Von Björn Reinfried ‒ 5. Dezember 2025

«Mir geht es gut», antwortet Natalie Rickli auf die Frage von Thomas Kauflin, «ich komme von einem Medienanlass im Zoo, jetzt bin ich hier – es ist toll, was ich heute alles machen darf, und dazu scheint auch noch die Sonne.» Die Frage «Wie geht’s dir?» steht in schwarzen Lettern auf der gelben Bank, auf der Gemeindepräsident Stefan Bührer, Gemeindeschreiber Thomas Kauflin und Regierungsrätin Natalie Rickli, Vorsteherin der Gesundheitsdirektion, Platz genommen haben.
«Und wie geht es dir, Stefan?» «Ich bin etwas angespannt», antwortet er. «Ein strenges Wochenende steht uns bevor. Die Gemeindeversammlung findet statt, da sitzt man als Gemeindepräsident immer etwas auf Nadeln, dass alles gut kommt.» Auch der Abstimmungssonntag bereitet ihm Sorgen – nicht das Ergebnis, das sei in einer Demokratie zu akzeptieren – aber der Umgangston im Abstimmungskampf: «Er wurde hitzig geführt, es wurde auf Personen abgezielt, und Halbwahrheiten wurden verbreitet. Das kennt man normalerweise von Trump – dass dies auf kommunaler Ebene angekommen ist, macht mir ehrlich gesagt Sorgen.»
Die gelbe Bank, auf der an diesem sonnigen Nachmittag eine Politikerin und ein Politiker miteinander über ihren Gemütszustand und ihre Sorgen reden, soll der Bevölkerung genau für solche Gespräche zur Verfügung stehen. «Oft fragt man ‹Wie geht es dir?› nur so nebenbei», sagt Natalie Rickli. «Die Bank soll einladen, sich für diese Frage Zeit zu nehmen.» Auf ihr findet sich ausserdem ein QR-Code, der auf die Website der Kampagne führt – mit Tipps für Gespräche und Stärkung der psychischen Gesundheit sowie Adressen von Beratungsangeboten.
«Mir ist es wichtig zu betonen, dass die Bank keine professionelle Hilfe ersetzt», sagt die Gesundheitsdirektorin. «Wer psychisch belastet ist, kann und soll sich professionelle Hilfe holen.» Gibt es dafür genügend Angebote? «Insbesondere in die Kinder- und Jugendpsychiatrie, in die Krisenintervention haben wir sehr viel Geld investiert. In akuten Fällen kann man sich in einer psychiatrischen Klinik Unterstützung holen.» Sie betont, dass heute offen über psychische Gesundheit und Probleme gesprochen werde und es seitens des Kantons und der Schulen viele Angebote gebe.
«Was wünscht ihr für diese Bank?», fragt schliesslich der Gemeindeschreiber die beiden Politiker. Stefan Bührer wünscht sich, dass sich möglichst viele Zumiker und Zumikerinnen draufsetzen, ausruhen und sich austauschen: «Ernsthaft fragen, wie es einem geht und nicht nur mit ‹ja, gut› antworten.» Natalie Rickli unterstreicht die Wünsche ihres Kollegen und ergänzt: «Vielleicht gibt es ja eine Liebesgeschichte, die auf dieser Bank anfängt.»
Zurzeit steht die gelbe Bank vor dem Zumiker Treff, nach dem Umbau des Dorfplatzes soll sie dorthin umziehen.
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