«Am Hackathon sind viele unkonventionelle Ideen entstanden»

Von Martina Gradmann ‒ 9. Januar 2026

Die Zollikerin Nina de Blank hat Europas grössten Bildungs­hackaton in Barcelona organisiert. Die Marketingdirektorin war mit ihrem Team verantwortlich für Konzept und Umsetzung. Im Rahmen einer Studienreise reiste sie Anfang September mit 600 Studierenden nach Spanien.

Nina de Blank wohnt mit ihrer Familie im Zollikerberg, wo sie auch aufgewachsen ist. (Bild: mag)
Nina de Blank wohnt mit ihrer Familie im Zollikerberg, wo sie auch aufgewachsen ist. (Bild: mag)

Sie öffnet die Tür mit einem Strahlen. Nina de Blank hat sich trotz vorweihnachtlichem Stress Zeit für ein Gespräch genommen. Das gepflegte Äussere der zweifachen Mutter lässt nicht auf einen gemütlichen Nachmittag mit der Familie schliessen, was sie mit einem «Ja, ich gehe nachher noch ins Büro» bestätigt. Nina de Blank zeigt sich enthusiastisch, wenn es um ihre Arbeit geht. Sie arbeitet als Marketing Director an der HSO Wirtschafts- und Informatikschule in Oerlikon, hat eine Vielzahl an Ideen und eben erst Europas grössten Bildungshackathon in Barcelona organisiert. Ein Hackathon sei ein kreatives Format, bei dem innerhalb weniger Tage neue Ideen entstünden, Herausforderungen gelöst und Prototypen entwickelt würden, erklärt sie und präzisiert: «In interdisziplinären Teams von elf Schulstandorten arbeiteten die Studierenden drei Tage lang an innovativen Lösungen für reale Business Cases.» Was aus der IT-Welt bekannt ist, hat die Zollikerin erstmals im Bildungsbereich umgesetzt. «Ich hatte das Glück, dass ich bei der Gestaltung des neuen Formats grosse Freiheit bekam», erzählt sie. «In Zusammenarbeit mit einem Partnerunternehmen haben wir überlegt, was den grössten Mehrwert für die Studierenden bringen würde. Die hohe Anzahl an Studierenden legte nahe, beim Fokus Intra- und Entrepreneurship auch die Vernetzung untereinander anzustreben.» Cupra Schweiz brachte als Hauptpartnerin Fragestellungen aus den Bereichen Mobilität, Green City und E-Commerce ein, während ein Tech-Partner die Umsetzung begleitete. «Mit HSO Connect haben wir ein Format geschaffen, das Bildung und Wirtschaft enger zusammenbringt als je zuvor. Für alle Beteiligten entsteht eine echte Win-Win-Situation», sagt Nina de Blank. «Die Studierenden haben die Möglichkeit, für Weltunternehmen eigene Lösungen zu entwickeln, während diese im Gegenzug frische und unkonventionelle Ideen für die Weiterentwicklung ihrer Brands erhalten.»

Eine Marketing- und Event­-Enthusiastin mit vielen Ideen

Man spürt die Begeisterung, wenn Nina de Blank von ihrem Projekt spricht. Denn Barcelona war erst der Anfang, im nächsten Jahr soll es nicht nur eine Neuauflage geben, der Anlass soll auch noch grösser werden. «Die Wirtschaftsinformatiker werden ebenfalls mit dabei sein. Dies bringt auch einen Hauch IT-Hackathon mit an den Event.» Die 39-Jährige ist im Zollikerberg aufgewachsen, hat die Sekundarschule in Zollikon und danach das Gymnasium in Küsnacht besucht. In Chur hat sie Tourismusmanagement studiert, «ein cooles Studium», wie sie sagt. Danach zog es sie in die Hotellerie und Gastronomie: Im Swissôtel Zürich arbeitete sie im Marketing. «Die Zusammenarbeit und das Teamdenken ist in dieser Branche einfach einzigartig, und ich merke es jemandem gleich an, wenn er oder sie aus der Hotellerie respektive Gastronomie kommt», erklärt sie und lacht. Einander zu helfen, über das eigene Gärtchen hinauszudenken, sei eine tolle Eigenschaft von Gastgewerblern, die sie heute noch lebe.

Von Spanien nach Holland und zurück in die Schweiz

Sie liebte die Branche, aber auch das Marketing- und Kommunikationsfach. Um dieses Wissen weiter auszubauen, absolvierte sie einen Master Corporate Communication an der renommierten IE Business School und zog dafür mit ihrem Mann nach Madrid, wo die Schule beheimatet ist.

«Mein Mann absolvierte parallel einen MBA an der Schule. Er ist Holländer, und als er im Anschluss ans Studium ein Jobangebot von Microsoft in Amsterdam bekam, zogen wir beide nach Holland», erzählt Nina de Blank. Beide lebten und arbeiteten in der Nähe von Amsterdam, liebten Land und Leute, doch die Schweizerin wusste: Wenn sie einmal Kinder hätte, würde sie zurück in die Schweiz kommen. 2019 wurde geheiratet, und Nina de Blank begann ihre Suche nach etwas Passendem in der Heimat. Schnell fand sie ihre Stelle bei der HSO. «Der Spirit dort war für mich ähnlich wie in der Gastronomie, daher war es für mich ein No-Brainer, diese Stelle anzunehmen.» Für ihren Mann war es allerdings nicht so einfach wie gedacht, innerhalb seiner Firma in die Schweiz zu wechseln. Wouter de Blank musste vorerst in Holland bleiben, um den Transfer zu organisieren, die beiden führten eine Fernbeziehung. «Dann kam auch noch Corona und alles wurde noch schwieriger», erzählt die Zollikerin.

Als sie schon daran dachte, zurück nach Holland zu ziehen, funktionierte es bei ihrem Mann mit dem internen Stellenwechsel; kurze Zeit später kamen die beiden Wunschkinder. «Man kann sich ja nicht wirklich vorstellen, was einen erwartet, wenn man Mutter wird. Ich liebte meine Arbeit und wollte unbedingt weiterarbeiten, doch mit Kindern verschieben sich auch die Perspektiven. Sie sind mein Leben und haben absolute Priorität in allem, was ich tue.»

Erlebnisse schaffen, im Job und mit den Kindern

Man werde von ganz viel Liebe überflutet, ein Gefühl, das sie sich in dieser Bedingungslosigkeit vor der Mutterschaft nie habe vorstellen können. Auch wenn ihre Kinder immer an erster Stelle stehen, schätzt sie den Ausgleich durch die Arbeit. «Sie fordert mich auf einer anderen Ebene, sie entfacht meine Kreativität und meinen Machergeist.» Nina de Blank liebt es, einen Mehrwert für den Kunden zu schaffen durch Produkte, hinter denen sie stehen kann. «Erlebnisse zu kreieren, die in Erinnerung bleiben, ist eine wunderschöne Aufgabe», sagt sie mit Überzeugung. Während sie spricht, hört man im Hintergrund ihren Mann telefonieren, auch er arbeitet in der Vorweihnachtszeit im Homeoffice. Und die Kinder? Die sind bei der Grossmutter, denn für die Familie de Blank war es wichtig, die Angehörigen in der Nähe zu haben. «Ein Grossteil meiner engeren Familie lebt hier, und so können meine zwei Jungs mit meiner Familie zusammen aufwachsen.» An ihrer Heimat im ­Zollikerberg schätzt sie auch die Natur für Spaziergänge und die Nähe zur Stadt Zürich. «Hier hat man das Beste von zwei Welten, was ich sehr schätze.»

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