Handyverbot für Kinder?

Von Björn Reinfried ‒ 28. November 2025

Eine Gruppe von Müttern aus Zollikon und dem Zollikerberg engagiert sich für die Initiative «Smartphone-freie Kindheit». Sie wollen andere Eltern überzeugen, ihren Kindern freiwillig bis 14 kein Handy zu geben.

Judith Mohan und ­Caterina Beffa wollen möglichst viele Eltern in Zollikon für einen sogenannten Elternpakt gewinnen, der festlegt, dass Eltern ihren Kindern erst ab 14 Jahren ein Handy und erst ab 16 den Zugang zu Social Media erlauben. Der Elternpakt ist rein symbolisch und rechtlich nicht bindend, die beiden möchten ihn im Gespräch mit anderen Eltern bekanntmachen. Dass Kinder kein Handy haben und somit auch kein Gruppendruck besteht, soll zur neuen Normalität werden. Ziel der Initiative ist es, dank gegenseitiger Unterstützung der Eltern eine sichere und kindgerechte Entwicklung ohne digitalen Druck zu ermöglichen.

«Es geht uns nicht darum, Technologie zu verteufeln oder zu verbieten», sagen Judith Mohan und ­Caterina Beffa. Sie sehen in den Geräten und in Social Media viele Chancen, die Kinder nutzen sollen – aber altersgerecht und begleitet: Eine Möglichkeit sind Familiengeräte, um bereits früh den Umgang mit dem Internet zu erlernen, ohne überfordert zu sein. Nebst der Sorge, dass Soziale Medien für Kinder sowohl psychische als auch physische Gefahren mit sich bringen können, führen die Initiantinnen Entwicklungsstörungen kindlicher Gehirne an: «Zwischen 11 und 13 Jahren entwickeln sich die exekutiven Fähigkeiten. Wenn Kinder in dieser sensiblen Phase ständig durch Handys abgelenkt oder durch Social Media belohnt werden, stört das die Entwicklung.»

Sind die zwei Mütter überzeugt, ihren Kindern den Umgang mit digitalen Medien auch dann noch beibringen zu können, wenn sie ihre ersten ­Geräte und Accounts erst mit 14, respektive 16 haben werden? «Teenager sind für Eltern nicht ‹verloren›, wenn sie in die Pubertät kommen. Sie suchen nach Orientierung – und sind oft dankbar für klare, respektvolle Führung durch Erwachsene.»

Wie viel Bildschirmzeit geben sie sich selbst? «Früher war ich täglich auf Instagram und musste mir ­dafür irgendwann eine Limite von 15 Minuten pro Tag setzen». sagt Caterina Beffa, «auch durch die Rückmeldung meiner Kinder: ‹Mama, du bist zu viel am Handy›. Heute liegt meine durchschnittliche Bildschirmzeit unter zwei Stunden.»

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