Parkour für Kids

Von Björn Reinfried ‒ 28. November 2025

Der TSV Zumikon bietet mit den «Kids Athletics» sowie den «Kids Multisport» eine Sportart an, die in Turnvereinen weniger verbreitet ist: Parkour. Bei den Kindern kommt das Angebot gut an – auch Jugendliche wären interessiert.

Die "Kids Athletics» und die «Kids Multisport» mit Alex Hüttig und seinem Team. (Bilder: bre)
Die „Kids Athletics» und die «Kids Multisport» mit Alex Hüttig und seinem Team. (Bilder: bre)

In der Turnhalle Farlifang sind an diesem Abend zwei Hallen mit Geräten vollgestellt. In beiden haben Alex Hüttig und sein Team Parkours aufgebaut. Kinder rennen, springen, hangeln lachend und schreiend auf ihnen herum. In einer Halle trainieren die «Multis», Kindergartenkinder unter der Aufsicht von Aaron Duartes, in der anderen die «Kids Athletics». «Chasch bitte es Foti vo eus mache?» «Chömemer i de Zitig?» Die Parkours machen den Kindern sichtlich Spass – sie springen scheinbar mühelos über die Hindernisse, klettern Mattenwände hoch, hangeln sich an Ringen entlang. Dass das nicht so einfach ist, wie es aussieht, kann der Autor nach einem Selbstversuch bezeugen.

«Wir wollten die Kinder zur Bewegung motivieren und sie so ein wenig weg von der Elektronik bringen», erinnert sich Alex Hüttig an die Anfangszeit vor acht Jahren. Er hatte mit anderen Engagierten nach einer speziellen Sportart gesucht. Sie kamen auf Parkour. Entwickelt in den späten 1980er-Jahren als eine Fortbewegungsart mit dem Ziel, nur mit den Fähigkeiten des eigenen Körpers möglichst effizient von Punkt A nach Punkt B zu gelangen. Es wird versucht, sich in den Weg stellende Hindernisse durch Kombination verschiedener Bewegungen so effizient wie möglich zu überwinden. Bewegungsfluss und -kontrolle stehen dabei im Vordergrund. Parkour wird deshalb auch als «Kunst der effizienten Fortbewegung» bezeichnet.

Alex Hüttig und sein Team druckten und verteilten damals Flyer – ohne Echo. «In den ersten vier ­Wochen war meine Tochter quasi allein hier.» Als sie in den Kindergarten kam, machte er dort Werbung, es folgten weitere Kinder in die Turnhalle: «Im Winter waren es schon zehn, nach einem Jahr 15 Kinder», sagt Alex Hüttig, «dann waren es auf einmal 25».

Heute sind bei den «Multis», den Kindergärtlern, etwa zwanzig; bei den «Kids Athletics» 25. Werden die Kleinen älter, wechseln sie zu den Grösseren. Aktuell gibt es Parkour für Kindergartenschüler bis zur vierten Klasse. «Wir haben einige Jugendliche, die zu alt für die «Kids Athletics» geworden sind und gerne weitermachen würden», erklärt Alex Hüttig, der auch schon Ideen hat: «Mit ihnen würde ich gerne mehr draussen an Gebäuden oder im Wald üben. Aber dafür fehlen mir im Moment Co-Trainer, allein schaffe ich das nicht.»

Die Kinder von «Kids Multisport» beim Training.
Die Kinder von «Kids Multisport» beim Training.

Warum Parkour?

«Im Allgemeinen nimmt die Bewegung heute immer mehr ab», sagt Alex Hüttig. Deshalb hat er nach einem Sport gesucht, der Spass macht und Ausdauer, Koordination, Bewegung und Balance verbindet. Parkour bietet sich hier an. «Manchmal machen wir einfachere Parkours auch blind, um das Körperbewusstsein sowie den Teamspirit weiter zu fördern.» Nebst den Trainings an jedem Mittwochabend organisiert Alex Hüttig auch Fackelwanderungen im Winter, Training im Wald, Sportlager mit Abenteuerspielplatz und Seilpark. Parkour in Zumikon ist Polysportivität, bei der auf spielerische Art und Weise trainiert wird.

Der 20-jährige Aaron Duartes ­trainiert die «Multis» in der Halle nebenan. Er findet es wertvoll, den Kindern Bewegung mit auf den Weg zu geben und freut sich über die Freude der Kleinen: «Wenn ein Kind zum ersten Mal den Purzelbaum schafft, dann schreit es vor Freude, rennt umher. Das zaubert auch mir jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht.» Er trainiert die Kindergärtler seit etwa einem Jahr und will damit auch etwas für die Gemeinde tun: «Ich arbeite in Zürich, gehe da zur Schule und wohne nur in Zumikon. Die Kinder zu trainieren ist für mich ein super Weg, dem Dorf etwas zurückzugeben.» Auch Alex Hüttig freut sich über den Fortschritt der Kinder: «Wir bringen ihnen Backflips bei; das ist im Sommer dann lustig, wenn sie das in der Badi ausprobieren.»

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