bleibt jedoch der OVZ die treibende Kraft.

Steinhaufen beleben

Neben dem Heckenschneiden geht es auch darum, invasive Neophyten wie beispielsweise die armenische Brombeere und den seidigen Hartriegel zurückzudrängen. Die armenische Brombeere bildet undurchdringliche Gestrüppe, während die Schlingpflanze Henrys Geissblatt ganze Bäume niederdrückt. Auch der Hartriegel breitet sich unkontrolliert aus. Bei den Einsätzen werden zudem überwucherte Steinhaufen freigelegt, die Eidechsen und Insekten als Lebensraum dienen. Hecken sind nicht nur für den Neuntöter wichtig, sie schützen auch vor Erosion, verbessern die Bodenqualität und bieten Nahrung und Schutz für Feldhasen und andere Tiere.

Nach dem anstrengenden, doch effizienten Tag sagt Beatrix Bruderer zufrieden: «Neben der vielfältigen und lehrreichen Arbeit schätze ich das Zusammensein mit zum Teil neuen Freiwilligen; die Gespräche in den Pausen sind wertvoll. Der OVZ lädt deshalb alle rüstigen Zollikerinnen und Zolliker ein, bei der Pflege der Wildhecke und der Weide nächstes Jahr mitzuhelfen – am Samstag, 7. November 2026.»

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