Von Joachim Lienert ‒ 19. Dezember 2025

Gleich vier von zehn Geschäften im Sitzungsbericht des Gemeinderats vom 10. Dezember drehen sich um die Gesamterneuerung des Gemeinschaftszentrums (GZZ). Zwei davon sind Kostenabrechnungen – bei beiden werden Überschreitungen kommuniziert. Zum einen hat der Gemeinderat die Kostenabrechnung für die Projektleitung genehmigt. Aus Ressourcengründen hatte er im Dezember 2023 den Beizug einer externen Projektleitung bewilligt. Beauftragt wurde die Winklmann Bauherrenvertretung GmbH aus Zürich, die Kosten wurden auf 135 000 Franken veranschlagt. Die Abrechnung ergibt eine Überschreitung von knapp 23 000 Franken. Diese sei auf die längere Bearbeitungszeit der Projektierung und den damit verbundenen höheren Aufwand zurückzuführen. «Zusatzaufwendungen entstanden auch im Vorfeld der Abstimmung, indem der externe Projektleiter viel Koordinationsaufwand zu übernehmen hatte», heisst es im Sitzungsbericht.
Für die Öffentlichkeitsarbeiten rund um die Abstimmung wiederum genehmigte der Gemeinderat im März 2025 einen Bruttokredit von 90 000 Franken. Dieser wurde jetzt um rund 23 000 Franken überschritten, wovon aufgrund der Wertquoten der Miteigentümer rund 19 000 von der Gemeinde zu tragen sind. Die Gemeinde schreibt dazu: «Die Kostenüberschreitung ist auf den höheren Aufwand zurückzuführen, namentlich auf zusätzliche Visualisierungen, Ausstellungsmaterial, Website, Zusatzinserat im Zolliker Zumiker Boten sowie den Beizug eines Fachjuristen für stockwerkeigentumsrechtliche Fragen, der im Hinblick auf die Öffentlichkeitsarbeit konsultiert wurde.»
Gemeindeschreiber Thomas Kauflin sagt: «Die Kostenüberschreitungen in zwei ‹Nebenpositionen› hat der Gemeinderat mit Bedauern zur Kenntnis genommen. Es handelte sich dabei um zwei losgelöste Kredite, zusätzlich zu den eigentlichen Planungskosten, die eher kurzfristig notwendig und so vom Gemeinderat genehmigt wurden.» Die Budgetüberschreitungen seien erst gegen Ende der Planungsphase aufgetaucht, als plötzlich noch weitere Abklärungen und Aufwendungen für die Abstimmung notwendig wurden. Diese seien teilweise in die Sommerferienzeit gefallen. «Es kam nicht in Frage, die Arbeiten zu sistieren und möglicherweise den Abstimmungstermin im September oder gar die Abstimmung zu gefährden.» So entschied die Objektbaukommission, die sich aus Vertretern der Gemeinde und den beiden Kirchgemeinden zusammensetzt, die Arbeiten fortzusetzen und eine gewisse Kreditüberschreitung in Kauf zu nehmen.
Der Gemeinderat selbst habe erst in den vergangenen Tagen von den Überschreitungen erfahren. Er war nicht angetan. Thomas Kauflin betont: «Der an der Urnenabstimmung bewilligte Ausführungskredit umfasst nun sämtliche Arbeiten, auch die Bauherrenbegleitung und die Projektleitung.» Einzelne Abweichungen in gewissen Positionen könnten gegenüber dem Kostenvoranschlag in anderen Positionen wieder aufgefangen werden. Beim Ausführungskredit werde die systematische Kostenkontrolle zudem noch einmal vertieft geführt. «Sowohl der Gemeinderat als auch die Rechnungsprüfungskommission werden fortlaufend über die Kostenentwicklungen ins Bild gesetzt.»
Die weiteren zwei Punkte zum GZZ betreffen die Vergabe einer externen Projektleitung in der Ausführungsphase. Auch diesen fortführenden Auftrag erhält die Firma Winklmann Bauherrenvertretung GmbH. Die Gesamtkosten werden auf knapp 298 000 Franken geschätzt, wovon die politische Gemeinde rund 254 000 Franken zu tragen hat.
Thomas Kauflin: «Das ist ein Riesenprojekt mit umfangreichen Positionen. Wir müssen uns von einer externen Projektleitung unterstützen lassen.»
Für die weitere Projektierungsphase zieht die Stockwerkeigentümerschaft zudem eine externe Bauherrenbegleitung bei. Sie soll die Rolle eines «Treuhänders» wahrnehmen, der ihr verpflichtet ist, den Generalplaner überwacht, die Baukostenkontrolle aktuell hält und regelmässig rapportiert. Das Mandat erhält die Firma Landis AG aus Geroldswil. Ihr Aufwand wird auf knapp 196 000 Franken geschätzt, wovon die Gemeinde rund 161 000 Franken zu tragen hat.
Anfang November hoffte der Gemeinderat, er könne noch in diesem Jahr über die Baubewilligung für das Gemeinschaftszentrum befinden (ZoZuBo 45/2025). Jetzt sagt Thomas Kauflin: «Die Abteilung Hochbau musste einige weitere Punkte abklären, sodass es ihr nicht gelang, die Baubewilligung noch in diesem Jahr zu finalisieren. Ich gehe davon aus, dass der Gemeinderat im Januar darüber befinden kann. Das bedeutet eine kleine Verzögerung, aber auf den grossen Zeitplan hat dies keinen Einfluss.» Dieser sieht noch immer den Baubeginn 2027 und die Fertigstellung 2029 vor.
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