Von Aline Sloksnath ‒ 9. Januar 2026

Der Zürcher Regierungsrat hält weiterhin am Deponiestandort Brunnenwisen fest. Ende November gab er bekannt, den Standort im Zollikerberg als Ersatzstandort für Maur in den kantonalen Richtplan aufzunehmen. Nachdem Ende letzten Jahres bereits die Interessengemeinschaft (IG) «DepoNIE-Zollikon.ch» ausführlich Stellung zu diesen neuen Entwicklungen bezogen hat (ZoZuBo 50/25), zieht nun der Gemeinderat nach.
Er werde sich weiterhin entschieden gegen den möglichen Deponiestandort zur Wehr setzen, teilt er diese Woche in einer Medienmitteilung mit. Die genannten Gründe decken sich mit denen der IG. Der Gemeinderat kritisiert den Umgang mit den ursprünglich durch das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft definierten Ausschlusskriterien. Namentlich sei dies, dass gemäss diesen Kriterien ein solcher Standort einen Mindestabstand von 100 Metern zum Siedlungsgebiet haben muss und sich dieser nicht in einem Lebensraum von geschützten Tier- und Pflanzenarten oder solchen, die auf der Roten Liste stehen, befinden darf. «Beides ist beim Standort Brunnenwisen nachweislich gegeben», lässt sich Gemeinderat und Bauvorstand Dorian Selz in der Mitteilung zitieren.
Weiter kritisiert auch der Gemeinderat den Umgang mit den Einwendungen im Mitwirkungsbericht. Der Regierungsrat nehme darin lediglich summarisch Stellung. «In den Antworten auf die Einwendungen werden zentrale Fragen auf eine spätere Umweltverträglichkeitsprüfung vertagt», so Dorian Selz.
Nun ist der Kantonsrat am Zug: Er entscheidet über die Festsetzung der vorgeschlagenen Standorte im Richtplan. Vorgängig wird das Geschäft in der zuständigen Kommission beraten. «Der Gemeinderat wird sich bemühen, die Kommission sowie auch später den Kantonsrat sachlich und fundiert über den Standort Brunnenwisen zu informieren», erläutert Dorian Selz das weitere Vorgehen. In diese Arbeiten sollen auch die Zolliker Kantonsratsmitglieder Corinne Hoss-Blatter und Sascha Ullmann einbezogen werden.
Konkreter wird der Gemeinderat in der Mitteilung nicht. Über allfällige weitere Massnahmen «um die Interessen der Zolliker Bevölkerung im Zusammenhang mit dem wichtigen Naherholungsgebiet Brunnenwisen zu schützen» werde er zu gegebener Zeit informieren.
ANMELDEN
Herzlich willkommen! Melden Sie sich mit Ihrem Konto an.